21.11.2021

Stopp! Gänsefleisch ma Ihrn Impfpass zeischn?

von Dushan Wegner, Lesezeit 5 Minuten, Foto von Gary Bendig
In Sachsen will man Menschen nachts in ihren Wohnungen gefangen halten. Das »Verbrechen«? Ungeimpft sein. Die Polizei wird vermutlich auf Streife gehen. Dystopie auf Sächsisch: »Stopp! Gänsefleisch ma Ihrn Impfpass zeischn?«
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An diesem Punkt der Corona-Panik hat sich eigentlich ein jeder entschieden, wie dr zur sogenannten »Impfung« steht – und ob er dem Staat und der Regierung vertraut. (Aus welchen Fakten soll der Glaube an den guten Willen der Regierung eigentlich folgen? Aus dem Unrechtjahr 2015, der Geld- und Zinspolitik, dem Energieunsinn, der Auslieferung an die EU oder aus den höchsten Steuern weltweit?)

Nein, ich werde an diesem Punkt keine Debatte führen. Wir haben vor Corona als möglicher Pandemie gewarnt, als der verfluchte deutsche Staatsfunk das als Rassismus brandmarkte (wie alle Fakten und Gefahren, die nicht ins Propaganda-Narrativ passen). In der für deutsche Journalismuspreisträger typischen Ignoranz rief man damals, dass »alle erstmal durchatmen« sollen (Essay vom 13.3.2021). Das mit dem Corona-Virus sei »Angstmache« »aus dem rechten Spektrum«, es war der übliche Wortmüll aus dem Setzkasten fake-linker Fake-News. Der deutsche Staatsfunk: der Marianengraben des deutschen Journalismus.

Irgendwann ließ es sich selbst in den realitätsaversen Fluren und Gehirnen deutscher Regierungen und Redaktionen nicht leugnen, dass das mit dem »China-Virus« nicht nur »Verschwörungstheorie rechter Spinner« war. Oder vielleicht begriff man einfach, dass das Virus die Chance war, alte Ziele noch schneller zu erreichen. (Wissen wir eigentlich inzwischen, wie viel Geld die CDU von Pharmafirmen als »Parteitags-Sponsoring« erhielt? Schönes Bonmot von Martin Sonneborn in ähnlichem Kontext: »Der Bundestag ist ein florierendes Unternehmen«; so der Titel von stuttgarter-zeitung.de, 9.7.2021(€).)

Ja, irgendwann begriffen wohl gewisse Gestalten, dass die Virus-Panik die Vorlage sein könnte, manches »Störende« an der Demokratie auszusetzen, dass die globale Angst ihnen eine »Grundlage zur Ermächtigung« (Essay vom 17.11.2020) bieten kann – und so stehen wir heute eben da, im bald dritten Jahr des 14-tägigen Wellenbrecher-Lockdowns.

Risiko-Abwägung

Nein, ich debattiere hier nicht die Impfung, die auch weiterhin tatsächlich eine neuartige mRNA-Injektion und Umprogrammierung der Zellen ist. Ich halte es für eine Risiko-Abwägung, die jeder von uns bei sehr verschwommener Informationslage für sich und gegebenenfalls seine Kinder treffen muss.

(Andere Schreiber sind da deutlich »meinungsstärker«. Dieser Tage las ich etwa die Kolumne eines gewissen Herrn Fleischhauer. Er schreibt für den Focus (konkret: focus.de, 20.11.2021), also Burda, und ich will es so sagen: Wenn Burda als Konzern eines Propagandastaates regierungsnah wäre, dann würde Herr Fleischhauer an dieser Stelle vielleicht nicht viel anders reden. Vielleicht meint Herr Fleischhauer seine Hetze gegen Abweichler wirklich ehrlich und aus tiefstem Herzen – von außen ist ja nicht erkennbar, ob einer wirklich auffällig gleich schaltet oder ob er sich dazu zwingen muss (und wie sehr) – und womöglich macht es auch keinen Unterschied.)

Vor bald einem Jahr, im Essay »Ein Jahr wie ein Hollywoodfilm« (URL: dushanwegner.com/ausgangsverbote/), schrieb ich gleich zu Anfang des Textes:

Wenn Hollywood-Filme die Geschichte einer angsteinflößenden Dystopie erzählen, zeigen Regisseure nicht selten Szenen nächtlicher Ausgangssperren.

Im Intro zum Essay »Das Malzeichen der App« (URL: dushanwegner.com/666/) schrieb ich:

Es sollte ein Zeichen geben (Chip?), das jeder Corona-Geimpfte in Hand und Stirn trägt (mit codierter Zahl), ohne das er weder kaufen noch verkaufen kann. Bis dahin könnte eine App denselben Zweck erfüllen. (Idee ist nicht von mir, ist schon was älter.)

Mit dem »Malzeichen« beziehe ich mich natürlich auf die biblische Offenbarung. Eine Zeit wird prophezeit, wenn böse Herrscher die Menschen in Gehorsame und Ungehorsame teilen, und die Ungehorsamen erhalten ein »Malzeichen des Tieres« – und wer dieses Malzeichen nicht hat, der darf »weder kaufen noch verkaufen« – sprich: Er wird vom öffentlichen Leben ausgeschlossen.

Im schönen Sachsen will man nun in Orten mit zu hoher »Inzidenz« eine Ausgangssperre nur für »Ungeimpfte« verhängen (welt.de, 20.11.2021). Es ist »kein Lockdown«, wenn nur die »Ungeimpften« weggesperrt werden. – Man sollte ehrlicherweise das Grundgesetz erweitern und die Würde der »Ungeimpften« herausnehmen.

Was sollte es auch sein?

Ich bin kein Anti-Sachsist. Ich habe nichts gegen Sachsen. Einige meiner besten Freunde sind Sachsen! Mein Schmunzeln ist also liebevoll, wenn ich mir die nächtliche Polizeikontrolle vorstelle: »Stopp! Gänsefleisch ma Ihrn Impfpass zeischn?«

(Anmerkung: Ein korrekturlesender Sachse weist darauf hin, dass ein echter sächsischer Polizist kaum Optionen anbieten würde – er würde befehlen. Seufz, ich behalte meine Vorstellung, es schmunzelt sich so schön.)

Freiheit nur mit mRNA-Injektion, so hört man es ja länger schon als latente Drohung von oben (siehe Essay vom 3.7.2021) – und nun wird es wohl wahr.

Nur für Ungeimpfte

»Wer sich nicht bewegt, der spürt seine Fesseln nicht«, so sagt ein altes Zitat (von tatsächlich unklarem Ursprung).

Heute ist das Mantra von Regierung und Journaille: »Stell dich nicht so an! Wer sich mRNA injizieren lässt, der spürt den Zwang zur Impfung nicht.«

Wenn ich »Freiheit« sage, meine ich damit: Zufriedenheit mit seinen Möglichkeiten (siehe Essay vom 1.11.2018: »Was meinen Sie, wenn Sie ›Freiheit‹ sagen?«).

Freiheit ist nicht objektiv. Freiheit ist subjektiv. (Wenn es überhaupt so etwas wie »objektive Freiheit« gibt, dann bedeutet es: »Konstellationen von Möglichkeiten, mit denen du nach allgemeiner Lebenserfahrung später und zuletzt rückblickend zufrieden sein wirst – oder von denen du melancholisch sagst: ›Ich hatte allen Grund, zufrieden zu sein, denn ich war frei, und merkte es nicht.‹«)

Freiheit muss gespürt werden, muss unseren »Freiheits-Nerv« aktivieren. Was sollte auch eine Freiheit sein, die sich wie Gefangenschaft anfühlt?

Freiheit muss aber mehr sein als der klischeehafte »Wind in den Haaren«. Es gibt kein richtiges Leben im falschen, so Adorno. Wie willst du es Freiheit nennen, wenn du den Propagandastaat deinen Verstand in Ketten legen lässt?

Noch nicht ganz frittiert

In Zeiten der Unfreiheit auf seiner Freiheit bestehen zu wollen, es muss schmerzhaft sein. Wenn das, was Deutschland seinen Bürgern antut, dir nicht in der Seele weh tut, dann könnte es sein, dass du womöglich in eben dieser Seele längst tot bist.

Du siehst, wie sie Versprechen brechen und Lügen zur Wahrheit erklären. Du hast Sorge um die Zukunft, und das ist gut so.

Ja, sei dankbar für deine Sorge, denn sie zeigt, dass dein Herz noch schlägt, dass die Propaganda deinen Verstand noch nicht ganz frittiert hat. (Und doch will ich mich nicht nur von Sorgen zerfressen lassen. Jeder Tag kommt nur einmal, auch dieser! Ich sage mir: Nimm dir trotz und gerade wegen allem die Zeit, für die kleinen, schönen Momente – zum Beispiel mit einer simplen Pizza.)

Morgen mag ich besseren Trost parat halten, für heute aber sage ich dir wie mir: Deine Sorge quält dich, und das ist heute gut so, denn daran spürst du, dass deine Seele noch lebt.

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