03.01.2023

Mücke am Elefantenrüssel

von Dushan Wegner, Lesezeit 4 Minuten, Bild: DW via Stable Diffusion
»Aggressivität in einer noch nie dagewesenen Form« zu Silvester. Sogar Mainstream gibt zu, dass sie schon mal vom »Migrantenmilieu« ausging. Spannend dabei: Einige Kommentare klingen dem ähnlich, was man vor Jahren in alternativen Medien lesen konnte.
Mücke am Elefantenrüssel
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Es war einmal eine kleine Mücke, so wurde in heute längst verschollenen Büchern berichtet, und diese Mücke wollte etwas verkünden, und was sie verkünden wollte, war wahrlich groß!

Was tun? Eine Mücke ist klein, und sie bleibt klein, wie groß ihre Botschaft auch sein mag!

Die Mücke flog von Tier zu Tier, von Mensch zu Mensch, und die allermeisten hörten nur ein lästiges »Zzzzzzzzzz«. Manche schlugen nach ihr, denn sie war lästig. Doch sie war stets geschickt genug gewesen, rechtzeitig den Schlägen auszuweichen – und außerdem hatte sie jenes Glück, das kleinen Mücken mit großen Botschaften bisweilen eigen ist.

»Was tun?«, dachte die Mücke bei sich.

Über die Unmöglichkeit ihrer Aufgabe grübelnd, flog die kleine Mücke an einem großen Elefanten vorbei, und der bog den Rüssel gen Himmel, und er trompetete laut (er trompetete eine Banalität, deren Inhalt hier keine weitere Erwähnung verdient, vor allem da Elefanten zumeist einfach nachtrompeten, was andere Elefanten zuvor trompeteten).

Das Mücklein dachte bei sich: »Ach, wenn ich doch nur einen solch großen Rüssel wie der Elefant hätte, meine Botschaft laut zu verkünden!« (Gut, dass sie es nicht hatte – ihre Flügelein sind längst nicht stark genug. Es ist biologisch und physikalisch unmöglich, dass einem Elefanten so große Flügel wachsen, dass er flink wie eine Mücke fliegen könnte.)

»Ich weiß, wer einen so großen Rüssel hat wie der Elefant!«, so fiel der Mücke plötzlich ein, und ihre Auflösung lautete: »Der Elefant!«

Gedacht, getan! Mitten im Flug bog die Mücke scharf ab (was den Mücken aus oben genannten Gründen einfacher fällt als den Elefanten).

Die Mücke flog mutig zum Elefanten hin, sie setzte sich auf seinen Rüssel, sie redete zu ihm und erklärte ihm ihre große Botschaft, doch der Elefant wollte es nicht hören!

Und wieder fragte sich das Mücklein: »Was tun?«

Die Mücke wählte ihre schärfsten Worte, welche da sind, in den Elefanten hineinzustechen, als wollte sie sein Blut aussaugen – vielleicht hört der Elefant dann auf die große Botschaft!

Ach, so eine Elefantenhaut ist recht dick, und auf Anhieb kommt ein Mücklein nicht durch.

Die Botschaft der Mücke war aber groß genug, dass es die Tierlein wieder und wieder und wieder motivierte, durch die graue Haut hindurchstechen zu wollen, auf dass der Elefant sie bemerke.

Und da – es erschien der Mücke wie ein Wunder – bog der Elefant so plötzlich wie selbstverständlich seinen Rüssel hoch, und er trompetete laut, und es war so gut wie wörtlich eben die große Botschaft, welche die Mücke verkündet hatte!

Das Dilemma der Anerkennung in Mainstream-Medien

Ich finde mich in letzter Zeit in einem emotionalen Dilemma wieder (oder, wie wir Deutschen so schön sagen, einer »Zwickmühle«).

Ich habe in diesen Essays (siehe /liste/) immer wieder festgestellt, dass angebliche »Verschwörungstheorien« plötzlich von oben »freigegeben« zu werden scheinen, und auf einmal ganz selbstverständlich als mögliche Wahrheit berichtet werden – denken wir nur an die Herkunft des Corona-Virus oder an die »Nebenwirkungen« der mRNA-Injektion.

Nehmen wir etwa die Angriffe auf Hilfskräfte, wie sie regelmäßig in Deutschland Toleranz-Hochburgen passieren. (Ich schrieb etwa im Essay vom 28.12.2022 darüber.)

Man liest auch im Mainstream nun darüber, dass das nicht nur eine »Partyszene« ist, welche die deutschen Helfer angreift, sondern ein gewisses »Migrantenmilieu« (siehe etwa focus.de, 2.1.2023) – und mit »Migrantenmilieu« meinen wir eher weniger militante Norweger, Tschechen oder Japaner.

Bei welt.de, 2.1.2023 ist nun ein hinter Bezahlstacheldraht versteckter Kommentar dazu erschienen, der den Titel trägt: »Deutschland weiß selbst nicht so genau, wer und was es ist«. Man stellt fest, dass Migration – gemeint: Einwanderung – mit Identität zu tun hat – und dass Deutschland eben keine Antwort darauf hat, wer und was es ist.

Ich lege Ihnen einfach mal zum Vergleich meinen Essay vom 17.5.2018 vor, und der trägt den Titel: »Wie soll man sich integrieren in ein Land, das nicht Heimat sein darf?«

(Übrigens: Ähnlich wie damals am Kölner Hauptbahnhof verschweigt der deutsche Staatsfunk, Stand Vormittag 3.1.2023, den nichts ins Propaganda-Narrativ passenden Teil der Realität. Bei tagesschau.de ist zwar von »Aggressivität in einer noch nie dagewesenen Form« die Rede, doch das Wort »Migranten« scheint dort verboten zu sein.)

Soll ich? Soll man?

Soll ich mich freuen, dass endlich die Botschaft einer Mücke wie Dushan Wegner beim Elefanten namens Mainstream ankommt?

Ach, es ist ja nicht meine Meinung, nicht meine Botschaft – es ist eine Beschreibung des Istzustands. Ich habe bloß die Klippen beschrieben, auf welche dieses Land zusteuert – und nun schrammen wir eben an diesen entlang, und selbst die Damen und Herren in den Redaktionen können trotz ihrer »professionellen Kurzsichtigkeit« es nicht mehr übersehen.

Wessen Würde

Die Mücke hörte es, und sie zuckte mit den Mückenschultern, und sie wusste nicht, ob der Elefant von selbst zur gleichen Erkenntnis gekommen war wie sie – oder ob er sie tatsächlich gehört hatte, es jedoch unter seiner Würde war, die Inspiration einer Mücke anzuerkennen.

Ach, die Mücke wird nie wissen, warum der Elefant wirklich trompetete. Eine Mücke soll froh sein, dass überhaupt endlich trompetet wurde.

Die »Mücke« aber, welche diese Zeilen schreibt, will weiter versuchen – mit Ihnen und für Sie – weiter zu summen, weiter zu grübeln – und weiter die Elefanten zu stechen.

Weiterschreiben, Wegner!

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