13.07.2022

Weltall und U-Boot

von Dushan Wegner, Lesezeit 3 Minuten
Die NASA zeigt neue, faszinierende Bilder aus der Tiefe des Weltalls. Die russische Marine hat ein neues »Weltuntergangs-U-Boot«. Und in New York üben sie, was man im Fall eines Nuklearangriffs tut. Was ist mit der Menschheit los?
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Meine sehr veehrten Damen und Herren, die amerikanische NASA hat ein neues Teleskop in den Weltraum geschickt. Europa und Kanada haben geholfen.

Das Ding heißt »James Webb Space Telescope«. Es besteht aus 18 hexagonalen Spiegelelementen. Und es kann tiefer ins Weltall gucken als irgendein Gerät zuvor.

Licht braucht eine gewisse Zeit, bis es zu uns gelangt. Das Weltall ist sehr groß. Und so schaut das Webb-Teleskop auch tief in die Vergangenheit des Universums – in hoher Auflösung.

Das Teleskop wurde letzten Dezember hochgeschickt, und jetzt gibt es die ersten Bilder – und sie sind wunderschön (nasa.gov/webbfirstimages). Man betrachtet sie, und man denkt sich: Was sind wir Menschen doch klein!

Von den Tiefen des Weltalls zu den Tiefen des Meeres: Die russische Marine hat dieser Tage ein neues U-Boot geliefert bekommen.

Die Fachpresse nennt es ein »Doomsday-Submarine« (usni.org, 8.7.2022). »Doomsday« ließe sich übersetzen als »Tag des jüngsten Gerichts« oder als »Weltuntergang«. Ein U-Boot, das den Weltuntergang herbeiführen kann – oder ein U-Boot, das den Weltuntergang überleben soll? (YouTube-Video dazu des russischen Verteidigungsministeriums)

Das U-Boot heißt »Belgorod«. Es transportiert sechs Poseidon-Torpedos, genauer: »Unterwasserdrohnen« (siehe Wikipedia). Die Mordsmaschinen sind ebenso wie das U-Boot selbst atomgetrieben. Jedes Torpedo ist so groß wie ein Bus und kann einen nuklearen Sprengkörper mit einer Sprengkraft von bis zu 100 Megatonnen tragen.

Wenn so ein Schätzchen in Küstennähe gezündet wird, wäre die Folge ein radioaktiver Super-Tsunami, wahrscheinlich begleitet von Erdbeben.

Apropos »radioaktiv«: Wir haben alle die plötzlichen weltweiten Kampagnen zur »Normalisierung« von Herzproblemen bemerkt. Es sind nicht die einzigen auffälligen Kampagnen.

New York lancierte diesen Montag ein sehr spezielles Info-Filmchen. Die New Yorker werden darauf vorbereitet, was sie im Fall eines nuklearen Angriffs tun sollen.

»So there’s been a nuclear attack«, so beginnt der Spot launig (via nyc.gov, 11.7.2022).

»Dann gab es halt einen Nuklearangriff«. Man soll ins Haus gehen. Und sich von Fenstern fernhalten – außerdem soll man die Fenster schließen.

Man soll in den Keller gehen oder sich in der Mitte des Raums aufhalten. Und alle Kleidung ausziehen, in der man draußen war während der Attacke. – Ja, das sagen die so, im offiziellen Video.

Die makabre Konsequenz könnte sein: Sollte etwas passieren, und sollten sich die Bürger tatsächlich wörtlich an alle Anweisungen halten können, und sollten sie dennoch sterben, dann wird man später, jeweils in der Mitte eines Raums, einen Haufen halbnackter Leichen finden. Das lässt sich womöglich einfacher aufräumen.

Beim Teleskop frage ich mich, wie viele einzelne Schritte erfolgreich sein mussten, um dieses Wunderwerk insgesamt zum Erfolg zu führen.

Beim Nuklearangriff frage ich mich, was alles mit der Menschheit schiefgegangen sein muss, wenn gezündet wird.

Und ich frage mich: Kann man wirklich sagen, dass »wir« Fotos vom Weltall aufgenommen haben? Oder dass »wir«, im Sinne von »die Menschheit«, einen Nuklearkrieg beginnen können.

Wir beziehen gern die Leistungen einzelner Menschen auf die gesamte Menschheit – und die Fehler auch. Wir sagen, »die Menschheit« habe ein großartiges Teleskop in den Weltraum geschickt. Und wir sagen, »die Menschheit« würde Krieg führen und schlimme Waffen bauen.

Sie und ich sind beide Teil der Menschheit. Die allermeisten von uns haben aber weder ein Superteleskop gebaut, noch eine Atombombe.

Wir können uns übers eine freuen und übers andere traurig sein. Stolz aufs Teleskop zu sein, oder sich für die Nuklearwaffen zu schämen – beides könnte wohl etwas zu viel sein.

Man schmückt sich als Individuum schon mal mit fremden Federn. Und man schämt sich für Dinge, für die man doch nichts kann.

Ich denke, dass uns etwas Bescheidenheit guttäte. Im Bösen wie im Guten. Ich bin weder für das ganz große Böse noch für das ganz große Gute verantwortlich – heute nicht und rückblickend wohl auch nicht.

Ich frage mich, was ich tun muss, damit ein jeder meiner Tage, so wie ich sie habe, gut genutzt ist.

Ob nun aber morgen der radioaktive Tsunami über uns hereinbricht, oder ob wir uns doch irgendwie durchkämpfen, ich will jeden Tag gut nutzen.

Ja, »carpe diem«, nutze den Tag – selten war es so drängend und dringend wie heute.

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