In den Epstein-Akten findet sich eine E-Mail zur »Vorbereitung auf Pandemien« – kumpelhaft im Ton, beunruhigend im Kontext. Wann endlich gesteht sich »Otto Normalwähler« ein, wie gründlich und umfassend er belogen wird?

In den Epstein-Akten findet sich eine E-Mail vom 20. März 2015, 8:33 Uhr, die trägt den Titel: »Fwd: Preparing for pandemics«

Das bedeutet auf Deutsch: »Weitergeleitet: Vorbereitung auf Pandemien«.

Der Name des Absenders ist geschwärzt, aber wohl nicht länger als ca. 7 Zeichen. (Wenn die Schwärzung in der Länge stimmt, ist es wohl länger als »Bill« – ja, ich kann eure Gedanken lesen.)

Der Inhalt dieser Mail ist, ins Deutsche übertragen, etwa dieser:

(Anrede geschwärzt, ca. 5 Zeichen),
anbei findest du, wie angefragt, den Entwurf der Tagesordnung für das Treffen über die Vorbereitung auf Pandemien.
Lass uns die nächsten Schritte besprechen, zum Beispiel wie man die WHO und das Rote Kreuz (zum Beispiel durch Co-Branding) einbeziehen kann.
Beste Grüße, und ich hoffe, wir können das durchziehen!
(Name geschwärzt, bis zu ca. 7 Zeichen)
– PDF via justice, gov, abgerufen 27.2.2026

Ich habe in der Übersetzung »du« verwendet, doch tatsächlich verwendet das Original nicht einmal »you«, was im Englischen ambig wäre. Im Englischen ergeben der Kontext und der übrige Ton, wie vertraut sich die Sprecher tatsächlich sind. Und diese beiden scheinen zumindest kumpelhaft verbunden zu sein.

Das Böseste

Im Buch Talking Points beschreibe ich die typische »linke« Taktik, dem politischen Gegner stets das Böseste zu unterstellen. In »Unserer Demokratie« gilt das sogar in Strafverfolgung und Gerichtsurteilen: im Zweifel gegen den Andersdenkenden. (Man vergleiche etwa das geradezu lächerliche Urteil wegen der »Eltern-bauen-ein-Haus«-Geste auf einem AfD-Plakat. Wenn Grüne und CDU dasselbe Motiv zeigen, und zwar anders als die AfD sogar mit ausgestreckten Armen, dann ist das kein Thema. Doch wenn die Opposition das Motiv verwendet, sehen Staatsanwälte und Gerichte plötzlich den »Hitlergruß« (bild.de, 18.02.2026).)

Ich will nicht wie die Linken sein. Ich will nicht gleich böseste Absicht unterstellen. Also überlege ich, wie diese Mail auch unverfänglich gedeutet werden könnte.

Ist es denn nicht schön, wenn Verantwortungsträger sich überlegen, wie sie die Menschen vor grassierenden Krankheiten schützen?

Dann aber wird mir bewusst, dass Herr Epstein kein »Verantwortungsträger« im gewöhnlichen Sinne war. Und seine Gesprächspartner mögen zwar in ihrer Funktion formal »Verantwortungsträger« gewesen sein, in ihren Gesprächen mit Herrn Epstein ging es aber zumeist eher um egoistische Absichten (um nicht »perverse« zu sagen).

Das Gegenteil

Wenn wir bedenken, was wir über Epstein und seine Inselfreunde sonst wissen, scheinen diese Leute nicht die glaubwürdigsten Bekämpfer viraler Erkrankungen zu sein. Nein, sie waren es schon 2020 nicht, wie »Rechtsextreme« und »Verschwörungstheoretiker« es bereits wussten, und sie sind es heute tatsächlich noch weniger.

Nein, es will mir in diesem Fall einfach nicht gelingen, eine harmlose Absicht in die Mail hineinzudeuten, ohne mir selbst lächerlich vorzukommen. Wenn etwas wie eine Ente aussieht, wie eine Ente watschelt und wie eine Ente quakt, dann müsste man wohl »Journalist« sein, um zu sagen, dass es wahrscheinlich ein Hirsch ist. Oder ein Rhinozeros. Oder ein Einhorn aus dem Regenbogenland. Oder schlicht nicht bestimmbar. Auf keinen Fall aber eine Ente! (Siehe hierzu auch: »Ist das noch alles »demokratisch«?«)

War diese E-Mail womöglich nur ein Scherz? Das Aufplustern unter Möchtegerns? Sorry, nein. Die meisten Männer, mit denen Epstein seinen berüchtigten Umgang pflegte, übten sich im Umgang mit Epstein im Gegenteil von Aufplusterern. Man wollte diskret sein. Man schrieb in Code. (Nebenbei: Ist es nicht bemerkenswert, wie oft Pizza und getrocknetes Rindfleisch »Jerky« erwähnt wird, doch (mir) bislang kein einziges Foto bekannt ist, auf dem diese Nahrungsmittel von den Pizza-und-Jerky-Freunden konsumiert werden.)

Das Gewicht

Vor einigen Monaten wurde mir nicht nur bewusst, dass wir unentwegt belogen werden – das schloss ich schon viel früher aus den vorliegenden Phänomenen –, ich spürte zum ersten Mal das Gewicht der totalen Lüge.

Ich pflege zu sagen, dass Deutschland ein Propagandastaat ist. Damit meine ich: In allen Lebensbereichen des Bürgers strömt auf ihn unentwegt Propaganda ein. Nicht nur in allen Bereichen des Lebens, sondern auch in allen Lebensaltern.

Die »Wahrheiten« der Propaganda sind oft genug blanke Lügen, sonst bräuchten sie nicht ein Milliarden-Budget, Diffamierung der Zweifelnden und bisweilen Gesetze zu ihrem »Schutz«.

Zu begreifen, wie umfänglich die Lügen waren, die dir beigebracht wurden – die du bis eben noch geglaubt hast –, kann ein seelischer Schock sein. Als würde dir der sprichwörtliche Boden unter den Füßen weggezogen.

Die Lähmung

Nein, nicht alle von uns setzen sich diesem Schock aus. Millionen von Menschen im Westen – in Deutschland sogar eine wahlentscheidende Mehrheit – leugnen lieber, dass es ist, wie es ist. Sich die Wahrheit einzugestehen, auch in eigener Sache, ist für sie maximal angsteinflößend. Also leben sie lieber mit der Taubheit und Lähmung, die es mit sich bringt, aus einer unausrottbaren Stimme im Hinterkopf daran erinnert zu werden, dass alles Fürwahrgehaltene eine Lüge ist.

Die meisten Linken sind keine Psychopathen, doch sie versuchen, es zu sein, indem sie die Stimme unterdrücken, die sie daran erinnert, was Wahrheit ist und was nicht. Auch das lässt Linke stets zwischen Manie und Übellaune pendeln.

Die Freiheit

Wenn die Summe deines Lebens die Aufrechnung der Jahre und Gelegenheiten wäre, in denen du das tatsächlich Wahre für wahr gehalten hast, und wenn sich dein Fürwahrhalten aus deutscher Bildung und Propaganda speiste, stehst du heute schon bankrott da (und dich weiter bei ARD & ZDF zu informieren, wäre schlicht Insolvenzverschleppung).

Ja, es ist schockierend und beängstigend, dir einzugestehen, dass du im ganz großen Stil belogen wurdest. Ich versichere euch aber, dass es befreiend ist.

Trenne dein Selbstwertgefühl von der Frage, ob du bis heute immer die Wahrheit für wahr gehalten hast.

»Freiheit ist nur ein anderes Wort dafür, nichts zu verlieren zu haben«, so singt Janis Joplin – halb ironisch, halb wahr.

Irdische und insbesondere politische »Wahrheit« betreffend hast du wenig zu verlieren – weil du nie sehr viel besessen hast.

Ja, es war fast alles Lüge. Dir einzugestehen, wie gründlich du belogen wurdest, ist die eingestandene Niederlage, die in Wahrheit eine Freiheitserklärung ist.

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