Die Institutionen, denen wir vertrauten, werden ausgehöhlt, werden teils sogar von innen bekämpft und kaputtgemacht. Was tun?
Man hört über Deutschland: Niemand hasst Deutschland so sehr wie die deutsche Regierung. (Außer vielleicht Brüssel. Und wer sitzt dort? Eben.)
Die Amerikaner, die uns einst von uns selbst befreiten, sagen heute: Dafür sind unsere GIs gestorben?
Unsere Schublade
Die Mutigen und Aufrechten unter den DDR-Bürgern gingen einst gegen den Sozialismus auf die Straße. Dann mussten sie zusehen, wie die alten Funktionäre und Spitzel nicht nur ausnahmsweise wieder Karriere machten. Und vor allem, wie der alte Ungeist der DDR wiederkehrte. Jetzt in digital.
Die CDU sind heute die neuen Roten Socken. In einer kuscheligen Rotsocken-Schublade mit SPD und Grünen. Und wer etwas Böses über die neuen Roten Socken sagt, dem schicken die Genossen bald die Polizei ins Haus, auf dass diese zur Strafe buchstäblich seine Socken inspiziert, demütigende Fotos von der Unordnung macht und dann die Elektronik wegnimmt, um ihn von der Außenwelt abzuschneiden. (Merke: Auch wenn die Polizei dir zur Strafe für freche Meinung die Empfangsgeräte wegnimmt, musst du weiter die Zwangsgebühr bezahlen, sonst werfen sie dich auch noch ins Gefängnis. Die Propaganda läuft ja weiter, auch wenn du noch auf dein neues Radio vom Kombinat VEB Stern-Radio Berlin wartest.)
Mit Sofa, in Seele
Wohin soll sich also der Bürger flüchten? Gut dran ist, wer einen Innenhof hat, so schrieb ich mal. Den physischen Innenhof aus Mauern. Mit Sofa und Büchern – und abschließbarer Tür.
Zum und im Innenhof aus Stein braucht es den inneren Innenhof. Den Innenhof der Seele.
Zur Einrichtung des inneren Innenhofs aber braucht es einen Einrichter. Traditionell wurde die Einrichtung des inneren Innenhofs durch die Kirche erledigt.
Fast wie früher
Wer in Deutschland lebt, so höre ich, hat ein Problem, wenn er die Einrichtung des inneren Innenhofs von der Kirche erwartet. Das Angebot an Seelennahrung ist bei manchem Bischof so leer wie die Regale im Sozialismus. Ich zitiere einfach mal, was der neue Vorsitzende der Bischofskonferenz im deutschen Staatsfunk sagte: »Es kann auch nicht sein, dass wir nur auf die Eucharistie fixiert sind! Natürlich ist sie wichtig, aber das Zweite Vatikanische Konzil …« (deutschlandfunk.de, 12.04.2020) – Der Wissende seufzt, und der Zuschauer wundert sich.
Über ihre Betätigung
Doch auf Familien, als innerste der relevanten Strukturen, auf die ist noch Verlass, oder?
Nun, auf dem geduldigen Papier des Grundgesetzes steht:
Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung. Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht. Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft.
Laut der vom ZDF verbreiteten Hetze der Amadeu-Antonio-Stiftung (geleitet von einer ehemaligen Stasi-IM, siehe oben), ist die Bewertung von »Familie als Stütze der Gesellschaft« ein Kennzeichen von Extremismus, den es natürlich zu bekämpfen gilt (Quellen: @OERRBlog, 22.02.2026, amadeu-antonio-stiftung.de, 25.02.2026). (Ob der Verfassungsschutz die mal unter die Lupe nimmt? Hahaha, der kooperiert vermutlich mit denen.)
Die Statistiken und Erfahrungswerte zeigen, dass nicht wenige Frauen solchen bösen Propagandalügen glauben. Entweder die Frauen gründen gar nicht erst eine Familie. Oder sie verlassen oder vernachlässigen die Familie, um die Profite irgendeines Unternehmens zu mehren. Ach, man ist ja schon froh, wenn Kinder nicht erst gezeugt und dann aus »Karrieregründen« getötet werden.
Aber nicht »nur«
Alle, wirklich alle menschlichen Institutionen, auf die wir bauten, werden von innen – und vom Kopf her – kaputtgemacht.
Nicht einmal der »gesunde Menschenverstand« ist heute eine vertrauenswürdige Instanz. Ein aktuelles Beispiel: In Würzburg wurden Zeugen Jehovas von einem Afghanen mit einem Messer attackiert (bild.de, 23.02.2026). Drei Verletzte. Die Antwort des öffentlichen Menschenverstandes in Würzburg? Richtig: eine Demo der »Omas gegen Rechts« (@DrLuetke, 25.02.2026). Eine Menschenkette ums Rathaus, um »die Demokratie« (gemeint: die Verantwortlichen) zu »schützen« (vor der Wut als Konsequenz des Leides, das sie verursachen).
Warum aber schreibe ich das? Schreibe ich es »nur«, um mein Leid mit euch zu teilen, zwecks gemeinsamer Katharsis?
Jein. Auch das, ja, aber nicht »nur«.
Ich will euch und mir deutlich machen: Es ist unwahrscheinlich, dass du oder ich ein Zuhause finden oder bewahren, wenn wir auf die »Institutionen« bauen. Also müssen wir anders denken und dann anders handeln.
Gar nicht selten
Institutionen sind ja nicht per se schlecht! Die Krise ist aber: An diesem Punkt der Geschichte fallen mir sehr wenige Institutionen ein, auf die wir uns lange verließen, von denen wir sogar abhängig sind, deren Führung aber nicht die Substanz und die heiligsten Werte ebendieser Institution attackiert.
Der narzisstische Zeitgeist empfiehlt den Menschen schon mal, »sich selbst zu finden«. Es ist meist ein Irrweg, denn einiges von dem, das wir in uns vorfinden, ist derart gruselig, dass wir uns in der Folge erst mal betäuben wollen, ob mit Alkohol, Lust, Konsum oder – gar nicht selten – totaler Leugnung aller erhabenen Werte.
Und doch ist es nun einmal das Ich mit seinen Handlungen, für die der Mensch verantwortlich ist, die der Mensch steuern kann (oder zumindest steuern können sollte).
Nicht auf Menschen
Wenn du mir zustimmst, dass deine Gedanken und deine Handlungen es sind, die dich ausmachen, dann ist es jetzt höchste Zeit, die Umstände deines Denkens und Handelns neu zu prüfen – und womöglich neu aufzustellen.
»Verlasst euch nicht auf Fürsten, nicht auf Menschen, die ja nicht helfen können!«, so warnt Psalm 146:3. Wir spüren heute in den Knochen, wie wahr und wichtig das ist.
Weiterschreiben, Wegner!
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Der Essay Verlasst euch nicht auf Fürsten von Dushan Wegner ist auch online zu lesen: https://www.dushanwegner.com/essays/nicht-auf-fuersten/, und auf dushanwegner.com finden sich noch viele weitere Texte, Bücher und sogar T-Shirts zum Thema!
