Wir erleben einen neuen globalen Versuch des Sozialismus – die Macht elitärer Zirkel an traditionellen Rechtfertigungen vorbei. Die erste Ordnung, die du heute wirklich ändern musst (und kannst), ist deine innere.

Ich schrieb einst täglich über Politik. Ich nahm eine Nachricht zum Anlass, die Conditio humana zu reflektieren, die Ursachen und deren Ursachen zu deuten. Heute aber lässt sich die politische Tageslage jeden Tag aufs Neue in einem einzigen Satz zusammenfassen: Wir erleben einen neuen Versuch des Sozialismus, die Weltherrschaft an sich zu reißen.

Mit Sozialismus meine ich Strategien für die Erlangung von Macht an traditionellen und bewährten Rechtfertigungen vorbei (siehe auch »Die Erklärung beginnt mit »Soz««). Der Name »Sozialismus« ist semi-zufällig und irreführend. Strategien zur Machterlangung an etablierten Mechanismen vorbei setzen häufig populistische Versprechen zur Rechtfertigung ihrer Revolution ein. Das kann das Versprechen einer »sozialen« Gesellschaft sein. Es kann aber auch das Versprechen einer »ökologischen« oder »durchgeimpften« Gesellschaft sein – was auch immer gerade zieht. Grundsätzlich gilt aber, dass die Revolution ihre Kinder frisst. Umstürzler werden hingerichtet, Öko-Blockierer landen vor Gericht, Seriengeboosterte plagen sich mit Impfschäden.

Ja, wir erleben den nächsten globalen Versuch, einen Sozialismus zu etablieren, sprich: die Macht eines elitären Zirkels an traditionellen Macht-Rechtfertigungen vorbei. Einen neuen Bolschewismus.

Einem Bürokraten zu missfallen

Der neue, globale Sozialismus ist wieder mörderisch. Und er schätzt den Wert des menschlichen Lebens wieder sehr gering. (Habt ihr mitbekommen, in wie vielen Ländern plötzlich wieder Euthanasie betrieben wird? In den Niederlanden werden sogar autistische, depressive Jugendliche vom Staat getötet; dieser Tage wieder. Schaut in die Augen der Person, die dort hinter der Tötung als der finalen »Therapie« steht: theatlantic.com, 17.3.2026.)

Der neue Sozialismus vernichtet wieder Andersdenkende (berliner-zeitung.de, 04.09.2026). Ohne Anklage, ohne Verfahren, ohne auch nur einen einzigen Beweis. Einem Bürokraten zu missfallen genügt.

Der neue Sozialismus attackiert Bürger, die sich über die Genossen lustig machen – in Hunderten geheimer Strafverfahren (msn.com, 8.4.2026). Und wer sich über den neuen Sozialismus beschwert, dem wird unter anderem verboten, seiner Familie ein Eigenheim zu kaufen (nius.de, 01.09.2026).

Der neue Sozialismus verhöhnt wieder Grundrechte, Völkerrecht und Menschenwürde. Und er kennt keine Rücksicht auf die eigenen Bürger. Ich könnte hierzu ebenfalls Links vorlegen. Doch es sind teils widerliche Verbrechen – ihr kennt sie vermutlich selbst.

Es wohl ohnehin nicht wissen

Ich schrieb einst täglich über Politik. Ich nutzte Politik als Anlass, unser geteiltes Menschsein zu erforschen. Was braucht es, um in diesen Zeiten ein Mensch zu bleiben, also weder zynischer Egomane noch willenloses Schaf in der Menge zu werden? Was braucht es, um mit dieser Perspektive weder sich in irrealen Illusionen zu verlieren noch an vermeintlicher Aussichtslosigkeit zu verzweifeln?

Ich schreibe noch immer mit diesen Anliegen im Herzen. Doch ich schreibe weit weniger über Politik, wenn überhaupt.

Es ist kein Zufall, dass über die Schnittmenge des Relevanten und des Wahren zu schreiben dich heute ins Blickfeld der Zensoren bringen kann. Und EU-Zensoren verbieten heute nicht »nur« das Wort, sie vernichten den Menschen und seine Familie gleich mit.

Doch mehr noch als die Gefahr durch die Totalitären schreckt mich tatsächlich die Zeitverschwendung. Zu oft gilt heute: Wer weiß, der weiß – und wer nicht weiß, der will es wohl ohnehin nicht wissen. Warum also soll man riskieren, ins Gefängnis geworfen oder wirtschaftlich vernichtet zu werden, weil man Leuten eine Wahrheit sagte, die sie gar nicht hören wollen?

Mich schreckt auch die potenzielle Langeweile aller Beteiligten, wenn ich dasselbe wieder und wieder sage. Wenn heute dasselbe dringend ist wie gestern, will es doch keiner noch mal lesen.

Mein wichtigster Grund aber, weniger über Politik zu schreiben, ist schlicht der, dass meine Motivation noch immer dieselbe ist wie damals, vor einem Jahrzehnt. Ich will darüber schreiben, was nach meiner besten Erkenntnis das Dringlichste ist.

Die Reihenfolge der Sorgen

Ich denke weiter und immer wieder an jenen Gebet gewordenen Rat:

Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann; den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann; und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
– Gelassenheitsgebet von Reinhold Niebuhr

Das womöglich Einzige und auf jeden Fall Dringendste, das du heute ändern kannst, ist deine innere Ordnung, dein Verhältnis zum großen Ganzen, dein Sinn.

Deshalb arbeite ich an latinprayer.org. Deshalb wende ich die Bibel an. Deshalb hebe ich den Blick vom Unmittelbaren hoch zum Ewigen.

Wer sich Christ nennt, für den ist die Reihenfolge der Sorgen recht klar vorgegeben:

Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles hinzugegeben werden.
Matthäus 6:33

Sicher, man könnte sein Trachten auch anders anordnen. Man könnte zuerst nach der Politik des Tages oder dem persönlichen Vorteil »trachten«. Doch wir sehen um uns her, ob und wie gut das funktioniert.

E-Mail-Abo

Lassen Sie sich automatisch benachrichtigen, sobald ich hier etwas Neues veröffentliche! (Gratis, jederzeit abbestellbar.)

Der Essay Der neue Sozialismus – und warum ich weniger über Politik schreibe von Dushan Wegner ist auch online zu lesen: https://www.dushanwegner.com/essays/warum-ich-weniger/, und auf dushanwegner.com finden sich noch viele weitere Texte, Bücher und sogar T-Shirts zum Thema!