03.09.2022

Das Opfer als Täter

von Dushan Wegner, Lesezeit 6 Minuten, Foto von David Watkis
Grüner inszeniert »rechte« Taten gegen sich selbst – und BMI lässt zur »Bekämpfung des Rechtsextremismus« tagen. Zufall? Eher Symptom der Zeit. Es kann Vorteile haben, als Opfer dazustehen, und auch Fake-Hakenkreuze rechtfertigen den »Kampf gegen Rechts«.
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Im genialen Musical »The Producers« von Mel Brooks, das die Produktion des fiktiven Musicals »Springtime for Hitler« thematisiert – heute unvorstellbar, aus vielen Gründen – da stellen der Musical-Produzent Max Bialystock und dessen neuer Buchhalter Leo Bloom erstaunt fest, dass man mit einem Musical unter Umständen mehr Geld verdient, wenn es floppt, als wenn es ein Erfolg ist.

Es erinnert mich an Deutschland und Teile der USA heute: Die Rolle als »Opfer« ist – wenn man »seine Karten richtig ausspielt« – weit profitabler, als sich den Weg traditioneller Arbeit aufzubürden.

Als »Opfer« zu gelten, das könnte eine politische Karriere weit effektiver befördern, als die Ochsentour der Ausschüsse und Arbeitskreise zu durchleiden.

Keine Arbeitsmoral? Keine Beziehungen? Kein Charisma? Kein Problem! Erkläre dich zur Minderheit und als solche zum Opfer. Wer sich dann noch deinem Durchmarsch durch die Institutionen verweigert, den darfst du – ob du noch bei Trost bist oder nicht – getrost als einen rassistischen Rassisten schimpfen!

Desto feuriger der Kampf

Als Essayist bin ich Chronist einer Auswahl täglicher, gegenwärtiger Phänomene. Ich muss aufgreifen und ausbuchstabieren, was mich erschüttert. Ich muss auf gelebte Widersprüche hinweisen. Ich muss all die täglichen Lügen aus dem Nebel der Selbstverständlichkeit herausheben.

Heute jedoch, meine lieben Leser, zwingt sich geradezu die Gelegenheit auf, beides zugleich zu tun – mit denselben zwei Nachrichten!

Da wäre einmal die neueste Ankündigung des Innenministeriums (aktuell formell unter der peinlichen Nancy Faeser), das wieder mal dem »Rechtsextremismus« den Krieg erklärt. (Siehe bmi.bund.de, 2.9.2922. Die Cookie-Meldung enthält aktuell, Stand 3.9.2022, übrigens »Dark Patterns«, siehe Wikipedia: »Alle auswählen« ist hervorgehoben. Die Eingeweihten wissen Bescheid und ziehen ihre Schlüsse.)

Es erübrigt sich beinahe, noch über den ewigen Krieg Deutschlands gegen den »Rechtsextremismus« zu schreiben. Je länger das Dritte Reich tot ist, umso stärker wird der Widerstand gegen Hitler und die Seinen (Johannes Groß, zitiert von Henryk M. Broder in achgut.com, 9.9.2010).

In der realen Realität sind es die linksextremen Terrorbanden der Antifa, welche mit Gewalt die Bürger daran zu hindern versuchen, an der Demokratie teilzuhaben. Es sind Islamisten, die ihre Autos in Bürgergruppen fahren und mit Messern auf Kuffar losgehen.

Jedoch, wir sind Linke! Was kümmert uns die Realität, unser Weltbild ist auf Ideologie gebaut!

Die Regierung ist auf allen Augen blind, außer auf dem Rechten, und auf dem erleidet sie die wildesten Halluzinationen.

Apropos Halluzinationen: Da wäre noch eine andere Meldung, die vielleicht erklären könnte, wie es zu diesen Halluzinationen kommt!

Als normaler Bürger rätselt man ja zuweilen, wo die Politik all diese »Rechtsextremen« sieht. Mit einem Mitbürger zu sprechen, welcher Regierung und Staatsfunk glaubt, das ist wie mit einem irren Sektenjünger zu reden, der überall irgendwelche Dämonen sieht – die eben nur er sieht.

Ein Teil der Antwort auf die Frage nach den rätselhaften Rechtsextremen lautet, dass man jede Kritik an der jeweils gültigen Einheitsmeinung als »rechtsextrem« etikettiert.

Der andere Teil der Antwort ist, dass man »rechtsextreme« Taten schlicht erfindet, indem man etwa selbst Hakenkreuze kritzelt.

Aus den verheerenden Jahren 2015/2016 erinnern wir uns etwa an die Hakenkreuz-Schmiererei jenes syrischen Brandstifters (welt.de, 10.4.2016). Ja, es gab Mahnwachen und Kundgebungen gegen Fremdenfeindlichkeit, der Pfarrer zeigte sich tief betroffen, das ganze Kladderadatsch einer auf Lügen und Legenden bauenden Empörungsindustrie.

Längst nicht jedes Fake-Hakenkreuz wird aufgeklärt – nicht viele Instanzen haben ein Interesse daran. Der »Kampf gegen Rechts« ist eine Industrie, und Hakenkreuz-Schmierer liefern den Rohstoff dieses unmoralischen, aber einträglichen Gewerbes.

Der neueste Rohstoff-Lieferant für den wenig moralischen »Kampf gegen Rechts« ist laut aktuellen Meldungen ein (inzwischen ausgetretener) Grüner nanens Manoj Subramaniam. (focus.de, 2.9.2022)

Das Weltbild von Linken ist bekanntlich auf Lügen gebaut. Jemand muss ihnen aber diese Lügen liefern, und nicht selten liefern sich die Linken die für ihr Weltbild notwendigen Lügen einfach selbst.

Manoj Subramaniam, bis eben noch Ratsherr der Grünen in Erkelenz, hatte gemeldet, dass auf sein Auto ein (spiegelverkehrtes) Hakenkreuz gemalt worden, ja, das jemand ihn sogar einen Juden genannt hatte (rp-online,de, 2.9.2022). Der Staatsschutz der Aachener Polizei wurde eingeschaltet (bild.de, 3.9.2022). Alles Lüge, alles Grün, alles Links – und alles neues Futter für den »Kampf gegen Rechtsextremismus«.

Der Erkelenzer Stadtrat und so mancher Politiker solidarisierten sich. Inzwischen werden die Seiten peinlich berührt gelöscht, doch man findet das linke Gesülze noch als digitale Spuren: »Politiker*innen dürfen bei solchen Bedrohungen nicht alleine gelassen werden und es ist eine Aufgabe von uns allen Rechtsextremismus und Antisemitismus entschieden entgegen zu treten.« (Quelle: kathrinhenneberger.de, »Solidarität für Manoj Subramaniam«, via archive.org, Stand 10.7.2022)

Offenbar war für denjenigen, der dieses Zeug auf sein Auto gekritzelt hatte, der Begriff »Jude« ein wirklich übles Schimpfwort. Ja, es war ein Grüner und damit ein Linker. Wieder einmal war es das vermeintliche Opfer selbst, das die Hakenkreuze und die anderen Kritzeleien erschuf.

Vermutlich hatte sich der Grüne bei all dem kaputt gelacht, wie einfach man unter Linken als angebliches »Opfer« an Aufmerksamkeit gelangt.

Opfer zu sein, das hat in Deutschland des wirren 21. Jahrhunderts echte, handfeste Vorteile, für welche man dann auch das Risiko in Kauf nimmt, erwischt zu werden.

Wer ihn in einem Jahr noch dafür kritisiert, der wird eben wieder als »Rechter« beschimpft werden.

»Shut up«

Im Musical »The Producers« blafft Max Bialystock an einer Stelle: »Shut up, I’m having a rhetorical conversation«, zu Deutsch etwa: »Halt die Klappe, ich habe hier eine rhetorische Konversation.«

Wer mit mehr als zwei aktiven Gehirnzellen gesegnet ist (oder, je nach Deutung: gestraft), der sieht schon lange, dass die linke Debatte um Rechtsextremismus zu weiten Teilen ein Selbstgespräch ist.

Warum soll man denn noch arbeiten und Steuern zahlen, wenn man ein paar Hakenkreuze malen (lassen?) und sich politisch inszenieren kann?

Nun, am Ende gewinnt bekanntlich immer wieder die Realität, und den aktuellen Zustand Deutschlands oder auch nur der deutschen Debatte vermag ich (noch) nicht vollumfänglich als auch nur vorübergehend endgültige Realität anzuerkennen.

Nicht gegen die Gespenster

»Leo, he who hesitates is poor«, so erklärt Max Bialystock in jenem Musical; zu Deutsch etwa: »Wer zögert, ist arm.«

So mancher Grüne und Ehren-Grüne kann heute nicht widerstehen, durch Opfer-Status dem Reichtum näher zu kommen, und damit will er auch nicht zögern – der Profit lockt!

Wenn es jedoch in der braven deutschen Realität nicht genug »böse Rechte« gibt, dann erfindet man sie – oder macht sich gleich selbst zum »Opfer«.

Die Regierung, die Presse und die ungezählten Propaganda-Vereine sind derweil denkbar dankbar. Jedes gekritzelte Hakenkreuz bedeutet mehr Einträge in der Statistik »Straftaten Rechts«, mehr Rechtfertigung im Krieg gegen Andersdenkende, mehr Geld im inzwischen zur Karrikatur seiner selbst gewordenen »Kampf gegen Rechts«.

Und, konkret für die Politik: Mehr »Opfer« bedeuten mehr Möglichkeiten zur Ablenkung vom realen Treiben des politischen Personals, Ablenkung vom eigenen moralischen und politischen Versagen.

Wie viel besser als ein Fake-Opfer ist ein Kampf-gegen-Rechts-Politiker, der durch diesen seinen Kampf vom Versagen der Politik ablenkt?

Es wäre zumindest freundlich, und es wäre ernsthaft zu begrüßen, wenn die Politik sich zur Abwechslung wieder einmal der Realität zuwenden würde – und nicht den von linken Lügnern ausgedachten Gespenstern.

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