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In zynischen, nihilistischen Zeiten ist es ein wohltuender, heilsamer Skandal, mit dem Glauben eines Kindes zu sagen: Ja, Er ist auferstanden, wie Er es sagte.

Ich schreibe diesen Text am Morgen des Ostersonntags, halb ausgeschlafen. Wir waren zur Osternacht.

Wir hielten Kerzen, sangen und beteten. (Interessantes Detail: Ein anwesender Gast, der offenbar mit sich haderte und doch da war, geriet in schäumende Wut, war offensichtlich erschüttert, als der Priester uns alle und also auch ihn mit Weihwasser besprengte. Wenn ich nicht sowieso schon an die reale Kraft von Weihwasser geglaubt hätte, jetzt würde ich es glauben. Wir nahmen eine Flasche extra mit.)

Heute ist nun Ostersonntag. Auferstehung Jesu Christi.

Es ist ratsam und erbaulich – schon der kulturellen Bildung wegen! –, die ganzen Berichte um die Auferstehung zu studieren (etwa in Matthäus 28).

Nach Ablauf des Sabbats (siehe »Den Geistern im Gefängnis«) wollen Frauen aus Jesu Gefolgschaft nach Seinem Grab sehen. Es gibt aber ein Erdbeben, und der Stein vom Grab wird fortgerollt.

Ein leuchtender Engel erscheint. Die Grabwächter erstarren vor Angst.

Und dann wird den Frauen als Zeugen (sehr ungewöhnlich für damals!) die Auferstehung verkündet:

Der Engel aber wandte sich an die Frauen mit den Worten: »Fürchtet ihr euch nicht! Denn ich weiß, daß ihr Jesus, den Gekreuzigten, sucht.
Er ist nicht (mehr) hier, denn er ist auferweckt worden, wie er es vorausgesagt hat. Kommt her, seht euch die Stelle an, wo er gelegen hat.
Geht nun eilends hin und sagt seinen Jüngern: »Er ist von den Toten auferweckt worden und geht euch voran nach Galiläa; dort werdet ihr ihn wiedersehen; beachtet wohl, was ich euch gesagt habe!«
Matthäus 28:5-7

Es ist ein Skandal, und das ist gut so. Lasst mich erklären!

Für die Heiden eine Torheit

In Zeiten universeller Lüge, so haben wir gelernt, ist es ein revolutionärer Akt, die Wahrheit zu sagen. (Und also wird es als Systembedrohung verfolgt.)

In skandalösen Zeiten aber ist es der wahre Skandal, wenn dein Leben und dein Glaube kein Skandal sind.

Heute, in zynischen Zeiten, in denen die Autoritäten an nichts glauben, in denen die Mächtigen Kriege planen und Pandemien verwalten (und dabei bisweilen mit Masken und Waffenaktien gut verdienen), in diesen Zeiten ist ein Skandal, zu sagen: Ja, ich glaube, dass Christus auferstanden ist.

Denn während einerseits die Juden Wunderzeichen fordern, andrerseits die Griechen Weltweisheit verlangen, verkünden wir dagegen Christus als den Gekreuzigten, der für die Juden ein Ärgernis und für die Heiden eine Torheit ist; denen aber, die berufen sind, sowohl den Juden als auch den Griechen, (verkünden wir) Christus als Gotteskraft und Gottesweisheit. Denn die Torheit Gottes ist weiser als die Menschen (sind), und die Schwachheit Gottes ist der Stärke der Menschen überlegen.
1. Korinther 1:22-25

Was wir als Ärgernis übersetzen, ist tatsächlich das griechische Wort σκάνδαλον – Skandalon. Im griechischen Sinn bedeutet es »Stein des Anstoßes«. Wir dürfen beides verstehen: Stolperstein und Skandal.

Wenn ihr nicht umkehrt

Ja, es ist ein halber Skandal, heute die schlichte Wahrheit auszusprechen, dass Jesus ein Jude war, der sich erst an die Juden wandte – und verstoßen wurde. Dass Jesu Botschaft für die Heiden eine »Torheit« ist – und doch diese überwinden wird, so wie Jesu Liebe und Lehre etwa die Gewalt eines Dschingis Khan weit überleben wird.

Es ist ein Skandal, auch wirklich zu glauben, dass das Brot sein Leib ist, nicht »symbolisiert«.

Wir wissen eigentlich, dass gilt:

Wahrlich ich sage euch: Wenn ihr nicht umkehrt und wie die Kinder werdet, so werdet ihr nimmermehr ins Himmelreich eingehen.
Matthäus 18:3

Mehr Mut zum Skandal! In zynischen Zeiten sei der Skandal gewagt, das Gegenteil von Zynismus zu leben. Staunt wie die Kinder, denen alles neu und wunderbar ist. Und dann glaubt wie Kinder, denn ihnen gehört das Himmelreich.

Ja, es ist ein ach so wohltuender Skandal, eben mit dem »Glauben eines Kindes« zu wissen: Resurrexit sicut dixit. – Er ist auferstanden, wie Er es sagte.

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Der Essay Es ist ein Skandal (und das ist sehr gut so) von Dushan Wegner ist auch online zu lesen: https://www.dushanwegner.com/essays/es-ist-ein-skandal-und-das-ist-sehr-gut-so/, und auf dushanwegner.com finden sich noch viele weitere Texte, Bücher und sogar T-Shirts zum Thema!