Es braucht einen Aufstand der Anständigen, so sagte mal ein Deutscher. Ach, leider sind die Anständigen zugleich auch kluge Leute, und es gilt bekanntlich: Der Klügere gibt nach. Deshalb wird dein Lieblingsland von (vermeintlich!!) Dummen regiert.
Die wirklich Anständigen werden nach aller Lebenserfahrung ebensowenig einen Aufstand auf die Beine stellen, wie sie erfolgreich einen Bahnsteig besetzen würden. (Zumindest ohne eine Bahnsteigkarte zu lösen, wusste schon Herr Lenin, Kumpel des furunkelarschigen Satanisten Karl Marx.)
Irgendwas mit den Buchstaben
Wenn Anstand noch ein Bein hätte, auf dem er in deutschen Landen stehen könnte, würde er gewiss zustimmen (und es auch so meinen), wenn ich nun sage: Eine anständige Regierung sollte sich zumindest an die 10 Gebote halten!
»Gewiss, gewiss«, so werdet ihr murmeln und nicken – vor allem, weil ihr nicht sofort bedenkt, was in den 10 Geboten eigentlich so drinsteht.
Etwa dass es genau einen Gott gibt. (Und der heißt irgendwas mit den Buchstaben Y, H, W und wieder H, was aber aus jüdisch-pastoralen Gründen als »Adonai« ausgesprochen wird.)
Oder dass man nicht ehebrechen soll. Und für richtige Christen ist bereits das phantasievolle Angucken einer anderen Frau ein Ehebruch. (Ja, ernsthaft.)
Doch ich verstehe euch. Und auch die halbinformierte Öffentlichkeit findet Resonanz in mir. Dass die Regierung den 10 Geboten folgen soll, bedeutet schlicht, dass sie halbwegs anständig agieren soll. Ach, in diesen Zeiten ist man ja bescheiden: Ich will, dass die Regierung zumindest Anstand heuchelt. (Ist Anstand zu heucheln nicht selbst schon eine minimale Form von Anstand? Wir sind Bettler in diesen Zeiten, wir haben dankbar zu sein.)
Doch dass man nicht töten soll, darüber sind wir uns einig. Und wenn wir töten, dann nennen wir das anders. (Zum Beispiel, wenn wir Kinder töten, weil die Mama lieber Party oder PowerPoints machen will, als eben Mama zu sein, dann ist das Töten nicht Töten, sondern Feminismus und gelebte Selbstbestimmung.)
Und dann das Lügen!
Ach, das Lügen! Es wäre wirklich gut, wenn es aufhören würde. Oder wenn es zumindest weniger wäre. Oder – wieder: Ach! – wenn es nicht ganz so offensichtlich geschähe.
Etwa dies: Herr Wadephul, also die aktuelle Frau Baerbock, wird vom deutschen Auswärtigen Amt aktuell so zitiert:
Es waren Menschen aus der Türkei, die das Wirtschaftswunder möglich gemacht & Deutschland mit aufgebaut haben.
– @AuswaertigesAmt, 17.10.2025 / archiviert
Trümmertürken statt Trümmerfrauen? Das ist unwahr.
Zur blanken Propaganda
Die türkischen Gastarbeiter kamen erst nach dem Wiederaufbau – und als das sogenannte Wirtschaftswunder bereits lief. Sogar die heute (nach bescheidener Meinung dieses arroganten Essayisten) zur blanken Propaganda neigende »Bundeszentrale für politische Bildung« stellt fest (bpb.de, 27.10.2021), dass das »Anwerbeabkommen« solide 16 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs unterzeichnet wurde.
Sogar die heute (nach privater Meinung dieses öffentlichen Essayisten) tendenziell linksradikale FAZ meinte 2011 noch, dass die türkischen Gastarbeiter in Deutschland auch und wesentlich der Türkei halfen!
Das Gebot, wonach man nicht lügen soll, besagt eigentlich, dass man nicht falsch Zeugnis wider seinen Nächsten abgeben soll. Der deutsche Außenminister, Herr Wadephul, gibt falsch Zeugnis wider sein Land ab.
Wenn der Wadephul gewusst haben sollte, dass seine Aussage unwahr ist, dann war seine Aussage eine Lüge.
Wenn er sie aus Unwissenheit gemacht haben sollte, würde sie spätestens dann zur Lüge, wenn er sie unwidersprochen im öffentlichen Raum stehen lässt, nachdem er auf den Irrtum hingewiesen wurde.
Die du dir selbst
»Ha!«, magst du jetzt sagen, »die Re-gier-ung, die mag lügen. Ich aber rümpfe mit Recht und Entrüstung meine Nase, denn ich bin kein Lügner.«
Ich aber antworte dir: Ich weiß, dass ich mich selbst belüge. Ich weiß es aus Erfahrung, dass sich im Nachhinein allzu oft herausstellte, dass ich mich selbst belogen hatte. Mal hier, mal da.
Und wenn du dich nicht über mich (und den Rest der Menschheit) auf beleidigende Art erheben willst, gestehe zu, dass auch du dich belügst.
Ja, forsche nach den Lügen, die du dir selbst erzählst!
(Und sei nicht zufrieden damit, dass du weniger lügst als Politiker. Du rühmst dich ja auch nicht, schneller laufen zu können als ein Regenwurm – oder mehr Rückgrat zu haben als dieser.)
Weiterschreiben, Wegner!
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Der Essay Trümmertürken statt Trümmerfrauen? von Dushan Wegner ist auch online zu lesen: https://www.dushanwegner.com/essays/truemmertuerken-statt-truemmerfrauen/, und auf dushanwegner.com finden sich noch viele weitere Texte, Bücher und sogar T-Shirts zum Thema!
