Das ist, was wir über den (bis zur Verurteilung: mutmaßlichen!) Charlie-Kirk-Attentäter wissen: Er heißt Tyler Robinson und ist (also zur Tatzeit) 22 Jahre alt.
Er wuchs in einer konservativen Familie auf. Über die Berufe der Eltern kursieren unterschiedliche Angaben. Laut einigen Quellen soll der Vater für »law enforcement« (z. B. die Polizei) gearbeitet, laut anderen (siehe bbc.com, 12.09.2025) ein Geschäft für Küchenarbeitsplatten betrieben haben. Die Mutter soll wohl Sozialarbeiterin sein.
Die gesamte Familie soll Mitglied der Mormonen sein. Der Glaube der Mormonen spricht von »Gott« und »Jesus«, tatsächlich ähnelt ihre Kosmologie mit fernen Sternen, fremden Welten und vergöttlichten Menschen eher einer Science-Fiction-Mythologie wie bei Scientology als christlicher Theologie. Nichtsdestotrotz sind moderne Mormonen aktiv und ernsthaft bemüht, ihre gelebten Werte denen der Christen anzupassen. Du kannst also Mormone sein und paradoxerweise sowohl dennoch als auch deshalb konservative christliche Werte leben.
Alles in allem galt die Familie Robinson wohl als anständige, konservative Familie, die seit jeher Waffen besessen und in der Freizeit das Schießen geübt hatte. Was Amerikaner eben so tun, wenn sie mal die Seele baumeln lassen wollen.
Der Sohn Tyler studierte eine Zeit lang an der Utah Valley University, wo er nun auch seine Tat verübte. Obwohl er ein großzügiges Stipendium erhielt, unterbrach er sein Studium und begann eine Ausbildung zum Elektriker am Dixie Technical College. (Hinweis zwischendurch: All diese Informationen habe auch ich mir online zusammengesucht. Sie sind so präzise und aktuell wie Informationen in einer solchen Situation sein können.)
In den letzten Jahren aber, so berichten Familie und Freunde, veränderte sich Tyler Robinson. Er wurde »politisiert«.
(Übrigens, wie @_HMSP korrekt bemerkt: Wenn Linke sagen, er sei ein intelligenter junger Mann aus einer stabilen Familie gewesen, also könne er kein Linker gewesen sein, dann ist das eine unfreiwillige Selbstoffenbarung, aber kein so starkes Argument, wie diese Linken zunächst meinen könnten.)
Ein Reddit-Kid
Man liest, dass der Vater nach einem Gespräch mit einem Geistlichen den Sohn selbst zur Polizei brachte. Gruselig, sich vorzustellen, was in diesem Vater vorgeht – was sein restliches Leben lang in ihm vorgehen wird.
Die Kommilitonen berichten, dass Tyler viel Zeit im (bis auf zeitweilige und örtliche Ausnahmen) stramm linken, ultra-woken Online-Forum »Reddit« verbrachte (@iAnonPatriot, 12.09.2025). Freunde nennen ihn ein »weird Reddit-Kid«.
Ein »Reddit-Kid« ist ein Jugendlicher, der roboterhaft die auf Reddit gelesenen linken Parolen wiedergibt, der überall »Faschisten«, »Nazis« und »Hass« sieht.
In Gesprächen mit seiner Familie soll Tyler Robinson zuletzt geschimpft haben, Charlie Kirk sei »voller Hass« (bild.de, 13.09.2025, euronews.com, 09.12.2025). Und auf eine der Patronen schrieb er: »Hey Faschist! Fang!« (nypost.com, 12.09.2025)
Nicht-Meinung, Nicht-Mensch
Zumindest in westlichen Staaten war man lange Zeit bemüht, so zu tun, als würde man freie Meinungsäußerung verteidigen. Neue Totalitäre übernahmen also einen rhetorischen Trick von sozialistischen Staaten wie der DDR, um abweichende Meinungen aus diesem Schutz herauszunehmen. Wer die Tagesparolen hinterfragte oder auf logische Widersprüche hinwies, dessen Meinung wurde zur »Nicht-Meinung« erklärt. 2018 brachte ich es auf diese Formel: »Deine Meinung ist Hass, und Hass ist keine Meinung«.
Es gilt in den meisten westlichen Staaten als illegal (oder zumindest als unfein), zur Tötung anderer Menschen aufzurufen. Also bedienen sich politische Menschenfeinde eines rhetorischen Tricks: Man ordnet den politischen Gegner in eine Kategorie ein, bezüglich derer wir von Hollywood über Jahrzehnte dressiert wurden, dass für sie keine Menschenrechte gelten, dass für jeden von ihnen automatisch Tod, Folter und Demütigung gerechtfertigt seien. Sprich: Man erklärt den politischen Gegner zum »Nazi« oder »Faschisten« – und damit hat man es gefühlt legitimiert, ihn zu töten.
Wer seinen politischen Gegner als »Nazi« und »Faschist« verunglimpft, der will diesen Menschen »sozial töten«. Wenn linke Politiker und Aktivisten ihre politischen Gegner als »Nazis« und »Faschisten« bezeichnen, sagen sie damit implizit: »Eigentlich würde ich dich am liebsten töten, aber da dies derzeit nicht problemlos möglich ist, töte ich dich politisch und sozial.«
Es ergibt einen perversen Sinn, dass so viele Linke feixend oder sogar offen euphorisch auf die Ermordung von Charlie Kirk reagierten. Tyler tat doch, was sie sich (noch) nicht trauten.
Die Absicht der Linken, die dich einen »Nazi« nennen und deine Meinung als »Hass« abtun, und die Absicht des (mutmaßlichen) Charlie-Kirk-Attentäters sind im Prinzip dieselben: abweichende Meinungen zum Schweigen bringen. Der Attentäter war nur konsequenter.
Bald, im Oktober, werden sie wieder den Tag der Deutschen Einheit feiern. In Amerika rufen besonders jene, welche politisch auf Seite der mutmaßlichen Attentäters sind, wohlfeil nach Unity, also Einheit. Doch es kann keine »Einheit« mit Leuten, die dich zum Schweigen bringen wollen – und wenn es ihnen nicht anders gelingt, dann eben auch zum endgültigen Schweigen.
Das war ja genau Charlie Kirks Fehler! Er (ver-) suchte den Dialog, er suchte das Gemeinsame mit Menschen, die sehr anderer Meinung waren. Keine Einheit in der Meinung, aber Einigkeit zumindest darin, dass Gespräch notwendig ist.
»Wo das Gespräch aufhört, beginnt die Gewalt«, so pflegte Charlie Kirk zu sagen. Nun, solche Linke wollen Gewalt, genau damit das Gespräch endet. Mit solchen Linken wirst du keine Einheit finden, keinen Frieden außer deinem letzten Frieden.
Und dann plane
Ja, ich will, dass du dich nach dem Lesen meines Essays besser fühlst. Doch nicht »besser«, indem ich dich in die Watte süßer Illusionen und billiger Durchhaltesprüche packe.
Du sollst dich mit mir besser fühlen, weil klar ist und ausgesprochen wurde, was der Fall ist: Gefährlich viele deiner Mitmenschen halten dich für einen »Nazi« und deine Meinung für »Hass« – und sie würden es begrüßen, wenn du zum Schweigen gebracht würdest. Nein, sie wollen nicht deinen Tod, doch wenn es nicht anders zu bewerkstelligen ist, dass du endlich die Klappe hältst, dann würde ihnen auch deine Ermordung nicht den Appetit verderben.
Wenn du meinst, dass das nicht stimmt, sage ich mit Charlie Kirk: »Prove me wrong!«
Zeige mir, wo ich falschliege! (Bedenke dabei: »Das gefällt mir nicht« ist kein valides Gegenargument. Wir sind hier nicht bei den Linken.)
Zeige mir, wo ich falschliege. Oder stelle dich mit mir darauf ein, dass es ist, wie es ist. Und dann plane deinen nächsten Schritt.
Weiterschreiben, Wegner!
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Der Essay Was sie meinen, wenn sie »Faschist« sagen von Dushan Wegner ist auch online zu lesen: https://www.dushanwegner.com/essays/was-faschist-heute-bedeutet/, und auf dushanwegner.com finden sich noch viele weitere Texte, Bücher und sogar T-Shirts zum Thema!
