Die Mocro-Mafia ist nun auch in Deutschland aktiv! Bomben, Drogen, Entführungen. Marokkaner, von Holland aus operierend. Oder, wie der Staatsfunk sagt: Niederländer.

Wir müssen über die »Mocro-Mafia« reden. Diese freundlichen jungen Herren aus dem schönen Marokko wurden zuletzt in Nordrhein-Westfalen aktiv.

Vorab aber erlaubt mir schnell eine Frage: Was wolltet ihr werden, als ihr Kinder wart?

Man stellt sich diese Frage bei ehrenwerten Berufen, wie wenn einer Bürokrat wird: Welche Pläne und Hoffnungen hatte dieser Mensch, als er ein Kind war?

Man stellt sich die Frage auch bei weniger ehrenwerten Berufen.

Man stellt sich die Frage beim doppelt und dreifach Geschiedenen. Man stellt sich die Frage auch beim Verheirateten, der abends nach dem Einparken noch 10 Minuten im Auto sitzt, um hinauszuzögern, in die Hölle daheim zurückzukehren.

… und manche haben Pech

Nicht alle Menschen, bei denen wir uns fragen, was sie eigentlich einst werden wollten, haben die Wendungen und Abstürze in ihrem Leben allein zu verantworten. Manche machen alles richtig – und dann: Krebs. Andere werden von einem Betrunkenen angefahren.

Und manche haben schlicht das Pech, in der falschen Zeit im falschen deutschen Bundesland aufzuwachsen … womit wir wieder beim Thema wären.

Es gibt diese Schlagworte, die kannten wir vor einigen Jahren noch nicht. Dazu gehört der Begriff »Mocro-Mafia« (im Niederländischen mit zwei »f« geschrieben: »Mocro-Maffia«).

Das Wort stammt aus den Niederlanden. Es bezeichnet (siehe Wikipedia) Banden, die sich der organisierten Drogenkriminalität verschrieben haben. Und wie das Wort »Mocro« andeutet, stammen die jungen Herren vorwiegend aus dem schönen Urlaubsland Marokko.

Fleißig und hoch motiviert

Eigentlich müsste Europa den jungen Herren dankbar sein. Schließlich bedienen sie fleißig den europäischen Bedarf an bewusstseinsverändernden Substanzen.

Und die jungen Männer bedienen wohl inzwischen auch den deutschen Markt. Die sehr kluge deutsche Regierung hat ja Cannabis legalisiert. Doch wer das anästhesierende Kraut nicht selbst anbauen will, muss es sich irgendwie besorgen. Und da sind die hoch motivierten Unternehmer aus Nordafrika gern hilfreich.

Wo ein Markt ist, da findet sich auch bald Konkurrenz ein. Und die jungen Männer aus Marokko haben eine eigene Methode gefunden, mit der Konkurrenz umzugehen: kabumm!

Ihr erinnert euch an den Fußballspieler Antonio Rüdiger, der manchmal einen Finger hochhält, wobei man sich fragt: »Isis in Ordnung oder isis problematisch?«. Derselbe Herr kritisierte auch, dass man die Dänen nicht früher »getötet« hatte (weltwoche.ch), aber die Propaganda versichert uns, dass er das so nicht meinte.

Töten gehört zum Handwerk

Die jungen Männer aus Marokko, die »Mocro-Mafia«, meinen das aber sehr wörtlich. Die töten ihre Konkurrenz. Manchmal töten sie auch im Auftrag. Die töten Journalisten, wenn diese zu genau hinschauen. Die töten mit Pistolen und sie töten mit Bomben.

Jetzt aber, so scheint es, erweist die »Mocro-Mafia« den Deutschen die Ehre, ihre bombige Tätigkeit nach Nordrhein-Westfalen zu erweitern.

Gefeiert wurde, so wird derzeit gemutmaßt, die nun auch offizielle Erweiterung des Geschäftsfeldes mit einem Bombenanschlag in Düsseldorf. Sogar der deutsche Staatsfunk berichtet darüber (wdr.de, 11.7.2024).

Es ist »nur« die aktuellste Explosion. Zuvor wurde Köln mit gleich drei Explosionen bereichert (ksta.de, 1.7.2024). Man geht davon aus, dass es sich um Geschäftskommunikation im Drogenmilieu handelt. Interessanterweise wurde niemand verletzt – es waren wohl »nur« Warnungen.

Explosive Kontroversen

In Köln-Rodenkirchen musste die deutsche Polizei offenbar ein paar kulturelle Missverständnisse aufklären. Die deutschen Medien nennen es »Geiselbefreiung« (tagesschau.de, 9.7.2024).

Die Vorgeschichte: Laut Kriminalpolizei hatte die »Mocro-Mafia« bescheidene 300 Kilogramm Cannabis in den Kölner Raum geliefert. Es kam zu einem Missverständnis: Ein Mitbewerber dachte, die Lieferung sei für ihn bestimmt, und nahm sich ihrer erst mal an. Die, wie der deutsche Staatsfunk sagt, niederländischen (!) Täter kommunizierten dem Mitbewerber, dass ihre Ware zurückgegeben werden könne. Das taten sie durch Sprengstoffanschläge und eine kleine Entführung.

Zu den Sprengstoffanschlägen zählte etwa auch jener am 25. Juni im idyllischen Solingen. Ein 17-jähriger »Niederländer« wollte eine Shishabar in die Luft jagen. Leider litt er an vorzeitiger Bombenexplosion …

Was denn nun?

Ach, ich stelle gerade wieder einmal fest, dass die sarkastische Einkleidung solch schrecklichen Geschehens echte emotionale Arbeit erfordert. Und für heute bin ich davon erschöpft.

Lasst mich zu der Frage zurückkehren, die ich zu Beginn stellte: Was wolltet ihr werden, als ihr jung wart? (Oder wenn ihr heute noch jung seid: Was wollt ihr werden? Und wie stehen die realistischen Chancen dafür?)

Ich stelle mir Fragen dieser Art auf gleich mehreren Ebenen. Und ich stelle sie mir in Verbindung mit einem schrecklichen, aber präzisen Wort, das ich zuletzt immer wieder höre: Beuteland.

Deutschland wird zum Beuteland.

Irgendwer wird sagen, dass man das »nicht sagen darf«, dass wer das sagt, ein »rechter Hetzer« sei und so weiter, bla bla bla. Die Aufgabe politischer Korrektheit ist es, das Aussprechen von Wahrheiten zu verbieten, wenn hierdurch die hoheitlich festgelegte Ideologie als Lügennarrativ entlarvt wird.

Was der Fall ist

Ob ein Begriff wie »Beuteland« aber »stimmt«, wird davon bestimmt, ob er etwas beschreibt, was tatsächlich existiert bzw. der Fall ist – oder nicht.

Man kann es leugnen, doch man würde lügen: Banden wie die »Mocro-Mafia« betrachten und verwenden Deutschland als »Beute«. Deutsche Drogenkonsumenten – und wohl nicht nur die – sind für diese Banden schlicht Beute. Bisweilen soll es vorkommen, dass man sogar deutsche Frauen als »Beute« betrachtet.

Ich weiß nicht, wann und durch welches Verfahren das Land Deutschland beschloss, zur »Beute« zu werden. Vielleicht hat man es nur »implizit« beschlossen, etwa als es sich den suizidalen Wahnsinn »Toleranz« (wörtlich: »Ertragen«) oder die »Willkommenskultur« einreden ließ. Oder es wurde »von außerhalb« beschlossen (ein wieder eigenes Thema).

Ich weiß aber, dass jeder Deutsche und jeder Mensch, der Verantwortung trägt, gerade heute die Aufgabe hat, sich selbst, seine Lieben und nicht zuletzt sein Land davon abzuhalten, »Beute zu werden«.

Nicht Beute sein

Ich würde es ein »elftes Gebot« nennen. Wir wissen, dass man nicht töten und nicht stehlen soll und so weiter. Doch das sind zum guten Teil Gebote, die andere vor dir schützen (oder deine Einordnung in die Familie, in die Gemeinschaft und ihre Ideologie sichern).

Es braucht heute ein elftes Gebot, wonach du dich davor schützen sollst, zur Beute zu werden!

Ja, dies sei dein elftes Gebot: Du sollst nicht Beute sein.

Du nicht und auch dein Kind nicht, dein Weib nicht und gewiss nicht dein Land.

Deshalb also meine Frage. Egal, welche Träume ihr einst für euch selbst hattet, ihr habt bestimmt nicht davon geträumt, »Beute« zu werden. Und niemand hat sich für sein Land gewünscht, dass es zur Beute wird.

Ich will nicht Beute sein. Nicht Opfer. Nicht Material. Ich suche in mir noch den Mut zum wirklich lauten Aufbegehren. Endlich laut werden, widerstehen.

Man fragt sich ja: Reicht es noch, dieses Mal?

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Der Essay Mocro-Mafia im Beuteland von Dushan Wegner ist auch online zu lesen: https://www.dushanwegner.com/essays/keine-beute/, und auf dushanwegner.com finden sich noch viele weitere Texte, Bücher und sogar T-Shirts zum Thema!