19.07.2022

Politische Korrektheit als Kriegshandlung

von Dushan Wegner, Lesezeit 5 Minuten, Foto von Gradienta
Wir sehen es ja täglich, dass politische Korrektheit dumm und unglücklich macht. Jetzt wurde es von Wissenschaftlern bestätigt. Und nun?
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Stellen wir uns einmal vor, eine feindliche Macht würde Flugzeuge über Deutschland fliegen lassen, und man würde Drogen übers Land versprühen.

Es sind Drogen, welche gezielt die Denkfähigkeit der Menschen beeinträchtigen, sie müde, unkonzentriert und streitsüchtig machen.

Sprich: Es ist ein Gift, das die kognitiven Fähigkeiten der Menschen beeinträchtigt. Und für alle, welche womöglich diese Drogen bereits eingeatmet haben, kann ich dies auch übersetzen. »Beeinträchtigung kognitiver Fähigkeiten« bedeutet: Diese Drogen machen blöde.

Man würde es einen Terroranschlag nennen, eine Kriegshandlung!

Obwohl, in dieser irren Zeit würden Staatsfunk und Behörden womöglich jene unter Beobachtung nehmen, welche das Versprühen der Drogen kritisieren – und man würde denen zu Kreuze kriechen, welche die versprühen  … 

Die Bevölkerung eines fremden Staates mit Drogen zu manipulieren, und so die wirtschaftliche Produktivität zu senken, das wäre ein Terrorakt – ob willige Journalisten das auch so sehen oder nicht.

Geschlaucht streitend

Zum Glück würde in der Wirklichkeit aber kein böser Staat und kein international handelnder Akteur so etwas Perfides tun. Drogen, die eine Bevölkerung dumm und unproduktiv machen, um die wirtschaftliche und dann auch geopolitische Macht eines Landes zu brechen? 

Unvorstellbar! Ganz unmöglich!

Übrigens: Wissenschaftler haben jetzt wissenschaftlich bestätigt, wovor (nicht nur) ich in meinen Essays immer wieder warnte.

Ich zitiere eine ganz aktuelle Schlagzeile:

Political correctness can lead to cognitive exhaustion (psypost.org, 17.7.2022)

Zu Deutsch: »Politische Korrektheit kann zu kognitiver Erschöpfung führen«. 

Die Forscher fanden heraus, dass Angestellte, an deren Arbeitsplatz sogenannte »politische Korrektheit« praktizierter wird, deutlich erschöpfter sind und dazu »emotional leer«. 

Und es wird noch grausamer: 

[…] being politically correct is not costless. Instead, being politically correct may be exhausting, and as a result employees might be particularly tired and argumentative at night. (psypost.org, 17.7.2022)

Zu Deutsch etwa: »politisch korrekt zu sein ist nicht ohne Kosten. Vielmehr kann es erschöpfend wirken, und als Ergebnis können Angestellte am Abend besonders müde und streitfreudig sein.«

Politische Korrektheit bedeutet schlicht, dass man die Wahrheiten leugnet oder offen lügt, damit das Gesagte in ein angeblich »moralisches« Narrativ passt.

Der politisch Korrekte muss, um funktionieren zu können, immerzu zwei Realitäten in seinem Kopf berechnen. Die »reale Realität«, also das, was wirklich der Fall ist, und die »politisch korrekte Realität«, also das, wovon er tun soll, als ob es der Fall wäre.

Der Angestellte in einem politisch korrekten Unternehmen weiß aber, dass man ihn mal innerhalb der einen, und mal innerhalb der anderen Realität bewerten wird.

In Zahlen messbare Ergebnisse und Profit werden nach der realen Realität bewertet. Seine Aussagen und sein Tonfall werden aber in der Fake-Realität politischer Korrektheit bewertet.

Doch oft genug steht aber das eine zum anderen im Widerspruch. Wie begründet es etwa ein Abteilungsleiter öffentlich, wenn er seine Lieferanten nicht mehr in eine bestimmte Gegend schicken will, weil es schlicht zu gefährlich ist? Jedes Wort, das er sagt, kann für ihn zum Strick werden.

Als Angestellte in der politisch korrekten Welt zu überleben, bedeutet zwingend, fast täglich aktiv zu lügen, wissentlich die Unwahrheit zu sagen, um nicht die Existenz zu verlieren. Einmal die falsche Wahrheit ausgesprochen und dein Job ist futsch.

Das ist Stress. Das schlaucht. Und es macht ineffektiv.

Ja, das kann sogar Familien zerstören! Die Wissenschaftler haben es ja wissenschaftlich bestätigt. Wer den ganzen Tag lang aus vorgeblichen moralischen Gründen lügen musste, wer nonstop sich prüfen musste, was er sagen darf, der ist am Abend derart geschlaucht, dass er sich schnell zu streiten beginnt.

Zu erwarten

Politische Korrektheit, woke Ideologien, der ans Wahnhafte grenzenden Kampf gegen Rassismus überall, es schadet der Produktivität, es macht Kreativität kaputt, es zerstört sogar, durch blanke Ermüdung, die Familien.

Es ist ja nicht nur Überlastung: 2018 habe ich den Essay »Hast du deinem Verräter die Windeln gewechselt?« geschrieben. Ich beschrieb den Fall einer Familie, die vom links-ideologischen Wahn der indoktrinierten jüngeren Generation auseinandergerissen wurde.

Erste amerikanische Unternehmen haben bereits begonnen, aktiv politische Debatten im Unternehmen zu untersagen. Einige wenige »woke« Spinner können die Produktivität eines gesamten Unternehmens lahmlegen.

Das Verbreiten politischer Korrektheit und woker Ideologie ähnelt einem kriegerischen Akt.

Es könnte guten Grund haben, warum gerade Mächte, die selbst denkbar weit weg von westlichen Vorstellungen wie »Toleranz« und »Wokeness« sind, eben diese im Westen propagieren lassen. Als Trump gewisse chinesische Content-Apps im Westen verbieten wollte, fielen gewisse ach-so-moralischen Akteure über ihn her.

Wollen die Behörden wirklich Deutschland und die Demokratie schützen? Super. Dann sollen sie bitte die Akteure ins Visier nehmen, welche die lähmende, spaltende Droge politischer Korrektheit versprühen. Stattdessen scheint man sich aber gegen die Leute zu richten, welche genau solche Akteure nennen und kritisieren.

Es ist fast, wie wenn der Staat das Opfer einer Straftat und nicht den Täter verfolgen würde – und kaum habe ich das gesagt, fühle ich in den Knochen, dass genau dies im politisch korrekten Staat logischerweise zu erwarten wäre.

Die ganze Welt

Mein Rat ist also: Wenn du dich in einem politisch korrekten Kontext wiederfindest, setze so viel Kraft wie möglich daran, einen anderen Kontext zu finden.

Es ist besser, für die Hälfte des Geldes an einem Ort zu arbeiten, wo du deine Sinne beisammen halten kannst, als gutes Geld zu kassieren und dabei unglücklich zu sein.

»Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele?«, fragt Jesus in Matthäus 16, Vers 26.

Was nutzt dir deine Arbeit, was nutzt deiner Familie dein Gehalt, wenn du dadurch zur leeren Hülle wirst, zum streitsüchtigen oder erschöpft schweigenden wandelnden Toten?

Ja, böse Mächte versprühen Lügen und Streit über unsere tägliche Debatte. Suche dir eine Moral, bevor deren Moral dich tötet, wie sie Städte und Länder bereits getötet hat.

Zu viele Menschen atmeten die Drogen politisch korrekter Lügen ein, und sie starben innerlich daran, teils vor Jahren schon, und sie arbeiten doch weiter, und man trifft sie jeden Tag.

Du lebst nur einmal. Also, lebe auch! Bescheiden, aber ehrlich – und auch ein bisschen stolz.

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