Die Getriebenen: Merkel und die Flüchtlingspolitik

»Warum? Warum?!« – Wenn Bürger sich laut und vernehmlich diese Frage stellen, und wenn sie sich damit auf politische Entscheidungen beziehen, dann ist womöglich etwas faul im Staate, ob dieser Staat nun Dänemark oder Deutschland heißt. – Robin Alexander ist einer der wenigen Mainstream-Journalisten, die so kohärent und relevant sind, dass sie auf /freie-denker/ gelistet sein könnten, doch er ist es nicht, denn er ist bei der Welt (oder heißt es bei der »Die Welt«?), und er ist auffallend gut darin, uns davon zu überzeugen, dass er weiß, was wirklich passiert (mich zumindest überzeugt er), und in dieser Rolle hat er das Buch der großen 2015-Frage geschrieben, welche da lautet: Warum ließ die Politik den Irrsinn von 2015 geschehen??!

Am Wochenende 12./13. September 2015 entschied sich, so hat man im Nachhinein – auch durch die Lektüre dieses Buches – den Eindruck, das Schicksal der Bundesrepublik. Frau Merkel beschloss, die Grenzen nicht zu schließen. Der Präsident des Bundespolizeipräsidium hatte die Grenzschließung bereits vorbereitet, aber niemand unter aus der Wählt-uns-wir-sind-super-Garde will Verantwortung übernehmen, hier im Speziellen nicht für das Schließen der Grenzen. Alexander protokolliert den Irrsinn, doch nicht als Irrsinn, sondern als Abfolge von Handlungen und Unterlassungen.

Ich habe das Buch zu zwei Dritteln gelesen, und dann war ich so frustriert von dem ausgezeichnet lesbar beschriebenen Irrsinn aus der Berliner Herrscherclique, dass ich Elli bat, das Buch für mich zu Ende zu lesen; ich muss Ihnen leider mitteilen, dass laut Elli die Story kein Happy End findet. Ich werde Herrn Alexander vorschlagen, für die nächste Ausgabe mit dem Spiegel zu kooperieren und ein gutes Ende zu (er)finden – wir erwachen alle aus dem Traum, und die Grenzen waren die ganze Zeit gesichert, oder so ähnlich … ich will mich gern überraschen lassen – Sie denn nicht?

Zum Schluss dieser Bucherwähnung sage ich noch schnell dies: Ich kenne jemanden – Namen sind Schall und Rauch – der schreibt Kurzgeschichten, und aus seinen ganz eigenen Gründen fällt es ihm schwer, am Ende auch wirklich zu enden; will sagen: er schreibt ein Ende, und das Ende funktioniert, und dann schreibt er noch ein Ende, und dann noch eines, bis er mehr Enden hat als die Resteverwertung einer Wurstfabrik. Der volle Titel dieses Buches lautet »Die Getriebenen: Merkel und die Flüchtlingspolitik: Report aus dem Innern der Macht. Aktualisierte Ausgabe 2018« (Hui, als ich es las, war es noch drei Wörter kürzer. Lesen Sie es schnell! »Warum?!«, fragen Sie? Weil der Titel bald länger als das Buch ist!)

(Wenn Sie über diesen Link kaufen, unterstützten Sie meine Arbeit, Sie können aber »Die Getriebenen: Merkel und die Flüchtlingspolitik« bestimmt auch »offline« oder woanders finden!)

ein paar weitere Klassiker:

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Die Nikomachische Ethik des Aristoteles will einen Leitfaden dazu geben, wie man ein guter Mensch werden und ein Leben im Sinne der Eudaimonia/Glückseligkeit führen kann.

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Der Autor heißt »Leopold von Sacher-Masoch« – und ja, das »Masoch« ist Wurzel des Wortes »Masochismus«. (Erwähnt im Essay vom 29.2.2020)

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