Niemand hatte die Absicht, eine Mauer zu errichten – und jede andere Meldung galt in heutiger Propaganda-Lingua wohl als Fake News.
Dass die amerikanischen Geheimdienste die Telekommunikation der gesamten Welt mitschneiden, galt wohl als Fake News, bis es von Snowden bestätigt wurde (siehe Wikipedia). Dass die CIA in Medien mitmischt, galt als Fake News, bis es als Operation Mockingbird herauskam (siehe Wikipedia). Ach, die Fake News, die sich bestätigten, sind Legion. Die Tuskegee-Syphilis-Studie (siehe Wikipedia). Ausspionierung deutscher Bürger via Staatstrojaner (siehe Wikipedia) – demnächst heimlich von der Polizei in deiner Wohnung installiert (berliner-zeitung.de, 12.05.2025), und so weiter, alles »Fake News« – bis es bestätigt wird.
Die »Labor-These« zum Ursprung »des Virus« galt als extra falsche Fake News und wurde auf Anweisung von Regierungen sogar aggressiv in Sozialen Medien zensiert – bis sie plötzlich als eine der plausibelsten Thesen galt (siehe Wikipedia).
2020 erklärte die deutsche Regierung, kurz bevor sie Einschränkungen des öffentlichen Lebens verkündete:
❗️Achtung Fake News ❗️
Es wird behauptet und rasch verbreitet, das Bundesministerium für Gesundheit / die Bundesregierung würde bald massive weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens ankündigen. Das stimmt NICHT!
Bitte helfen Sie mit, ihre Verbreitung zu stoppen.
Im Bundestag wurde am 5. Dezember 2025 »ein Gesetz zur Modernisierung des Wehrdienstes« beraten (siehe bundestag.de).
Innerhalb dieser Debatte hieß es immer wieder, es sei »Fake News«, dass demächst Männer zum Dienst an der Waffe gezwungen werden sollen. Zum Beispiel von Falko Droßmann, SPD, (siehe bundestag.de, 08.07.2025).
Ich sage nicht, dass dieser konkrete Abgeordnete gewissenlos lügt. Ich sage aber, dass ich seine Aussage nicht mit dem diskutierten Antrag zusammenbringen kann. Darin heißt es explizit, dass er Vorbereitungen trifft für den Fall, »wenn die verpflichtende Heranziehung zum Grundwehrdienst aktiviert werden muss« (PDF auf bundestag.de, siehe S. 3).
Dem Drumherumlügen
Verteidigungsminister Pistorius spricht dann die Wahrheit aus – und macht nebenbei seine Kollegen mit ihren »Fake News«-Vorwürfen zu Lügnern. Peter Grimm bei achgut.com spricht es aus: Pistorius »verweigerte« sich dem »Drumherumlügen« seiner Kollegen.
Dieser Wehrdienst ist freiwillig und er bleibt es, wenn alles so gut läuft, wie wir uns das versprechen.
Aber zur Ehrlichkeit – dafür stehe auch ich hier heute Morgen – gehört: Wenn es nicht reicht und wenn die Bedrohungslage sich weiter so oder schlechter entwickelt, werden wir um eine verpflichtende, eine Teilwehrpflicht nicht umhin kommen, um dieses Land schützen zu können.
– Boris Pistorius, siehe Video bei bundestag.de, ab ca. 3:20
Niemand hat die Absicht, Deutsche zum Dienst an der Waffe zu verpflichten – »wenn alles so gut läuft, wie wir uns das versprechen«.
»Fake News« ist moderne Propaganda-Sprache für »niemand hat die Absicht«.
Für Politiker aber hat eine »Verschlechterung« der »Bedrohungslage« ausschließlich Vorteile. Rüstungskonzerne könnten sich motiviert fühlen, viel Geld für die »Klimapflege« zu spenden, und zwar an Politiker, die über Rüstungsaufträge entscheiden – ja, das ist formal legal (abgeordnetenwatch.de, 24.10.2025).
Wenn die Regierung eine »Krise« ausruft, kann sie sich »ermächtigen« und ihre Macht am Rest des Reststaats vorbei ausweiten. Man vergleiche nur jene globale Krise, die so schlimm und krisenhaft war, dass das gelangweilte Krankenhauspersonal in leeren Fluren peinliche Tanzvideos drehte drehte, um nicht vor Langeweile zu sterben. (Vermutlich wäre auch das als Covid-Tod gezählt worden.)
Nun werden sie also »Krisen« erfinden, die Krieg beinhalten.
Wofür lebt man? Wo ist Heimat?
»Und wofür genau sollen wir jetzt sterben?«, fragt Björn Höcke:
[Die Politiker der Altparteien] sind kaum noch in der Lage, Wahlen zu gewinnen — nun wollen sie Kriege gewinnen. Und das mit den Bürgern, die sie aus ihrem tiefsten Inneren verachten.
»Was ist ein Land, für das man kämpfen würde?«, fragte ich 2018. Und ich führte aus: Im Krieg, da fliegen Kugeln und Körperteile. Die Frage danach, wofür man zu kämpfen bereit ist, ist auch die Frage nach einer wichtigen positiven Perspektive: Wofür lebt man? Wo ist Heimat? Für welches Land steht man auf, selbst wenn einen die Beine kaum noch tragen?
Die Politik will junge Männer verpflichten, für ein Land zu kämpfen, dessen Politik aktiv gegen dieses Land kämpft.
»Für Deutschland kämpfen«, das bedeutet heute nicht Waffe und Schießpulver, sondern politisch gegen jene zu kämpfen, die heute wieder Deutsche in den Krieg schicken wollen.
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Der Essay »Fake News« ist Neusprech für »niemand hat die Absicht« von Dushan Wegner ist auch online zu lesen: https://www.dushanwegner.com/essays/fake-news-und-niemand-hat-die-absicht/, und auf dushanwegner.com finden sich noch viele weitere Texte, Bücher und sogar T-Shirts zum Thema!
