Ich lese kluge, gewitzte, in der Tiefe informierte Analysen über die Weltlage und unsere Rolle darin.
Klonovsky verhandelt die Frage, ob Trump das/der Katechon ist (klonovsky.de, 7.12.2025).
Katechon ist ein biblischer Begriff und ein altgriechisches Wort. Es bedeutet das Aufhaltende oder der Aufhaltende. Griechisch geschrieben sieht Katechon so aus:
Und was die Gegenwart betrifft, so wißt ihr doch, was ihn noch zurückhält, damit er sich zu der für ihn bestimmten Zeit offenbaren kann. Freilich – im geheimen ist die (Macht der) Gesetzlosigkeit bereits wirksam; nur muß erst der aus dem Wege geräumt werden, der sie bis jetzt noch zurückhält.
– 2. Thessalonicher 2:6-7 (meine Hervorhebung von κατέχον/κατέχων)
Der Katechon ist eine Figur im »Weltheilsplan«. Er hält das Böse zurück, die Herrschaft des Bösen ist nicht absolut.
Derzeit bewerben sich gleich mehrere Akteure um die Rolle als das Böse. Die EU natürlich. Gewisse Kriegstreiber. Oder wer auch immer wirklich hinter Soros steht. Und – stets logisch möglich – gewisse Akteure, die böse zu nennen illegal ist.
Die Stelle des Katechon ist nie unbesetzt, und wer außer Trump könnte diese Rolle gerade erfüllen? Klonovsky diskutiert diese Frage im Kontext eines aktuellen politischen Manifests des Weißen Hauses. Es geht um die Weltsicherheitslage.
Klonovsky schreibt im erwähnten Posting auch zu anderen Themen, etwa zum neuesten Wahnsinn vom Staatsfunk. Stets klug, konservativ und wohlformuliert – und schmerzhaft oft brillant. Lest selbst.
All seine gebrochenen Versprechen
Hadmut Danisch (danisch.de, 8.12.2025) analysiert ebenfalls den neuen Irrsinn des Staatsfunks. Der konkrete »Irrsinn« ist diesmal deren spektakuläre Teilblindheit. Man wirft den Trump-USA etwas vor (Sanktionen gegen Personen aus politischen Gründen), was in Deutschland längst an der Tagesordnung ist. (Erst kürzlich wurde ja berichtet, wie Friedrich Merz Hunderte Strafanzeigen erstattete, weil er sich wohl von irgendwas im Internet beleidigt fühlte; siehe welt.de, 7.12.2025.)
Julian Reichelt notiert derweil:
Es gibt kein einziges hartes Interview mit einem regierenden Politiker über den repressiven Exzess der Anzeigenflut gegen Bürger. Es gibt kein einziges hartes Interview mit dem Bundeskanzler über all seine gebrochenen Versprechen. Es gibt kein einziges hartes Interview mit dem Verfassungsschutz-Chef (oder seinem Vorgänger) über die Überwachung der Opposition.
Reichelts Liste ist deutlich länger, und er schließt:
Der deutsche Journalismus ist für die deutsche Krise massiv mitverantwortlich. Weite Teile des sogenannten Hauptstadtjournalismus sind schlicht Komplizenschaft. Medien wie NIUS, die kritische Interviews führen, bekommen keine Interviews, werden von Reisen ausgeschlossen oder bei Pressekonferenzen nicht drangenommen. Wir erleben eine nie dagewesene Selbstgleichschaltung bei den Medien und völlige Verachtung gegenüber der Pressefreiheit bei den Mächtigen.
– ebenda: @jreichelt, 8.12.2025
So weit, so wichtig und klug.
Danach muss folgen
Die drei genannten Herren sagen kluge Dinge, wie andere Damen und Herren auch. Kluge Analysen. Griffige Zuspitzungen. Unerwarteter Kontext.
Es ist kein Vorwurf an diese Herren, sondern an diese Zeiten, dass ich mich nach dem Erarbeiten ihrer klugen Gedanken regelmäßig und lauter denn je frage: Und was soll der Einzelne tun?
»Was ist der Fall?« ist die erste Frage, doch danach muss folgen: »Was soll ich tun?«
Sicher, die deutsche Propaganda will, dass Bürger für sich die Frage »Was soll ich tun?« im Sinne der globalistischen Politik beantworten. Weil das gegen angeborene Instinkte wie Selbstbewahrung und Menschlichkeit geht, muss man ihren Kopf bezüglich der Frage »Was ist der Fall?« mit Lügen füllen.
Nehmen wir an, dass wir ehrlich versuchen (etwa mithilfe kluger Leute wie der oben zitierten Herren), die Frage »Was ist der Fall?« weniger falsch zu beantworten. Die Frage »Was soll ich tun?« steht auch für uns im Raum – wie beantworten wir sie?
Der Aufhalter – der Katechon – hält das Böse tatsächlich zurück. Wir sehen das Böse um uns, das ist wahr.
Wir sehen das Böse leider auch im Handeln und Denken ferner wie naher Mitmenschen. Bisweilen entdecken wir das Böse in unserem eigenen Handeln; leider meist nur im Rückblick. Und wir sehen das Böse allzu offen in Handeln und Absichten unserer Mächtigen.
Doch das Böse wird zurückgehalten, sodass es nicht allmächtig ist.
Das Böse wird zurückgehalten, also haben wir noch etwas Zeit, mehr als nur kluge Analysen zu studieren und eine persönlich wirksame Antwort zu finden auf die Frage: Was soll ich tun?
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Der Essay Das Aufhaltende und drei kluge Männer von Dushan Wegner ist auch online zu lesen: https://www.dushanwegner.com/essays/katechon/, und auf dushanwegner.com finden sich noch viele weitere Texte, Bücher und sogar T-Shirts zum Thema!
