Ich weiß nicht, wer die Social-Media-Beiträge des Heiligen Vaters schreibt. Er ist es vermutlich nicht selbst. Und der Heilige Geist ist es vermutlich auch nicht – nicht immer.
Gestern schrieb der deutsche X-Account des Papstes:
Heute begehen wir den #Weltfrauentag. Wir erneuern unser Engagement für die Anerkennung der gleichen Würde von Mann und Frau. Leider werden viele Frauen seit ihrer Kindheit immer noch diskriminiert und leiden unter verschiedenen Formen von Gewalt: Ihnen gilt in besonderer Weise meine Solidarität und mein Gebet.
– @Pontifex_de, 08.03.2026
Man beachte den ersten Satz: »Heute begehen wir den Weltfrauentag.«
In der englischen Variante fehlt »wir« (wobei die Übersetzung nicht als solche gekennzeichnet ist), doch man bezieht sich auf dasselbe.
Familie floh auch deshalb
Was ist dieser »Weltfrauentag« aber wirklich?
Eine simple Wikipedia-Suche ergibt, dass der am 8. März gefeierte »Weltfrauentag« oder »International Women’s Day« eine kommunistische Institution ist.
Kommunisten aber waren und sind anti-christlich. Es hat einen guten Grund, dass Päpste wiederholt den Sozialismus verdammten – und zwar nicht »nur«, weil Sozialisten gegen Christen vorgingen (Wikipedia »Decree against Communism«; von Pius IX. bis Benedikt XVI. haben Päpste den Sozialismus durchgängig und ausdrücklich verurteilt, etwa in Divini Redemptoris, 1937). Meine eigene Familie floh auch deshalb vor dem Kommunismus, weil aktive Christen im Kommunismus nur geringe Lebenschancen hatten. (Außer sie waren bereit, im System »mitzuspielen«, klar.)
Eine dunkle Wolke
Mir wurde berichtet, dass ein Priester dieser Tage sagte: Eine dunkle Wolke hat sich zwischen die Menschen und Gott geschoben. (Ich ergänze: und damit zwischen den Menschen und seine eigene Menschlichkeit, denn was den Menschen vom Tier unterscheidet, ist, dass der Mensch nach dem Bilde Gottes geschaffen ist; siehe etwa Genesis 1:27 und 1. Korinther 11:7.)
Und jener Priester, so wurde mir erklärt, sagte weiter: Täuscht euch nicht! Die Leute, die jetzt sagen, dass sie für Frauenrechte demonstrieren, demonstrieren gegen die Kirche. Diese Leute demonstrieren gegen Gott, und sie können bald euch, die Gläubigen, attackieren.
Als ich das hörte, dachte ich: Ja, das empfinde ich so ähnlich mit der »dunklen Wolke«. »Frauenrechte« bedeutet in der Praxis heute, dass Frauen gedrängt werden, ihre Kinder zu töten und ihre Familien zu zerbrechen, um »Karriere zu machen«; sprich: Konzernen statt Gott und Familien zu dienen.
Dieselben Kräfte, dieselben Widersprüche
Dass »Frauenrechte« nicht wirklich Frauen stärken wollen, ist an gleich mehreren Widersprüchen erkennbar.
Dieselben politischen Kräfte, die angeblich Frauen stärken wollen, schaffen gleichzeitig sinnvolle Frauenrechte ab. Schutzräume für Frauen werden freigegeben für Männer in Frauenkleidern.
Dieselben politischen Kräfte, die angeblich Frauen stärken wollen, fördern die de facto unkontrollierte Einwanderung von Männern aus Kulturen, in denen die Rolle und Wertigkeit der Frau sehr andere sind. Zugleich verbieten Linke, darüber zu reden, welche Gefahr sich daraus für Frauen ergibt. (Wenn du ein Gutmenschengehirn zum »Syntax Error« bringen willst, sage ihm: »Der Islam hat recht, was Frauen angeht.«)
Es überrascht wenig, dass einige der »NGOs«, die jährlich am 8. März 2026 auf die Straße gehen, um unter anderem das Recht auf Tötung von Kindern noch vor der Geburt zu verlangen, von der Soros-Stiftung gesponsert sind; siehe opensocietyfoundations.org, 30.5.2021.
Linker Vandalismus ist in Mexiko derart häufig, dass die üblichen »Faktenfinder« schon mal explizit erklären müssen, dass Soros nicht direkt hinter Attacken steckt (euvsdisinfo.eu, abgerufen 09.03.2026). (Notiz am Rande: Wenn solche »Faktenfinder« in ihrer »Widerlegung« nicht blank lügen, verwenden sie oft einen argumentativen Strohmann. Zunächst wird eine sehr spezielle und radikale Spielart des zu Widerlegenden formuliert. Dann wird speziell dieser Strohmann »widerlegt« – um anschließend zu tun, als hätte man damit das gesamte Thema abgeräumt.)
Diese Leute, die am »Weltfrauentag« protestieren, tun es vermutlich, weil es sich »gut anfühlt«, in einer Herde mitzulaufen. Die allermeisten Demonstranten und übrigen Mitläufer heutzutage, ob sie für »Frauenrechte«, »gegen Rechts« oder »gegen den Klimawandel« demonstrieren, haben selbst keine Ideologie parat. Spontane Interviews mit diesen Leuten zeigen immer wieder, dass sie außer den Slogans des jeweiligen Tages nichts Erklärendes zu ihren Forderungen sagen können. Diese Leute laufen mit, weil »mitlaufen«, »ethisch gut sein« und »Abweichler bekämpfen« in deren moralischem Gefühl zusammenfallen. Wenn die Propaganda es von ihnen fordert, würden und werden sie morgen für das Gegenteil demonstrieren. Heute für den Frieden, morgen für den Krieg – und immer gegen alle Andersdenkenden.
Irgendwann ist jetzt
Dies alles bedenkend dachte ich, als ich von den Worten jenes Priesters hörte: Ja, auch ich halte es für denkbar und möglich, dass diese Demonstranten irgendwann Kirchen und Christen attackieren.
Wie gesagt: Ich dachte irgendwann, eines Tages, in einer hoffentlich vermeidbaren Zukunft.
Nun, nicht nur beim Thema künstliche Intelligenz findet die Zukunft schon jetzt statt.
Die erste »UN-Weltfrauenkonferenz« wurde am 8. März 1975 in Mexiko abgehalten. Jedes Jahr finden in Mexiko, wie in vielen anderen spanisch geprägten Staaten, organisierte Demonstrationen zum Weltfrauentag statt.
Mexiko wird derzeit von einer Frau regiert, Claudia Sheinbaum Pardo. Sheinbaum ließ zur Begehung des Weltfrauentags die Armee paradieren. Sie selbst trat im für diesen Tag typischen Violett auf. Sheinbaum erklärte, sie wolle »die Wurzeln von Diskriminierung und Gewalt zerstören« (@Claudiashein, 09.03.2026).
Was aber wollten die Demonstranten wirklich zerstören?
Die Frage, was die Demonstranten wirklich zerstören wollten, wird von zahlreichen Videos und Bildern auf X beantwortet. Siehe etwa: @RosaryQuotes123, 09.03.2026; @Sachinettiyil, 09.03.2026; @Sachinettiyil, 09.03.2026; @Sachinettiyil, 09.03.2026
Aufruf als Uniform
Wir sehen Menschenketten von Gläubigen, aber auch Polizisten, um Kirchen herum. Die Menschen wollen Kirchen vor vandalisierenden Weltfrauentag-Demonstranten schützen. Die aggressiven Demonstranten aber beschmieren Kirchen mit ihren Parolen und werfen Farbe auf die Menschenketten. Der Farbton, mit dem Kirche und Gläubige attackiert werden, ist genau das Violett, das Claudia Sheinbaum Pardo bei ihrem aggressiven Aufruf als farbliche Uniform trug.
Kirchen werden vandalisiert. Vermummte »Feministinnen« versuchten sogar, mit Flammenwerfern bewaffnet in Kirchen einzudringen (@CarlosVinicioAR, 09.03.2026).
Gläubige schützen die Kirchen mit ihrem Leib und ihrem Leben.
Nützliche Idioten im Auftrag anti-christlicher Akteure attackieren Gläubige und Kirchen.
Und der Papst stellt sich auf die Seite derjenigen, die Kirchen und Gläubige attackieren?!
Ach, wenn der Papst
Nein, ich glaube wahrlich nicht, dass »der Papst« sich auf die Seite der Christenhasser stellt. Ich halte es mit Hanlon’s Rasiermesser: Schreibe nicht der Verschwörung zu, was sich mit Inkompetenz erklären lässt; in diesem Fall der temporären Inkompetenz des päpstlichen Social-Media-Teams.
Der Nachsatz nach dem Aufhänger ist ja nicht falsch. »Anerkennung der gleichen Würde von Mann und Frau« ist eine gute Sache. Man beachte die implizite und theologisch korrekte Abgrenzung von der gleichen Rolle von Mann und Frau. Und doch, der Aufhänger ist unklug gewählt. Und überhaupt: »Frauenrechte« ist im Westen längst zum Code von Zerstörung von Familien verkommen, gerade im Sprachgebrauch von Kommunisten. Ach, wenn der Papst das alles wüsste, er würde es nicht zulassen.
Mehr noch als der ungeschickte Fehlgriff des Social-Media-Teams im Vatikan überraschte mich aber, wie unmittelbar es sich bewahrheiten würde, was der Priester vorhergesagt hatte: Diese Leute werden die Kirchen, werden euch angreifen. Nein, nicht in Deutschland (da hört man das Kreischen wie von Dämonen in der Kirche, und der Bischof hört bedächtig zu), wie der Psalm zu Höllenklängen malträtiert wird. Nein, in Deutschland attackieren die NGO-Kasperl nicht die großen Kirchen. Aber dort, wo die Kirche noch Kirche ist und der Glaube noch Glaube.
Ich beneide die Mexikaner
Ja, es tut mir weh, dass das Social-Media-Team des Papstes derart danebengreift.
Ja, es tut mir weh, dass Kirchen attackiert werden.
Ja, es bereitet mir Sorge, dass diese Entwicklungen derart offensichtlich sind, dass sie präzise vorhergesagt werden können, aber uns so wenig bewusst sind.
Ich bedenke all dies und komme zu einem Schluss, der sogar mich selbst überrascht:
Ich beneide die Gläubigen in Mexiko!
Warum ist unser Glaube so schwach, dass die Dämonen und ihre nützlichen Idioten sich nicht motiviert fühlen, uns zumindest mit Farbe zu entwürdigen?
Poetisch gesprochen: Wenn sie dich kreuzigen wollen, hast du ein Problem. Wenn sie dich nicht kreuzigen wollen, hast du ein größeres Problem!
Das ist die Lehre aus dem Weltfrauentag und anderen sozialistischen Aufmärschen: Lebe dein Leben und deinen Glauben so, dass es Kommunisten und andere Dämonen laut kreischen lässt!
Weiterschreiben, Wegner!
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Der Essay Warum nicht hier wie in Mexiko? von Dushan Wegner ist auch online zu lesen: https://www.dushanwegner.com/essays/warum-nicht-hier-wie-in-mexiko/, und auf dushanwegner.com finden sich noch viele weitere Texte, Bücher und sogar T-Shirts zum Thema!
