2025 titelte t-online: »Netanjahu träumt von Israel in biblischer Größe«, und auch Tagesschau erwähnte es. Doch 2026 rätselt unser Staatsfunk plötzlich: »Welche Kriegsziele verfolgt Israel?« (Wehe aber, jemand leidet NICHT an dieser plötzlichen Amnesie!)

»Ich habe ein Puzzle gekauft«, sagt einer, »da steht drauf ›2 bis 4 Jahre‹, aber ich habe nur eine Woche dafür gebraucht!«

Haha, ein alter Witz! Ein Puzzle für die Altersgruppe ›2 bis 4 Jahre‹ sollte extra einfach zu lösen sein. Doch wer das nicht weiß, der braucht auch womöglich eine volle Woche fürs Puzzlen.

Stellt euch aber vor, ein Erwachsener würde daran scheitern, ein ›2 bis 4 Jahre‹-Puzzle schnell und mühelos zusammenzusetzen. Worauf würden wir sein Scheitern zurückführen?

Und ich fühle mich ratlos

Der deutsche Staatsfunk rätselt aktuell: »Welche Kriegsziele verfolgt Israel?« (tagesschau.de, 19.3.2026)

Im Intro heißt es dann: »Israelische Soldaten sind nicht nur in Iran, sondern auch im Libanon, im Gazastreifen und im Westjordanland im Einsatz. Welche Kriegsziele verfolgt Israel?«

Ich rolle mit den Augen, und ich fühle mich ratlos. Die Gedanken von Staatsfunkern zu lesen fühlt sich an, wie einen Erwachsenen zu sehen, der ein Puzzle ›2 bis 4 Jahre‹ vor sich hat und einfach nicht weiß, wie er die wenigen Teile zusammenlegen soll.

Ich habe darüber geschrieben, am 7. März im Essay »Großisrael, Trumps Betrug und der eine Berg«, und nochmal in »Die Raketen stehen, der Messias kommt«.

Die Situation mit Israel erinnert mich etwas an die Situation mit dem Islamisten, der seine Motivation maximal deutlich ausspricht. Weil sie aber nicht ins Propaganda-Narrativ passt, rätseln »Journalisten« über seine Motivation.

Netanyahu selbst (ob in Person oder als KI-Video) erklärte vor einer Woche, dass er Israel mit diesem Krieg zur Weltmacht aufbauen wolle (x.com, 9:37).

2025 titelte t-online: »Netanjahu träumt von Israel in biblischer Größe« (t-online.de, 14.08.2025/archiviert)

Ja, selbst bei Tagesschau selbst schrieb man 2025 darüber, siehe tagesschau.de, 31.05.2025 und (tagesschau.de, 31.07.2025).

Was aber passiert, wenn jemand diese Aussagen heute wörtlich wiederholt? Dann wird natürlich die »Antisemitismus«-Keule geschwungen. Etwa gestern bei Markus Lanz, als die Linken-Chefin schlicht wiederholt, was israelische Politiker und politische Stimmungsmacher selbst sagten.

Die abgedroschene Keule

Der Vorwurf des »Islamophobie« und »Antisemitismus« kann dich heute daran hindern, zu sagen, was Leute selbst genau so sagten – wörtlich, wiederholt und wissentlich auf Video. bild.de, 19.03.2026 hetzt: »Linken-Chefin schwurbelt von „Groß-Israel“«. »Antisemitismus« heißt es natürlich, und »Nazi-Vergleich«.

Wenn du ein oder zwei Belege für deine Aussagen vorlegst, wird man dir sagen, dass du »cherry picking« betreibst, was belegt, dass du islamophob bzw. antisemitisch bist. Gehst du darauf aber ein, machst dir die Arbeit und legst hundert Belege vor, wird man sagen, du seist offensichtlich vom Thema »besessen«, was belegt, dass du islamophob oder antisemitisch seist.

Warum aber könnte ein ansonsten kluger Erwachsener an einem Puzzle ›2 bis 4 Jahre‹ scheitern?

Vielleicht ist er schlicht sehr abgelenkt. Vielleicht, auch das gehört zur Wahrheit, ist er auch geistig minderbemittelt. (Dass beides zu selben Ergebnissen führt, erklärt manche Eigenschaften der abgelenkten Gesellschaft.)

Oder da ist womöglich noch ein Grund, ein externer Grund. Vielleicht ahnt er, dass das öffentliche Zusammenlegen dieses Puzzles ihn den Job kosten könnte.

Und sonst so?

Heute, am 19. März 2026, ist auch der Festtag des Heiligen Joseph. Ja, der Joseph, der Mann von Maria und der Ziehvater von Jesus.

Ich bin nicht froh dabei, wenn die Nachrichten des Tages mich immer wieder neu in ihre giftigen Dämpfe ziehen. Denn »Nachrichten des Tages« bedeutet zu oft und zu offensichtlich: die Lügen des Tages.

Also wende ich mich den christlichen Themen des Tages zu. Und, am 19. März, ist eben Josefstag (siehe Wikipedia).

Josef ist ein Heiliger, von welchem kein einziges Wort in der Bibel aufgezeichnet ist. Das einzige Wort, von dem wir implizit wissen, dass er gesagt haben muss, ist Jesu Name (siehe Matthäus 1:21), als dieser im Tempel vorgestellt wurde.

Der Heilige Josef steht für den Willen, das eigene Ego für den göttlichen Auftrag zurückzustellen (siehe auch latinprayer.org). Etwas zu tun, das heute in einem schlechten Ruf steht: sich zu fügen. Zu tun, was zu tun ist.

Auch ein einfaches Puzzle

Staatsfunker mögen heute vor dem Dilemma stehen, ein einfaches Puzzle lösen zu wollen, aber von etwas, das sie uns nicht offenlegen, daran offenbar gehindert zu werden.

Aber auch anständige Menschen stehen schon mal vor einem »Puzzle«, das eigentlich sehr simpel sein sollte, es aber nicht ist.

Es sollte doch simpel sein.

Es hat wenige Teile.

Und doch fällt es uns rätselhafterweise schwer, unsere Möglichkeiten derart zusammenzulegen, dass sich daraus irgendwie ein Sinn ergibt.

Dabei sind die Puzzlestücke so einfach: Wir können von Israels Politik und vom Heiligen Josef lernen.

Sei bereit, den notwendigen Preis zu zahlen, um eine Weltmacht zu werden, doch lieber eine Weltmacht des Herzens, nicht der Waffen und der Angst. (Ja, ja, klingt utopisch. Nennt sich aber Christentum.)

Und sei bereit, dich dem zu widmen, was du tun sollst.

(Für alle aber, die sich gerade fragen, was sie tun sollen: Alle Menschen, die sich jemals sicher waren, was sie tun sollen, erhielten diese Sicherheit »von außerhalb«. Entweder »von unten«, oder »von oben«. Für die Sicherheit »von oben« empfehle ich für iPhone-Nutzer den Rosenkranz mit der Latin Prayer App.)

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Der Essay Wenn Journalisten plötzlich das Denken verlernen von Dushan Wegner ist auch online zu lesen: https://www.dushanwegner.com/essays/wenn-journalisten-ploetzlich-das-denken-verlernen/, und auf dushanwegner.com finden sich noch viele weitere Texte, Bücher und sogar T-Shirts zum Thema!