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Der Begriff »Islamophobie« ist falsch: Wir fürchten nicht den Islam, der zunächst eine IDEE ist (wie jede Ideologie). Wir fürchten die HANDLUNGEN einiger der Leute, die diese Idee umsetzen – wenn ironischerweise SIE Angst vor Ideen wie »Freiheit« haben.

»Islamophobie« ist ein seltsames Konzept. Es wirkt wie ein Fall von »beschuldige den anderen, wessen du selbst schuldig bist«.

»Islamophobie« bedeutet wörtlich eine »pathologische Angst vor dem Islam«. Aber das ist doppelt falsch! Und zwar auf ironische Weise.

Lasst mich erklären!

Ich habe keine Angst vor Ideen, aus denen Ideologien (theoretisch) bestehen. Ich habe jedoch Angst vor den Handlungen von Menschen, die Ideen anhängen, wonach ich »weniger menschlich« bin. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass diese Angst gesund ist.

Christen und westliche Konsumenten — Letztere aufgewachsen in der christlichen Kultur, doch blind für diese wie ein Fisch fürs Wasser — teilen die Prämisse: Jeder Mensch trägt den gleichen inhärenten Wert. Und sie glauben, dieser Glaube würde universell geteilt.

Leider stehen wir unter den Weltreligionen recht allein damit. Und die Blindheit gegenüber dieser Asymmetrie macht uns verwundbar.

Der Koran sagt, Ungläubige seien »die schlechtesten Geschöpfe« (Al-Bayyinah 98:6). Das islamische Recht geht weiter: Der Kafir (sprich: der Ungläubige) wird als »unrein« klassifiziert — najis — aufgelistet neben Blut, Sperma, Schweinen und Hunden (shiastudies.com), und dies ist keine obskure Randinterpretation.

Ich habe keine Angst vor Ideen. Ich habe Philosophie studiert, mit besonderem Gewicht auf Logik und Sprachphilosophie. Ich schätze die Kirchenväter und genieße es tatsächlich – und finde tiefe Bedeutung darin –, die »Gegenargumente« zu meinem Glauben wie etwa die Theodizee zu diskutieren. Wenn du meinen Respekt und meine Sympathie gewinnen willst, zeige mir auf, dass und wo ich falsch liege – und hilf mir so, weniger falsch zu liegen.

Ich bin sicherlich nicht phobisch oder ängstlich vor einer Idee.

Ich habe aber, und das gebe ich gern zu, durchaus Angst vor den Handlungen, die eine direkte Folge dessen sind, dass Menschen mich als »weniger menschlich« ansehen.

Die Ironie der Anschuldigung »Islamophobie« ist, dass es gewöhnlich nicht der angebliche Islamophobe ist, der Angst vor Ideen hat.

Es scheinen wiederholt Muslime zu sein, die derart große Angst vor gegenteiligen Ideen hegen, dass sie Menschen angreifen, unterdrücken oder töten, die Zweifel an ihren Ideen äußern. In diesem Sinne wäre »Islamophobie« ein Fall von »beschuldige die andere Seite dessen, wessen du selbst schuldig bist«.

Oh, wir alle suchen Gott, jeder auf seine Weise. So geht der Geist von Lessings Ringparabel, und andere Freimaurer stimmen gerne zu. Doch das impliziert moralische und spirituelle Austauschbarkeit. Ich widerspreche. Ich sehe kaum gemeinsamen moralischen Boden mit Ideologien, die mich als von anderer, »unreiner« Natur betrachten.

»Du betrachtest mich als so unrein wie Sperma und Schweine, während ich dich als ein Kind Gottes betrachte, genau wie mich« — klingt das nach gemeinsamem moralischen Boden?

Ich habe einige derer moralischen Richtlinien gelesen. Diese Ideen bereiten mir nur insofern »Angst«, als sie befolgt werden könnten.

Ich stimme nicht mit den »nützlichen Idioten« des Westens überein, die uns zwingen wollen, zu lügen, dass keine fundamentalen Unterschiede in den Werten existieren.

Und ich möchte deren Werte mit meiner Tradition kontrastieren.

Jesus sagt:

Verkauft man nicht zwei Sperlinge für einen Groschen? Und doch fällt keiner von ihnen auf die Erde ohne euren Vater. Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Haupt alle gezählt.
Matthäus 10:29-30

Jedem einzelnen Menschen ist unermessliche Würde gegeben, ob Gläubiger oder Ungläubiger, ob Mann oder Frau, ob im Mutterleib getötet oder vom Alter gesegnet.

Es ist Balsam für die Seele, das zu wissen. Doch uns wird zugleich auch aufgetragen, nicht zu lügen, kein falsches Zeugnis abzulegen.

Jesus macht es deutlich:

Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein.
Matthäus 5:37

Wenn Jesus mich bittet, die andere Wange hinzuhalten, bittet er mich, eure Beleidigungen zu ertragen — und das werde ich tun.

Aber wenn ihr mir das Leben oder die Freiheit nehmen wollt, sei es, weil ihr mich als weniger menschlich betrachtet oder in Wirklichkeit ihr diejenigen seid, die Angst vor Ideen haben, werde ich Männer mit Waffen bitten, meine Familie, meine Kirche, mein Land und mich zu beschützen.

Ich werde diesen Männern danken und ich werde für sie beten — so wie ich für euch bete.

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Der Essay Nein, wir fürchten den Islam nicht (nur einige der Leute, die danach handeln) von Dushan Wegner ist auch online zu lesen: https://www.dushanwegner.com/essays/islamophobie/, und auf dushanwegner.com finden sich noch viele weitere Texte, Bücher und sogar T-Shirts zum Thema!