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Mel Gibson. Kanye West. Tom Cruise. Charlie Sheen. – Die »Freaks« und die »Ausgestoßenen« (die vom Show-Business nur geduldet werden, weil und solange sie Geld einbringen) fehlen auffällig in den Epstein-Akten. Dort finden sich vor allem die »Guten«.

Lasst uns zur Kenntnis nehmen, dass es die ungeliebten und verstoßenen Show-Prominenten sind, die auf auffällige Weise in den Epstein-Akten zu fehlen scheinen.

Zum Beispiel: Mel Gibson. Kanye West. Tom Cruise. Charlie Sheen.

Das Publikum mag diese Leute lieben – selbst nach ihrem Tod –, doch für »die Guten« sind es Freaks – und die wollte man lieber nicht bei den Partys der »Guten« haben.

Okay, ein »Freak« (im freundlichsten Sinne!) kommt in den Epstein-Akten vor: Elon Musk (nbcnews.com, 31.1.2026). Doch nach den Mails, die ich bislang im Internet als Screenshot kursieren sah, wirkt Musk auf mich wie ein Autist, der nicht versteht, was die verschiedenen Codes bedeuten.

Ein Autist (oder ein deutscher Journalist, der dafür bezahlt wird, auf dem »guten« Auge blind zu sein) fragt eben nicht, warum Leute, die sich täglich Hummer und Kaviar leisten könnten, mit großem Aufwand regelmäßig »Pizza« oder »Hot Dogs« ins Büro oder auf abgelegene Inseln bestellen. Oder warum die Bestellung billigen Fast Foods mit viel Geheimniskrämerei von den VIPs selbst erledigt wird und nicht vom Koch oder Assistenten.

Elon Musk schreibt in einer Mail zwar, dass er dann doch auf eine Party auf der Insel eingeladen werden will (leadstories.com, 2.2.2026). An dem Punkt haben die Epstein-Leute aber wohl kapiert, dass Musk der Überzeugung sei, es seien wirklich nur normale Partys. Also sagen sie ihm ab, und sie behaupten, diese fänden nicht mehr statt.

Ein weiterer Milliardär kommt zwar vor, ist aber offenbar ebenfalls »zu autistisch«: Michael J. Saylor (bitcoinprotocol.org, 2.2.2026). Die Frau, die ihn locken soll, gibt irgendwann irritiert auf. (»I walked him around, and even I could not get any conversation from him.«)

Wir lernen: Nicht nur konservative Werte, auch latenter Autismus schützt vorm moralischen Bankrott.

Die Liste der Leute, die nicht in den Epstein-Dokumenten auftauchen (Wikipedia »Epstein files«), ließe sich natürlich sehr weit ausdehnen. Schränkt man die Auswahl aber auf Showbusiness-Promis ein, werden mehrere Muster sichtbar. Die Leute im Dunstkreis des Jeffrey Epstein zählten oft zu denen, die vom Mainstream als »die Guten« gefeiert wurden und werden.

Bill Gates etwa, dessen Name inzwischen oft in einem Atemzug mit Jeffrey Epstein fällt (cbsnews.com, 2.2.2026). Natürlich ist er für den deutschen Mainstream einer der Guten. Natürlich sponsert er deutschen Qualitätsjournalismus. Natürlich sprach er in der Tagesschau im Big-Brother-Stil zum deutschen Volk (dwdl.de, 2.11.2021).

Einige der Leute aber, die nicht auf der Liste stehen, zählen zu den Ausgestoßenen. Show-Promis, die zwar vom Volk geliebt werden, aber nicht zu den »Guten« zählen. Freaks, die von den wahren Machtzirkeln ausgestoßen wurden und nur geduldet werden, weil und solange sie Geld einbringen.

Einige der »Freaks«, die in den Epstein-Akten fehlen, wurden von den »Guten« verstoßen, weil sie wirre Verschwörungstheorien von sich gaben.

In ihren wirren Verschwörungstheorien schwurbelten die Ausgestoßenen davon, dass die sogenannten Eliten sich zu perversen Sex-Partys treffen. Dass die Eliten dort dann böse Pläne schmieden und Pandemien planen. Dass sie Trans-Ideologie propagieren und Eugenik debattieren. Dass die Eliten Insider-Wissen teilen, um an der Börse reich zu werden – während du und ich uns den Rücken krummarbeiten. Dass sie Gott und die Kirche hassen – und traditionellen Glauben fürchten. Und dass sie die Mainstream-Medien in der Hand haben, sodass genau diese grundbösen Eliten von »Journalisten« zuverlässig als »die Guten« beschrieben werden.

Der letzte Film des Regisseurs Stanley Kubrick war übrigens »Eyes Wide Shut«. Hauptthema sind exquisite Sex-Partys der Eliten. Hauptdarsteller war der in den Epstein-Akten auffällig abwesende Tom Cruise.

Nein, wer solche wirren Verschwörungstheorien verbreitet – oder gar Filme darüber dreht –, den will ein Philanthrop wie Jeffrey Epstein nicht auf seinen Partys haben, wenn er mit Wissenschaftlern und Intellektuellen über die Besserung der Welt diskutiert.

Dich und mich würde er ja ebenfalls nicht auf seinen Partys haben wollen, schon weil wir weder reich noch wichtig genug sind.

Die erste Moral von der sich entwickelnden Geschichte scheint aber zu sein: Lebe so, dass weder Gates noch Epstein dich auf ihre Party einladen würden – selbst wenn du reich und wichtig genug wärst.

Und die zweite Moral: Die Welt braucht Freaks, Verschwörungstheoretiker, Schwurbler.

Nein, die »Spinner« haben wahrlich nicht immer recht. Doch zumindest in den letzten Jahren haben die Verrücktesten unter den Verrückten öfter die Wahrheit gesagt als jene, welche sich zu Richtern über Wahr und Falsch aufschwingen.

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Der Essay Mel Gibson war nicht eingeladen von Dushan Wegner ist auch online zu lesen: https://www.dushanwegner.com/essays/mel-gibson-war-nicht-eingeladen/, und auf dushanwegner.com finden sich noch viele weitere Texte, Bücher und sogar T-Shirts zum Thema!