Aus den USA sehen wir Bilder, die man eigentlich von zivilisierten, westlichen Staaten nicht sehen will: Vermummte, bewaffnete ICE-Spezialeinheiten in Schutzwesten und Kampfmontur (cnn.com, 9.1.2026). Einsätze in Städten, um Ausreisepflichtige festzunehmen, damit diese außer Landes gebracht werden können.
Gegen diese Beamten kämpfen allerdings »Aktivisten«, die von anti-westlichen Politikern (»Democrats«) angeheizt werden (foxnews.com, 7.8.2025). (Im vorigen Satz ist das Wort kämpfen wichtig – und schillernd.)
Das »Kämpfen« der Aktivisten besteht in der Praxis darin, ICE-Operationen aktiv zu stören. Man versucht etwa, Festnahmen zu vereiteln, indem man mit eigenen Autos die Autos der ICE-Beamten blockiert (minnesotareformer.com, 13.1.2026). Man erhöht bewusst den Stress-Level, indem man Kameras und Smartphones direkt ins Gesicht der Beamten hält und so ihre gefährlich Arbeit aktiv behindert. Man setzt Trillerpfeifen und Megaphone ein, um die Kommunikation der Beamten während des Einsatzes zu erschweren (walkermn.com, 21.1.2026).
Inzwischen wurden zwei dieser »Kämpfer« von ICE-Beamten per Pistolenschuss getötet (nbcnews.com, 25.1.2026). Anti-westliche Kräfte nutzen diese Bilder, um gegen Donald Trump und die Durchsetzung amerikanischer Einwanderungsgesetze zu agitieren.
Einem freien, investigativ tätigen Journalisten ist es gelungen, in ein digitales Netzwerk dieser »Kämpfer« einzudringen (foxnews.com, 25.1.2026). Seine Recherchen legen nahe, dass die Aktivisten semi-professionell vernetzt sind und ihre Attacken systematisch planen. Und es scheint, dass sie Kontakte zu Trump-Gegnern in Behörden und Politik haben, die sie mit Informationen füttern (etwa zu Auto-Kennzeichen und bevorstehenden Einsätzen) (newsweek.com, 11.2.2025).
Die Liste absurder Versprechen
An meinen Formulierungen merkt ihr leicht, auf welcher politischen Seite ich selbst stehe. Ja, ich bin selbst Migrant aus einer Migrantenfamilie. Allerdings haben wir uns zu jeder Zeit an die geltenden Regeln und Gesetze von Aus- wie auch Einwanderungsländern gehalten.
Zugleich halte ich es für einen an klinischen Wahnsinn grenzenden Irrglauben, dass Gesellschaften überleben (oder gar ihren Level von Wohlstand und Sicherheit halten) können, wenn sie Migranten nach Belieben einwandern lassen – und diesen dann auch noch absolute Toleranz, suizidale Empathie, kostenloses Wohnen, bevorzugte Krankenversorgung und lebenslanges Gratiseinkommen schenken.
Ach, wenn ihr diese Liste absurder Versprechen für polemisch und übertrieben haltet, muss ich euch leider erklären, dass linker Wahn noch übler sein kann.
Die linken »Kämpfer« in den USA kämpfen ausdrücklich auch für das Bleiberecht von Schwerkriminellen. Wo sind die Proteste und Beileidsbekundungen, wenn wieder einmal ein einheimisches Kind von einem ungeprüften, papierlosen Einwanderer getötet wurde? Die suizidale Empathie der Linken geht einher mit einem pathologischen Hass auf die eigene Gruppe.
Ich halte es für müßig zu diskutieren, ob Männer in Frauenkleidern wirklich Frauen sind. Ebenso halte ich es für Lebenszeitverschwendung zu diskutieren, ob ein Land das moralische Recht hat, Einwanderungsgesetze durchzusetzen. Politisch-moralische Frameworks, die »offene Grenzen« zulassen, haben implizit die Prämisse, dass das eigene Land das für Migranten am wenigsten attraktive Land der Welt sein soll – oder dass das eigene Land sozial und wirtschaftlich zu zerstören sei.
Eine der impliziten, aber unausgesprochenen Grundprämissen der Empörung über die Durchsetzung der Einwanderungsgesetze unter Trump lautet, dass die zur Durchsetzung notwendigen Maßnahmen nur dann schlimm sind, wenn sie unter Trump geschehen.
Unter Obama wurden deutlich mehr Menschen abgeschoben als unter Trump (foxnews.com, 26.11.2024). Unter Obama starben weit mehr Menschen in ICE-Haft (immigrantjustice.org, 2.6.2025). Doch da Obama für die leichtverführbare Masse (»Linke«) zum »Messias« aufgebaut wurde, wurden diese Zahlen hingenommen.
Das Weltbild von Linken ist auf Lügen gebaut. Das Ausblenden gleich mehrerer Ebenen und Zusammenhänge der Migrationsrealität ist eine typisch linke Lüge. Die linken »Kämpfer«, die dem ICE in den Arm fallen wollen, bauen ihr Weltbild und ihre Moral auch auf dieser Lüge auf.
Doch da wäre eine weitere Ebene, und die bereitet mir noch mehr Sorge als »nur« ein paar linke Lebenslügen.
Mit einer geladenen Waffe im Holster
Was erwartet eine Mutter, die mit ihrem Auto aktiv den Einsatz der bewaffneten ICE-Agenten behindert, was passieren wird?
Was ist der Lebensplan eines Krankenpflegers, der in Anti-ICE-Gruppen aktiv ist und sich dann mit einer geladenen Waffe im Holster in einen Einsatz einmischt?
Und vor allem: Was erwarten die vielen Linken, die sich vor fahrende Autos stellen und mitschleifen lassen, um die Verhaftung von Kriminellen zu verzögern? (Ja, es ist ein Verbrechen, illegal einzuwandern. Nicht wenige der Abzuschiebenden haben aber mehr verbrochen, als »nur« illegal einzuwandern.)
Möglicherweise sind diese Menschen schwer geistig umnebelt und ihnen ist nicht bewusst, dass sich in Lebensgefahr zu bringen zum Tod führen kann.
Wenn junge Menschen aufwachsen, ohne jemals eine negative Konsequenz ihrer Handlungen zu erfahren, ist dies tatsächlich nicht auszuschließen. Wer daheim nie »Nein« hörte, wer in der Schule auch ohne Leistung sein Sternchen bekam, wessen »Kampferfahrung« nur aus Filmen und Computerspielen stammt, bei dem ist es tatsächlich denkbar, dass er tödliche Gefahr nicht als tödlich begreift.
Mir drängt sich aber eine weitere Interpretation möglicher Motivation auf, und die ist, ja: gruseliger.
Jeweils ein Gefühl
Im Juni 2025 beschrieb ich »warum Islam glücklich macht«. Ja, es ist ein provokanter Titel, doch es ist begründet. Und es zeigt Parallelen zu den Leuten, die sich in den USA den ICE-Beamten vors Auto – und vor die Waffen – stellen.
Der Islam, der Kampf gegen die Abschiebung von Kriminellen und, ja: das Christentum können dem Menschen jeweils ein Gefühl schenken, das mit einer gewissen Berechtigung für Sinn und Glück gehalten werden kann.
Wenn es in diesem Leben tatsächlich so etwas wie »Glück« im großen, philosophischen Sinn gibt, dann ist es mit etwas Größerem verbunden. Der Philosoph Dan Dennett brachte in einem TED-Talk (2002, als ich TED-Talks noch interessant fand) die alte Menschheitsfrage auf den Punkt:
The secret of happiness is: Find something more important than you are and dedicate your life to it.
– Dan Dennett, 2002
Auf Deutsch: »Das Geheimnis des Glücks ist: Finde etwas, das wichtiger ist als du, und widme dem dein Leben.«
Nein, der Tod aggressiver, gehirngewaschener Linker, die sich in polizeiliche Maßnahmen einmischen, ist nicht »Staatsterror«, wie es in der postrationalen Sprache der deutschen Presse zu lesen ist (fr.de, 26.01.2026).
Nein, es ist kein »Zufall«, dass sich die Zwischenfälle mit aggressiven Linken in bestimmten US-Regionen häufen (@kevinnbass, 26.01.2026). Es passiert dort, wo Politik und NGOs zu Protesten gegen Abschiebung von Kriminellen aufrufen, womöglich um von aktuellen Korruptionsskandalen abzulenken.
Ja, all das ist empörend, könnte einen zur Verzweiflung treiben.
Noch mehr als linke Lebenslügen und eine zuerst der Korruption dienende Moral schockiert mich, dass Linke inzwischen bereit sind, ihr Leben für diesen Wahnsinn zu geben.
Denn ich stimme nicht zu
Ein Linker, der sich vors fahrende Auto stellt oder bewaffnete Polizisten stresst und in ihrer Arbeit behindert, der wirkt, als wäre er auch von einer Todessehnsucht getrieben. Er ist bereit, »sein Leben zu geben«.
Tausende junger Menschen, von linker Propaganda und korruptionsnaher Moral fanatisiert, suchen so etwas wie Glück, indem sie ihr Leben opfern wollen.
Eigentlich ist Glück darin zu finden, sein Leben einem Größeren zu widmen. Sprich: Tag für Tag den Sinn zu leben. Ein paar Tage lang zu protestieren und dann für Sache zu sterben ist nicht dasselbe. Aber es fühlt sich wohl so ähnlich an.
Ich erkenne in den absurd-unschönen Bildern (und in den bislang zwei Todesmeldungen) aus den USA die Symptome einer Sinnkrise.
Wie sinnleer muss das Leben jener Linken sein, wenn sie bereit sind, ihr Leben aufs Spiel zu setzen, um die Abschiebung von Kriminellen zu verhindern?
Ja, ich würde mir wahrlich wünschen, dass meine These übertrieben wäre. Doch inzwischen finden sich Videos, in denen Linke die ICE-Beamten darum anbetteln, von diesen getötet zu werden: »Shoot us in the fucking face!« (@haileyywest, 25.01.2026)
Nein, ich kann kein Linker sein, aus vielen Gründen. Etwa weil ich nicht zustimme, dass Fakten, Kausalität und Logik »faschistisch« sind. – Da wäre aber noch ein weiterer Grund, der mir heute bewusst wird.
Wir sind an einem merkwürdigen Punkt der Geschichte angelangt. Ein lautstarker Teil der Bevölkerung sieht seinen »Sinn im Leben« darin, das eigene Land und die eigene Gruppe zu hassen und den maximalen Schaden am eigenen Volk anzustreben.
Einige der extra leicht manipulierbaren jungen Menschen sind bereit, ihr Leben zu opfern, um Kriminelle zu schützen und von großangelegter Korruption abzulenken.
Menschen sind zu schrecklichen Taten bereit, wenn sie in den Abgrund der eigenen Sinnleere blicken.
Auch wenn es nicht viele weitere Gründe gäbe, dieser wäre genug: Ich kann kein Linker sein, denn ich stimme nicht zu, dass das eigene Leben sinnlos ist und also zerstört werden muss.
Weiterschreiben, Wegner!
Das Schreiben dieser Essays ist nur mir Ihrer Unterstützung möglich. Werden und bleiben Sie Teil meiner Arbeit!
Bitte wählen Sie Ihren freiwilligen Leserbeitrag:
E-Mail-Abo
Lassen Sie sich automatisch benachrichtigen, sobald ich hier etwas Neues veröffentliche! (Gratis, jederzeit abbestellbar.)
Der Essay Der linke Todeswunsch von Dushan Wegner ist auch online zu lesen: https://www.dushanwegner.com/essays/sinnkrise/, und auf dushanwegner.com finden sich noch viele weitere Texte, Bücher und sogar T-Shirts zum Thema!
