Ja, ich habe mitbekommen, was der Staatsfunk, NGOs und andere Organe des Propagandastaates beim Interview mit Alice Weidel abgezogen haben. Ja, wir haben es gesehen und gehört: Der deutsche Propagandastaat hat die Oppositions-Chefin zum TV-Verhör geladen (»Sommerinterview«). Doch man musste verhindern, dass die Opposition trotz tendenziöser Fragen und strategischen Unterbrechungen ein hörbares Argument unterbringt.
Also wurde ein teurer NGO-Lärmbus aufgefahren (ja, so etwas haben »NGOs«), und man spielte sehr lautere vulgäre Gesänge ab (apollo-news.net, 20.07.2025).
Es ist eigentlich ein Armutszeugnis: Der Propagandastaat findet nicht mehr genug Leute, um laut genug zu brüllen, also erlaubt die extra linientreu auf- und zutretende Berliner Polizei offenbar das Vorfahren und Parken eines Busses, der die Stimme der Opposition in vulgärem Lärm untergehen lässt.
Aber nur beinahe
Wäre diese anti-demokratische Aktion nicht zwischen Staatsfunk und NGOs koordiniert und also beabsichtigt gewesen (was ich keine Sekunde lang glaube), hätte man die Wirkung der Störung minimieren können.
Man hätte das Interview nach innen verlegen können. Man hätte den Lärm elektronisch herausfiltern können.
Man hätte bei der Polizei nachfragen können, warum der Lärmbus überhaupt so nah an die Szene herangelassen wurde. Es ist beinahe zum Lachen – aber nur beinahe.
Was aber ist die Konsequenz der ARD? Werden die Verantwortlichen gefeuert? Hahaha, nein, warum sollten sie? Es war ja erfolgreich – zumindest bei jener Gruppe, die auch sonst täglich Tagesschau guckt.
Es ist an dieser Stelle fast schon müßig, die Methoden der deutscher Propaganda und NGOs mit den im Dritten Reich eingesetzten Methoden zu vergleichen. Ja, auch die SA hat Lärm eingesetzt, um Vorlesungen jüdischer Professoren zu verhindern (so etwa @AchijahZorn, 20.07.2025).
Nein, es ist keine »Verharmlosung« oder »Relativierung«, wenn wir sachlich feststellen, dass die »Guten« ähnliche Methoden einsetzen wie die »Guten« von damals, die wir heute natürlich »böse« nennen.
Panik muss groß sein
Bittet die ARD pro forma wenigstens um Entschuldigung für diese Drecksaktion? Vielleicht hat man irgendwo etwas veröffentlicht, aber just jetzt wird auf tagesschau.de, 21.07.2025 die Propaganda fortgesetzt. Man fabuliert sich einen »Faktencheck« zusammen, mit den immergleichen Autoren-Namen. Man sagt über das Interview mit Alice Weidel gleich in der Einleitung: »Im ARD-Sommerinterview war die AfD-Vorsitzende Weidel zu Gast. Nicht alle ihre Behauptungen halten einer Überprüfung stand …« Die Panik muss groß sein in den Propaganda-Fluren.
Ich habe all das auch mitbekommen. Doch ich frage mich, was du und ich daraus lernen. Wir wissen doch bereits, dass ARD und ZDF eben Propagandainstrumente sind und Deutschland ein postdemokratischer Propagandastaat. Wir wissen aber auch, dass es dem Menschen angeboren ist, sich über Missstände aufzuregen – so werden notwendige gesellschaftliche Veränderungen angestoßen.
Was aber, wenn diejenigen, welche die Missstände einrichten, deine Aufregung bereits einkalkuliert haben?
Jeden Morgen aufs Neue steht man als Deutscher (und eigentlich als Bürger dieser Zeit) vor einer Entscheidung, die mindestens diesen Tag prägen wird. (Und da das Leben nun einmal aus Tagen besteht, werden diese täglichen Entscheidungen dein restliches Leben formen.)
Es ist der Fall
Deine tägliche Entscheidung lautet: Werde ich mich zum hundertsten Mal darüber aufregen, dass das passiert, wovon mir klar war, dass es passieren würde? Oder werde ich lieber dafür planen, was danach kommt?
Ich entscheide mich dafür, zur Kenntnis zu nehmen, mich aber nicht darüber aufzuregen. Es ist der Fall, was der Fall ist.
Noch während die Propaganda ihr böses Ding macht, geschehen ja eben die Dinge, von denen sie ablenken will.
Am Düsseldorfer Hauptbahnhof: Massenschlägerei zwischen 100 Syrern und Kurden (apollo-news.net, 21.07.2025). In Berlin eine Massenschlägerei zwischen Syrern und Kurden (bild.de, 21.07.2025). Eine im »migrantischen Bandenmilieu«, ein 30-jähriger Kurde erstochen (bild.de, 21.07.2025). Und so weiter. Das ist absehbar die Zukunft Deutschlands, das ist die Zukunft, die SPD, CDU und EU für Deutschland einrichten.
Jeden Tropfen
Ja, es ist natürlich, sich darüber aufzuregen. Doch bedenken wir, dass es der Sinn von Aufregung ist, das Kollektiv auf ein neues, akutes Problem hinzuweisen. Diese Probleme sind aber bekannt!
Regt euch nicht täglich darüber auf. Ändert, was ihr ändern könnt. Findet euch mit dem ab, was ihr nicht ändern könnt. Pflückt jeden Tag, so bitter die Umstände auch sein mögen, und presst jeden Tropfen Glück aus jedem Tag.
Denn: jeder Tag, auch dieser, kommt nur einmal.
Weiterschreiben, Wegner!
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Der Essay Wie wichtig ist das Weidel-Interview wirklich? von Dushan Wegner ist auch online zu lesen: https://www.dushanwegner.com/essays/weidel-interview/, und auf dushanwegner.com finden sich noch viele weitere Texte, Bücher und sogar T-Shirts zum Thema!
