In Australien hat ein Vater-Sohn-Team fünfzehn Menschen ermordet. Der Vater heißt Sajid Akram (50). Der Sohn heißt Naveed Akram (24). Der Terroranschlag galt gezielt jüdischen Hannukkah-Festivitäten. (bbc.com, Stand 15.12.2025).
Der Vater kam 1998 mit einem Studentenvisum nach Australien. Der Sohn wurde in Australien geboren und hatte Verbindungen zum Islamischen Staat (IS) sowie einer lokalen Terrorzelle in Sydney.
Die australischen Behörden hatten den jungen Herrn zwar auf dem Radar, ihn aber offenbar als nicht weiter gefährlich eingestuft. Die Behörden der ehemaligen britischen Gefangenenkolonie waren aber vielleicht bloß ausgelastet mit ihrem Kampf gegen »Islamophobie« (reuters.com, 12.9.2025).
Und nach dem Anschlag gelang es dem australischen Premier tatsächlich, irgendwie »right wings extremists« als Schlagwort in die Debatte zu bringen (@ausvstheagenda, 15.12.2025). Nicht die Islamisten sind es, die Australiens Regierung fürchtet, sondern dass die Australier aufbegehren und Vergeltung üben (apollo-news.net, 14.12.2025).
Das Erkennen jedes Zusammenhangs
Phobien sind »psychische Störungen, deren gemeinsames Merkmal exzessive, übertriebene Angstreaktionen beim Fehlen einer wirklichen äußeren Bedrohung sind« (siehe Wikipedia).
In australischen Moscheen wurde laut MEMRI mindestens einmal gepredigt, und zwar vom Imam Ahmoud Zoud in Sydney, dass Juden »blutrünstige und hinterhältige Verbrecher, Terroristen und Monster« seien. »Nicht alle«, aber »die meisten von ihnen«. Ich verwende die Formulierung »mindestens einmal«, denn davon existiert ein Video: @MEMRIReports, 02.01.2024
Laut Propaganda ist es »Phobie«, wenn man solche Aussagen eines hochrangigen muslimischen Geistlichen als stellvertretend für die von ihm gepredigte Ideologie deutet.
Und wenn Islamisten solche Aussagen genau so verstehen, wie nur »Islamophobe« denken, dass es verstanden werden kann, und wenn sie daraufhin 15 Menschen ermorden, dann wird das Erkennen jedes Zusammenhangs zwischen Ideologie und Morden als »psychische Angststörung« beschimpft.
Aber gut, Australien ist weit weg. Kein Imam in Deutschland würde so etwas predigen, also besteht kein Anlass für eine entsprechenden Angststörung – oder?
Wie fanden sie zusammen?
In Bayern wurden eben junge Männer festgenommen, die »offenbar« mit einem Fahrzeug in einen Weihnachtsmarkt fahren wollten. Drei Marokkaner, ein Ägypter und ein Syrer (welt.de, 15.12.2025).
Der Anschlag sollte wohl im Raum Dingolfing-Landau stattfinden. Er konnte rechtzeitig verhindert werden.
Der Jüngste dieser mutmaßlichen Terrorgruppe ist 22 Jahre alt, der Älteste stolze 56 Jahre.
Wie fanden diese fünf Männer wohl zusammen?
Da wir nicht islamophob sind, könnten wir vermuten, dass sie sich im örtlichen Schützenverein trafen. Oder beim Elternabend in der Grundschule.
Wenn wir deutsche Journalisten wären, würden wir vermuten, dass die Terror-Planer sich beim AfD-Parteitreffen kennenlernten und Rechtsextreme waren, weshalb der Kampf gegen Rechts verschärft werden muss.
Wenn wir aber islamophob wären, könnten wir einen Zusammenhang sehen mit der Meldung, dass ebendieser Ägypter in einer Moschee in ebendiesem Raum Dingolfing-Landau ebendiese Anschlagspläne verkündet hat.
Zum Glück haben aber die anderen Muslime in seiner Gemeinde, als sie von den Anschlagsplänen hörten, umgehend die Behörden benachrichtigt, womit sie manche Unterstellungen von Islamophoben widerlegten.
Ach nein, den letzten Absatz habe ich mir frei ausgedacht. Laut bild.de, 14.12.2025 soll es ein »ausländischer Geheimdienst« gewesen sei, der »den entscheidenden Hinweis geliefert« hatte. Ich interpretiere das so: Die Behörden in Brüssel und Berlin sind damit beschäftigt, Tausende an Strafanzeigen wegen Politikerbeleidigung abzuarbeiten und kritischen Bürgern zur Abschreckung das Haus zu durchsuchen. Also muss die US-amerikanische NSA auch in Deutschland mitüberwachen und uns vor wirklicher Gefahr schützen. Vielleicht hat schlicht eine amerikanische KI in der Kommunikation deutscher Islamisten eine ungewöhnliche Ernsthaftigkeit festgestellt und Alarm geschlagen.
Ob ihres Unwillens
Im Internet fragt ein »Exil-Bayer und Teilzeit-Australier«:
In welchen Flecken der Erde muss man sich eigentlich zurückziehen, wenn man nicht von Islamisten auf einem Weihnachtsmarkt totgefahren oder am Strand erschossen werden möchte?
– @ArminPetschner, 14.12.2025
Dem Fragenden wird online geantwortet mit einer Liste der Staaten, welche von der EU drangsaliert werden ob ihres Unwillens, die Grenzen für die »jungen Männer« zu öffnen.
Ich wollte spontan antworten: Wenn du nicht mit der »Phobie« leben willst, am Weihnachtsmarkt totgefahren zu werden, dann ziehe in ein beliebiges Land, das angeblich »intolerant« ist. Und zwar inklusive der Länder, in denen die Religion der hiesigen Attentäter die Staatsreligion ist; siehe Weihnachtsaktivitäten in Saudi-Arabien oder Weihnachtsmärkte in Dubai. Nein, es liegt nicht »nur« an der Ideologie, es liegt auch an der westlichen Toleranzbesoffenheit.
Oster-Gleichnis zur Weihnachtszeit
Als die Mörder am Bondi Beach in die feiernde Menge schossen, erstarrten laut Internetberichten einige der anwesenden Polizist(innen) und schossen erst mal nicht zurück (nypost.com, 14.12.2025), taten angeblich quälend lange nichts.
Es fand sich aber ein Held, der einen der Attentäter von hinten anging und zu Boden rang (theguardian.com, 15.12.2025).
Der Held heißt Ahmed al-Ahmed. Und im Internet tobt derzeit ein kleiner Infokrieg zu der Frage, ob er Muslim ist oder libanesischer Maronit. Und ich lernte eben, dass es libanesische Maroniten gibt (siehe Wikipedia).
Ahmed al-Ahmed wurde verletzt, ist aber auf dem Weg der Besserung. Er war bereit, sein Leben zu riskieren, um andere Leben zu retten. Es ist ein Oster-Gleichnis zur Weihnachtszeit.
Weiterschreiben, Wegner!
Das Schreiben dieser Essays ist nur mir Ihrer Unterstützung möglich. Werden und bleiben Sie Teil meiner Arbeit!
Bitte wählen Sie Ihren freiwilligen Leserbeitrag:
E-Mail-Abo
Einmal die Woche (immer Sonntag früh) bekommen Sie eine automatische Zusammenfassung aller Postings der letzten Woche. (Gratis, jederzeit abbestellbar.)
Der Essay Wohin ziehen, wenn Phobie zu arg wird? von Dushan Wegner ist auch online zu lesen: https://www.dushanwegner.com/essays/wohin-ziehen/, und auf dushanwegner.com finden sich noch viele weitere Texte, Bücher und sogar T-Shirts zum Thema!
