26.6.2020

Würden Sie Ihrem Sohn raten, Feuerwehrmann zu werden?

von Dushan Wegner, Lesezeit 10 Minuten, Foto von Patrick Hendry
Einst träumten Jungen davon, Feuerwehrmann oder Polizist zu werden. Heute würde ich meinem Sohn davon abraten – leider! Ich will nicht, dass er von irrer Politik aufgerieben wird. Was stimmt nicht, wenn Feuerwehrleute den Mob mehr fürchten als das Feuer?!
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Stellen wir uns eine Vorstadtkneipe vor! Stellen wir uns einen entspannten Sommerabend vor, und dazu eine Gruppe von Freunden, die gemeinsam ihren Tag ausklingen lassen.

»Ich, hick, sollte nicht mehr fahren«, sagt der eine Kneipenbesucher.

»Nee, nee«, sagt sein Freund, »stimmt schon. Vielleicht wäre es besser, wenn du ein Taxi bestellst!«

»Hey, Wirt«, sagt der erste der beiden zum Wirt, »bestellst du mir ein –«

Bevor er ›Taxi‹ sagen kann, erklingt aus der Tiefe des Raumes eine Stimme: »Abzocke, alles Abzocke! Du bist doch ein freier Mann!«

Alle drehen sich zu dem um, der das gerufen hat. Es ist der Sohn eines erfolgreichen Unternehmers aus dem Nachbarort. Keiner in der Kneipe kann sich erinnern, was genau es ist, das der Vater macht. Es ist etwas mit Autos, so viel wissen sie.

»Natürlich bin ich ein freier Mann«, lallt der, der das Taxi rufen wollte, »ein freier Mann – hicks!«

Der junge Unternehmersohn, dieser beredte Rebell aus dem Nachbarort war in den letzten Tagen schon öfter in der Dorfkneipe aufgetaucht, doch bislang hatte er vor allem Höflichkeiten ausgetauscht. Jetzt, zum ersten Mal, erhebt er ernsthaft seine Stimme, und weil er ein charmanter junger Mann ist, stimmt ihm bald die ganze Kneipe zu.

»Wer ein freier Mann ist«, so spricht der Rebell, »der lässt sich nicht vorschreiben, wann er Auto fahren darf und wann nicht!«

»Sehr richtig!«, ruft der, der gar nicht mehr das Taxi rufen will, und ein anderer singt: »Ein Prosit auf die Freiheit.«

Warum hatte der junge Mann in den bislang braven Kneipenbrüdern solche gefährlichen Gedanken angestachelt? Wir werden es bald erfahren, für jetzt sei notiert, dass ein Gast und ein Passant starben, einer im Krankenhaus landete und insgesamt vier Gäste ihr Auto zu Schrott fuhren.

Der Polizeichef hörte von jener Kneipenbegebenheit, die so schmerzhafte Folgen nach sich gezogen hatte, doch er kam zunächst gar nicht erst dazu, sie näher zu untersuchen. Jemand hatte den Bürgern eingeredet, dass die Einbahnstraßen vor dem Einkaufszentrum der finstere Plan von finsteren Kapitalisten seien, was zu Dutzenden von Unfällen führte, sehr viel mit Blechschaden, nicht wenige Komplettschäden, und dem gelegentlichen Herzinfarkt. Eine politische Partei sah schnell ihre Chance, auf die neue politische Stimmung aufzuspringen, und sie befand es für unverschämt, dass die Farbe Rot in Ampeln so stigmatisiert werde, und dass die Bürger als Zeichen der Solidarität sich verweigern sollten, bei Rot anzuhalten, was nicht nur zu der großzügigen Spende eines unternehmerisch tätigen Parteifreundes, sondern auch zu Sonderschichten im Krankenhaus führte und dem örtlichen Begräbnisunternehmer seine neue Heimsauna finanzierte.

Ein junger Polizist hatte von seinem Kumpel gehört, was in der Kneipe vorgefallen war. Er forschte auf eigene Faust nach, was es mit dem sprachgewandten Rebellen und Unternehmersohn auf sich hatte.

Er recherchierte, in seiner Freizeit, wer die Zettel hatte drucken lassen, auf denen gegen die Einbahnstraßen polemisiert worden war. Er erkannte ein Muster, und er begann, Fragen zu stellen. Sehr detaillierte Fragen, deren Antworten zunehmend nervös ausfielen, wenn er überhaupt welche erhielt.

Als der junge Polizist allerdings bei jener Partei nachhakte, wer ihnen eigentlich das Geld gespendet hatte, mit dem sie den »Kampf gegen Ampelregeln« finanzierten, antwortete man ihm gar nicht erst – sondern man rief, Parteifreund zu Parteifreund, gleich seinen Chef an und den Bürgermeister noch dazu.

Der junge Polizist wurde vorgeladen. Drei Männer saßen ihm gegenüber. Der Bürgermeister, der Polizeichef, und ein weiterer Mann, den er noch nicht getroffen hatte.

»Ich höre seit einiger Zeit von Ihren privaten Untersuchungen«, sprach der Chef, vom kollegialen Duzen ins bedrohliche Siezen schaltend, »und ich möchte Sie auffordern, hier nicht Privatdetektiv zu spielen. Ich habe gehört, wen Sie ausforschen. Dies ist die letzte Warnung an Sie! Es gibt keinerlei Anlass, Herrn M. aus unserem befreundeten Nachbarort und seinen wohlerzogenen Sohn wie einen möglichen Kriminellen zu behandeln. – Haben Sie verstanden?«

Der junge Polizist nickte.

»Gut«, sagte der Bürgermeister, und der dritte Mann notierte etwas.

Der junge Polizist meinte, im Auge des Polizeichefs ein Blitzen zu erkennen, als dieser ergänzte: »Es gibt überhaupt keinen Grund, Herrn M. und seinen Sohn zu verdächtigen, diese Unfallwelle angezettelt zu haben, durch irgendwelche Aufrührerei oder Parteispenden. Herr M. ist ein langjähriger Parteifreund unseres Bürgermeisters, und er ist auch ein angesehener Schrottunternehmer. Herr M. handelt erfolgreich mit Autoschrott, und wir sind ihm sehr dankbar–«

Der Bürgermeister und jener unbekannte Dritte wollten den Polizeichef unterbrechen, doch es war unnötig, denn draußen krachten Autos ineinander, das Scheppern füllte den Raum und ließ die Scheiben erzittern.

Alle vier sprangen sie auf und stürzten ans Fenster, doch für einen Augenblick schauten der junge Polizist und sein Chef einander in die Augen, und der junge Polizist fragte sich, ob er den Blick seines Chefs richtig deutete.

Das Aufrechterhalten der Ordnung

Meine Kinder wissen nicht wirklich, was sie im Leben werden wollen. Man fragt sich als Vater ja inzwischen, auf welche Universität sie überhaupt gehen sollen. Wer will schon seine Kinder auf einer Universität sehen, wo sie etwa wegen ihrer Hautfarbe gedemütigt werden, oder wo sie zu denkfaulen, linken »Social Justice Warriors« gehirngewaschen werden, lebensunfähig und tief unglücklich? Selbst Universitäten mit einst großen Namen werden zu linken Indoktrinationsstätten, die zuerst und zuletzt dem Zweck zu dienen scheinen, immer größere Teile ganzer Generationen junger westlicher Menschen untauglich für Gesellschaft und Wirtschaft werden zu lassen – immer und immer wieder mit China und anderen nichtwestlichen Mächten als dankbarem Profiteur (siehe auch »Künstliche Intelligenz und Mäusespeck«, April 2019).

Lange her scheinen die Zeiten, als Jungen noch Feuerwehrmänner oder Polizisten werden wollten. Selbstredend werden sich meine Kinder selbst aussuchen, was sie werden wollen (solange es Mathematiker, Ingenieur, Mediziner oder Jurist ist, hähä), doch wenn sie Polizist oder Feuerwehrmann in Deutschland werden wollten, dann würde ich es ihnen aktiv auszureden versuchen (und wenn sie Journalisten werden, dann bitte ich die Kinder, so gnädig mit mir zu sein, und mich anzulügen sie wären etwas anderes, Trickbetrüger am Hauptbahnhof etwa).

Seit jeher tragen Feuerwehrmänner eine Schutzausrüstung, doch in der Republik der Linken und Lügner kommen ganz neue Teile der Schutzausrüstung hinzu.

Wir hören aktuell:

„Wir haben Angst, zur Arbeit zu gehen. Wir brauchen dringend schuss- und stichsichere Westen“, sagt Siegfried Maier, Bayern-Chef der deutschen Feuerwehrgewerkschaft. (bild.de, 24.6.2020)

Der Kern der publizistischen Linken, dazu die Antifa und gewisse »Gäste« Deutschlands sind sich darin einig, dass sie Deutschland abgrundtief hassen. Es ist wohl mehr als bloß »Küchenpsychologie«, dass diese Leute an ihrer eigenen inneren Unordnung zerbrechen. Es ist zugleich ein Grund und eine Folge (was damit einen Teufelskreis ergibt) ihrer inneren Unordnung, dass sie die Ursache ihrer brennenden Unzufriedenheit nicht in ihrem eigenen Denken und Handeln suchen, sondern die Schuld denen geben, die selbst Ordnung praktizieren, oder die, wie Polizei und Feuerwehr, das Aufrechterhalten der Ordnung für alle Bürger zu ihrem Beruf gemacht haben.

»Früher mussten wir damit leben, im Einsatz schlimmstenfalls bespuckt und geschubst zu werden. Heute fürchten wir, angestochen oder angeschossen zu werden. Es gibt ja keine Tabus mehr, die Dämme sind gebrochen«, zitiert bild.de, 24.6.2020 jenen bayerischen Feuerwehr-Gewerkschafter.

Nicht mein mangelnder Respekt

Keine Woche vergeht ohne Meldungen über offene Gewalt gegen jene Bürger, die ihre körperliche wie seelische Gesundheit dafür hinhalten, in einem von Politik und Propaganda kaputtgemachten Land doch noch etwas Ordnung aufrechtzuerhalten. Letztens erst berichteten wir von Stuttgart, wo Polizisten von jungen Männern mit Migrationshintergrund angegriffen wurden – politiknahe Medien verbreiteten dafür den fast-schon-phantasievollen Euphemismus »Party- und Eventszene« (tagesschau.de, 22.6.2020), ein Propaganda-Begriff, der schon seit Jahren verwendet wird, um bestimmte Probleme zu beschönigen (vergleiche etwa stuttgarter-zeitung.de, 15.8.2013).

Es sind nicht mein mangelnder Respekt vor Feuerwehr, Rettungskräften oder der Polizei in Deutschland, die mich dazu bewegen, meinen Kindern nachdrücklich davon abzuraten, einen dieser Berufe zu ergreifen – oh, nein! Es ist etwas ganz anderes.

Ich möchte nicht, dass meine Kinder zu Rettung- oder Ordnungskräften werden, weil ich nicht möchte, dass sie von einer gewissenlosen und unmoralischen Politik aufgerieben werden, für nichts, nichts und wieder nichts.

Zunehmend brezeliger

Ich erwische mich zuletzt immer wieder bei der Formulierung »Ich bin kein Freund von Hanlons Rasiermesser, aaaaber…« (etwa 14.6.2020, und auch schon 27.9.2018). Jenes »Rasiermesser« besagt bekanntlich, dass man eine Handlung nicht der Bosheit (oder einer Verschwörung) zuschreiben soll, wenn sie durch blanke Inkompetenz hinreichend erklärt ist. Mein »aaaaber« in jener Formulierung ist darin begründet, dass selbst einst geradezu irre wirkende Verschwörungstheorien heute sinnvoller und rationaler erscheinen als die offizielle Wahrheit.

Kleiner Test: Wirkt es plausibler, dass die Regierung der Ex-FDJ Merkel aus nichts als moralischer Bewegtheit die Grenzen offenhält, das Land gefährlicher werden lässt, das Geld der Bürger für Bullshit-Projekte verscherbelt und aus dem Land der Dichter und Denker ein hysterisches Wrack werden lässt – oder klingt es plausibler, dass ausländische Interessen hiesige Politiker und NGOs indirekt, aber praktisch motivieren, Deutschland kaputtzumachen und dadurch so ferne wie undemokratische Mächte zu stärken? Der brave Bürger glaubt die offizielle Wahrheit, nicht die plausibelste These – der wirklich brave Bürger glaubt nicht einmal seinen eigenen Augen, wenn der Staatsfunk ihm sagt, dass etwas anderes der Fall ist.

Man muss sich zunehmend brezeliger verknoten, um weiterhin nichts als der blanken Inkompetenz zuzuschreiben, was Deutschland von seinen Politikern angetan wird – angeheizt und einfacher gemacht vom lähmenden Gift, das den Seelen der Bürger vom Staatsfunk injiziert wird.

In unserer Geschichte von der Unfallserie, dem jungen Polizisten und dem Schrotthändler, da wäre es eine »Verschwörungstheorie« gewesen, dass der Schrotthändler oder sein Sohn den Leuten einflüstern, sich nicht mehr an die Regeln zu halten, dadurch viele Autounfälle zu bauen und den Profit des Schrotthändlers zu steigern.

Ich habe keine Verschwörungstheorie parat für das, was passiert, auch aus dem Grund, dass nur weil dunkle Mächte eine Entwicklung nutzen oder sogar begünstigen, noch nicht folgt, dass diese sie auch angestoßen haben. Es fällt mir allerdings zunehmend schwerer, das Geschehen ohne Verschwörungstheorie zu erklären, und sei es mit der gröbsten Küchenpsychologie.

Mit gutem Gewissen

Ein Land braucht sowohl geschriebene als auch ungeschriebene Gesetze, um produktiv und glücklich zu sein – um überhaupt zu überleben.

Es wäre vielleicht, eventuell und unter Umständen womöglich eine nicht ganz dumme Idee, wenn wir, als Deutsche, wieder Regeln festlegen, die klug sind, die wirklich für alle gelten, die der Staat wirklich durchsetzt – und zwar nicht nur bei denen, die sich ohnehin an die Gesetze zu halten bemüht sind.

Ich sehe drei mögliche Szenarien:

  1. In Deutschland werden wieder bewährte Regeln gelehrt und durchgesetzt, bundesweit und in allen sozialen Nischen. – Dies halte ich für am wenigsten wahrscheinlich, denn es setzt eine Moral und eine innere Bildung voraus, deren schmerzhaftes Gegenteil in Staatsfunk und Schulen gelehrt werden.
  2. Deutschland wird sich innerhalb der nächsten 10 bis 20 Jahren gleitend auf das Sicherheitsniveau jener Staaten zubewegen, aus denen die Schlepper und Wohlfahrtsverbände ihre Kunden beziehen.
  3. Deutschland (und weite Teile der westlichen Welt) werden nach der Identität der Menschen auch die innere Sicherheit schrittweise aufgeben, und private/außerstaatliche Gruppen wie Antifa, Scharia-Gerichte, Clans oder schlicht Sicherheitsdienste werden vor Ort sehr verschiedene Grade öffentlicher Ordnung herstellen.

Ich rate uns allen, von einer Kombination aus Punkt 2 und Punkt 3 auszugehen.

Es ist schon längst Praxis, dass wohlhabende Privatleute sich mit Hilfe von privaten Sicherheitsfirmen ihre eigene »private öffentliche Ordnung« kaufen, bis hin zur öffentlichen Sicherheit in Nachbarschaften, die es sich leisten können. Wenn Feuerwehrleute um Schusswesten flehen, lässt sich konstatieren, dass Deutschland sich in Richtung des Sicherheitsniveaus eines Schwellenlandes bewegt. (Und ja, ich bin mir sehr wohl dessen bewusst, dass es noch schöne und sichere Gegenden gibt – mögen sie erhalten bleiben und wieder mehr werden!)

Ja, ich rate uns, damit zu planen, dass Merkel, Staatsfunk, NGOs und der untote Geist des SED-Regimes so lange weitermachen (wollen), bis Deutschland auf dem Niveau von Erfolgsmodellen wie Venezuela angelangt ist. Ich rate uns, mit dem Schlimmsten zu rechnen – und aufs Beste zu hoffen.

Ich plane vorsichtig, doch ich will mutig hoffen – und meine Arbeit mutig auslegen. 2017, im Text »Der Pharao ist fröhlich«, zitierte ich Luthers berühmten Hoffnungsspruch: »Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.«– Ich bleibe dabei, auch wenn einem schon mal die Hand zittern kann, wenn man den Setzling in die Erde pflanzt.

Ich rate uns, damit zu planen, dass es genau so wird, wie es heute aussieht, dass es wird. Ich wünsche uns jedoch den Mut, die Kraft und die Hoffnung, die uns antreiben, daran zu arbeiten, dass es doch besser wird, dass es doch werden wird.

Was für eine Welt wünschen wir uns, was für ein Deutschland? – Ich wünsche mir ein Deutschland, wo ich meiner Tochter und meinem Sohn mit gutem Gewissen sagen kann: Werde Polizist, werde Feuerwehrmann! Arbeite für dein Land, arbeite für die Ordnung, arbeite für deine Mitmenschen – und sie werden es dir danken!

»Weiterschreiben, Wegner!«

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