17.12.2020

Kittkinder, Kittvölker

von Dushan Wegner, Lesezeit 7 Minuten, Foto von chi liu
Deutschland ächzt unter Lockdown und Unsicherheit, die übrigen Probleme wie der Angriff der Politik auf Wirtschaft und Energie setzen dem Land zu. Das alles hindert gewisse Kreise aber nicht, stur mehr Einwanderung zu fordern. Was treibt diese Leute?
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Manche Begriffe verstören einen so gründlich, dass man sich noch Jahre später erinnert, als man zuerst davon hörte. Ich erinnere mich, wie ich im Lesesaal der Kölner Stadtbibliothek am Neumarkt saß, eine Zeitschrift querlas und zum ersten Mal auf den Begriff »Kittkind« stieß. (Ja, liebe Nachgeborene, einst besuchte man, wenn man sich einen Überblick über die Nachrichten der Welt verschaffen wollte, sogenannte »Bibliotheken«, wo sie auch bedrucktes, tagesaktuelles Totholz bereithielten, worauf man die Nachrichten des Tages las, während von draußen die Mammuts durch die Scheibe blickten.)

Ein »Kittkind«, so lernte ich erschrocken, ist wohl ein Kind, das von seinen Eltern in die Welt gebracht wurde, um eine in Scherben liegende Ehe zu »kitten«.

Zuerst erschrickt uns natürlich die Lieblosigkeit der Angelegenheit. »Kittkinder« werden schon bei Zeugung auf eine Funktion reduziert, als wären sie in die Sklaverei geboren. Gleich danach erschrickt uns die blanke Unmöglichkeit des Unterfangens. Ein Kind in die Welt zu bringen, um eine angeknackste oder bereits zerbrochene Ehe zu »kitten«, das ist wie eine morsche Holzbrücke »kitten« zu wollen, indem man Hannibals Kriegselefanten darüber marschieren lässt.

Kinder großzuziehen (so er es denn selbst tut) bringt den Menschen an die Grenzen seiner emotionalen und nicht selten auch körperlichen Kraft, es zeigt ihm seine Grenzen auf, testet und belastet die Beziehung und schröpft manche Art von Ressourcen. (Es verändert den Menschen ja auch auf bestimmte produktive Art – man erkennt, wenn man ehrlich ist, dass deutsche Politik, Propaganda und Presse seit Jahren von auffällig vielen Nichterziehenden betrieben werden.)

Das »Kittkind« hat nie auch nur eine Chance, seine ihm zugedachte Funktion zu erfüllen. Das »Kittkind« wächst auf mit der Allgegenwart eines jederzeit drohenden Gewitters über seinem Kopf – bis es alt genug ist, den emotionalen Mangel der Eltern für sich zu nutzen und gegen diese selbst zu wenden – aus nachvollziehbaren Gründen in dieser Angelegenheit von wenig Skrupel belastet.

Unterströmung

Deutschland wird ein Lockdown auferlegt, ein mit Corona begründeter Machtbeweis des Merkel-Staatsfunk-Systems – so gut das eben geht. (In »traditionell linken« Stadtteilen und anderen »Brennpunkten«, wo sich ein gewisses gewohnheitsmäßiges »Kassieren und Ignorieren« gegenüber dem Staat etabliert hat, erwartet man ehrlicherweise kaum, dass der Staat so knallhart und erbarmungslos durchgreift wie in der Steuerzahlersiedlung mit vier getrennten Recyclingtonnen vor dem Einfamilienhaus.)

Durch den Lockdown aber sind all die anderen, oft selbstgeschaffenen Krisen und Probleme ja längst nicht verschwunden, von stetig wegziehenden Produktionsstätten bis zur »moralischen« Demontage der Energieversorgung (ein Irrsinn, der aktuell sogar dem Staatsfunk aufzufallen scheint, siehe tagesschau.de, 15.12.2020: »Mit dem Ausstieg aus der Atomkraft steht Deutschland weitgehend alleine da.«).

Was ist die Motivation für all die selbstgeschlagenen Wunden? Warum tun wir uns das an?! – Wir wissen es nicht mehr. Die Beziehung der Deutschen zu sich selbst gleicht immer mehr einer kriselnden Ehe. Wenn die Regierung in Berlin wirklich für das große »Wir« spricht (man könnte auch bezweifeln), lässt sich sagen: »Wir hassen und bekriegen uns selbst, und wir wissen selbst nicht mehr, wieso wir uns hassen und bekriegen.«

Jene Regierungspartei, welche bald niemand mehr zu wählen scheint und die sich dann doch irgendwie an die Macht mogelt, der Rent-a-Sozi-Medienkonzern, hat wohl eine Lösung für die deutsche Krise gefunden: Mehr Einwanderung!

»SPD-Migrationspolitiker wollen Familiennachzug ausweiten«, lesen wir (deutschlandfunk.de, 16.12.2020), und wer sich nach illegaler Einwanderung lange genug in Deutschland aufhält, der soll ganz automatisch bleiben dürfen.

Der sogenannte »Familiennachzug« ist ein geldwerter Teil des von kriminellen Schleppern verkauften »Produktes«. Familien können sich zusammenlegen, um ein Familienmitglied als Vorhut loszuschicken, und wenn dieses überlebt (ja, es ist ein zynisches Business), dann kann es den Rest der Familie (wie genau nun »Familie« definiert wird) nachholen, um ein Leben lang gemeinsam mit kostenloser Kost und Logis und Auskommen in Deutschland leben.

Natürlich verstehen wir die Kunden der Schlepper. Wenn die Ungläubigen sich anbieten, sie und ihre Familien gratis ein Leben lang zu ernähren, warum sollte man das Angebot nicht annehmen? Wir können ja auch die kriminellen Schlepper selbst verstehen! Für die Schlepper erscheint das aus für sie unerklärlichen – und einigermaßen gleichgültigen… – Gründen so »zahlgeile« Deutschland wie eine natürliche Ressource, so wie Öl, Gold oder Erz, und das Schlepper-Business ist demnach ein Weiterverkauf natürlicher Ressourcen nach Afrika.

Warum die Schlepper und ihre Kunden ihr Business betreiben, ist nicht das eigentliche Rätsel – das eigentliche Rätsel ist die Motivation in Deutschland.

Zunächst: Es scheint mehr als offensichtlich, dass ein Teil der Motivation in den Millionen und Milliarden zu suchen ist, die partei- und kirchennahe Wohlfahrtskonzerne und andere Akteure am Leid der illegalen Migranten kassieren. Je mehr Bedürftige nach Deutschland importiert werden, umso dicker werden die Limousinen wie auch Zigarren bei denn Ach-so-Wohltätigen.

Jedoch: Da ist noch etwas anderes, so vermute ich, da ist ein Tieferes, eine neue deutsche Unterströmung.

Nicht die Aufgabe

Das merkwürdige Bedürfnis einiger debattenbestimmenden sogenannten »Guten« scheint zu sein, ihr zerrüttetes Verhältnis zum eigenen Volk und dessen Kultur durch die Einladung und lebenslange Versorgung von Menschen ferner Kulturen »kitten« zu wollen. (Man bedenke die kindsäugige, verklärte Faszination der Linksgrünen mit den teils primitiven und brutalen fernen Kulturen, bei gleichzeitiger irrationaler, manischer Verachtung für die eigene, nach viel Leid und schwieriger Geschichte dann doch einigermaßen aufgeklärte und geradezu sanfte Kultur.)

Die erste Aufgabe von Eltern ist es, die Kinder am Leben zu erhalten, und später sie dann darauf vorzubereiten, ihr eigenes Leben zu führen und selbst »ihre Kreise ordnen« zu können. Den Kindern die Last aufzubürden, die Ehe der Eltern »kitten« zu müssen, ist ein gefährliches und aussichtsloses Unterfangen.

Wenn die Mitglieder einer armen gescheiterten Kultur zu Tausenden oder sogar Millionen die Hoffnung aufgeben, im eigenen Kulturraum glücklich zu werden, und in eine andere, sie einladende Kultur fliehen, dann kann es doch nicht die Aufgabe der Einwandernden sein, die innere Zerrissenheit der sie aushaltenden Gastgeber »kitten« zu müssen!

Nur als Zuwendungsobjekt

Dieser Tage wird von Politikern und politiknahen Journalisten extra laut auf den migrantischen Hintergrund der Biontech-Impfstoff-Forscher hingewiesen (siehe etwa taz.de, 10.11.2020).

Es ist auf mehreren Ebenen selbstentlarvend: Erstens sagt man »migrantisch« und meint »muslimisch« – Einwanderer aus nicht-muslimischen Ländern würden von Gutmenschen und Propagandisten für ihre tolle Leistung quasi, wie ein Zyniker sagen würde, wohl kaum ähnlich »den Kopf getätschelt bekommen«. Zweitens und vor allem: Die Forscher sind Kinder von Gastarbeitern. Das Deutschland der Gastarbeiter-Zeit ist ein sehr anderes als das Deutschland heute. Es grenzt an Unverschämtheit, die Gastarbeiter-Familien von damals mit den »jungen Männern« von heute zu vergleichen, welche von kriminellen Schleppern nach Europa geschleust werden.

(Frage am Rande: Die Biontech-Gründer gehören wohl inzwischen zu den reichsten Deutschen. Wann wird die Linke, die ihre Migrationshintergründler doch in Wahrheit nur als Zuwendungsobjekt mag, nach deren Enteignung brüllen?)

Der Ruf nach Gastarbeitern lautete, wie das Wort »Gastarbeiter« ja korrekt beschreibt: »Wir haben mehr Arbeit als wir selber schaffen, kommt und arbeitet!« (Heute, wo die Deutschen sich selbst zu hassen gelehrt werden, wenden sich manche Enkel der Gastarbeiter wieder den alten Wurzeln zu, etwa dem konservativen Islam und der Türkei – Erdogan soll bei Wahlen in Deutschland erfolgreicher sein als stellenweise in der Türkei.)

Der implizite Ruf nach Immigration aus Nordafrika und Familiennachzug ist: »Unsere Beziehung zu uns selbst ist kaputt! Wir sehen uns nur noch als ›die, die schon länger da sind‹! Kommt, ihr Kittvölker, und helft uns, unser Verhältnis zu uns selbst zu kitten! Wir zahlen auch gut, wirklich gut!«

Noch heißer brennen

Den Deutschen wäre besser geraten: Nein, du wirst weder die Welt noch dich selbst »kitten«, indem du die Kunden der Schlepper und ihre erweiterten Familien nach Deutschland lockst und die Brennpunkte noch heißer brennen lässt.

Dem Einzelnen aber wäre wohl gut geraten: Ordne deine Kreise, zumindest grundlegend, und dann erwäge, dem Fremden deine Hilfe bei der Ordnung seiner Kreise anzubieten.

Es wäre ein wenig erfolgversprechendes Ansinnen, ein Kind auf die Welt zu bringen, um eine Ehe zu »kitten«. Es wäre ein Unrecht, den Armen Afrikas aufzuerlegen, nach Deutschland zu kommen um die Beziehung der Deutschen zu sich selbst zu kitten. »Kittvölker« entwickeln ein ähnliches Verhältnis zu dem innerlich zerrütteten Gastgebervolk wie »Kittkinder« zu ihren Eltern – sie lernen, die innere Leere der Zerrütteten zum eigenen kurzfristigen, auch materiellen Vorteil zu nutzen.

Ein zerrüttetes Ehepaar wird seine Ehe nicht »kitten«, indem es »Kittkinder« in diese Welt setzt. Die Deutschen werden ihr zerrüttetes Verhältnis zu sich selbst nicht kitten, indem sie andere Völker als »Kittvölker« instrumentalisieren.

Es gilt auch weiterhin, zuerst und fundamental: Ordne deine Kreise! (Und dann schauen wir weiter.)

»Weiterschreiben, Wegner!«

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