12.08.2022

Carpe diem, Krankenschwesterin!

von Dushan Wegner, Lesezeit 3 Minuten, Foto von Josephina Kolpachnikof
Im Staatsfunk wird von der »Krankenschwesterin« gesprochen. Angeblich war es ein Versprecher (mehrfach). Damit verraten die aber unfreiwillig, was »Gendern« WIRKLICH ist: Gedankenloses Plappern doofer, aber »woker« Fake-Sprache.
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Vor einiger Zeit schrieb ich das Countdown-Script (countdown.dushanwegner.com). Es ist eine denkbar simple Seite. Als Besucher geben Sie Ihr aktuelles Alter an. Dann tragen Sie ein, wie alt Sie zu werden erwarten. Sie klicken auf »Countdown«, und es wird ein Zähler eingeblendet.

Große Ziffern zählen herunter, wie viel Zeit Ihnen bleibt – Sekunde für schwindende Sekunde. Tick tick tick, der Countdown läuft.

Natürlich ist es eher spielerisch gedacht. Ein Symbol, ein kleines Kunstwerk – eine Provokation gar?

Nun, der Gedanke hinter der Countdown-Spielerei wird einem jeden Menschen – bislang ohne wissenschaftlich dokumentierte Ausnahme – täglich relevanter.

Zweimal hintereinander

Beim WDR hat diese Woche ein Qualitätsjournalist das schöne neue Wort »Intensivkrankenschwesterin« gesagt (siehe @VDS_weltweit, 10.8.2022). Nicht einmal, sondern zweimal.

Der WDR sagt, der Moderator habe sich »versprochen« (@WDR, 12.8.2022). Und zwar zweimal hintereinander. – Aha.

Wenn ein freudscher Versprecher offenbart, was ein Mensch wirklich denkt, könnten solche Staatsfunk-Versprecher offenbaren, welche innere Verwirrung in den Seelen von Journalisten herrscht.

Durch ihre »Verteidigung« macht der WDR die Sache nur noch schlimmer. Wir dürfen Küchenpsychologie betreiben: Welche psychologischen Vorgänge führten zu diesem Versprecher? Die naheliegende Antwort. Staatsfunker hängen an beliebige Begriffe automatisch die Silbe »-in« an – ohne nachzudenken. Es bedeutet denen nichts.

Die Menschen aber machen sich lustig darüber, kramen eine weitere Instanz heraus, in der eine WDR-Fachkraft die absurde Formulierung »Krankenschwesterin« verwendet (@PenelopeeDream, 11.8.2022).

Carpe diem

Natürlich ist es absurd und lächerlich. Natürlich lässt sich die vermeintliche »Verteidigung« des WDR wie eine Selbstoffenbarung lesen.

Doch für mich fühlt sich die gesamte Gender-Sprach-Thematik inzwischen wie die Verschwendung einiger der wertvollsten menschlichen Ressourcen an.

Keiner einzigen Frau wird es durch Gender-Sprache einfacher gemacht, ihre Rolle als Mutter mit dem Wunsch auf eine Rolle außerhalb des Hauses in Einklang zu bringen.

Gender-Sprache ist zuerst eine Übung in Sprachkontrolle. Die erste Motivation der Gender-Sprache scheint mir zu sein, dass deren Fürsprecher (ganz richtig!) das Gefühl haben, dadurch Macht ausüben zu können – und sei es die Macht, die öffentliche Debatte zu torpedieren. Die zweite Motivation der Politiker und Konzernlenker aber könnte sein, die Debatte auf diese offensichtliche Widersinnigkeit zu lenken – und so andere Debatten zu verhindern.

Jedoch, meine Damen und Herren, der Countdown läuft – tick, tick, tick.

Wenn Sie sich bislang erfolgreich dagegen wehrten, in unsinnige Gender-Sprach-Debatten einzusteigen, erteile ich Ihnen hiermit kraft meines Amtes als philosophierender Essayist das Recht, den Quatsch auch weiterhin zu ignorieren.

Doch selbst wenn Ihnen das »innen«-Thema aufgezwungen wurde, ja, sogar wenn der Arbeitgeber es Ihnen in den Rachen schiebt (wovon will er mich damit ablenken?), selbst dann erteile ich Ihnen hiermit das Recht, sich innerlich davon zu lösen.

Man lebt nur einmal. Keine Sekunde kommt wieder. »Carpe diem«, »pflücke den Tag«, so mahnen die alten Römer.

Ich erteile Ihnen hiermit die »Pflückerlaubnis« – doch indem ich es zu tun vorgebe, wird Ihnen aufs Neue bewusst, dass Sie nie eine solche brauchten!

Sie haben von Natur aus das Recht, ja geradezu die Pflicht, sich eben nicht mit offensichtlichem Unsinn beschweren zu lassen.

Lächeln und weitergehen – vor allem aber: Lächeln.

Ich danke Ihnen!

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