Dushan-Wegner

23.02.2023

Frau Schwesig und die Ruinen

von Dushan Wegner, Lesezeit 3 Minuten, Bild von Zach Vessels
Die Steuererklärung dieser Umweltstiftung mit der Frau Schwesig wurde wohl, so wird berichtet, leider von einer Finanzbeamtin verbrannt. Nicht metaphorisch – buchstäblich. Welche Frage stellt sich Ihnen?
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Es gibt Neuigkeiten von der Qualitätspolitikerin Manuela Schwesig. Also, Sie wissen schon, die Dame, die von 2013 bis 2017 an der Spitze des Familienministeriums stand, also des inoffiziellen deutschen Propagandaministeriums (siehe dazu auch Essay vom 2.7.2016).

Diese Frau Schwesig hatte einst die Gründung einer Fake-Stiftung »mit fast ausschließlich russischem Geld« vorangetrieben (so kann man welt.de, 9.1.2021 verstehen).

Der wahre Zweck dieser angeblichen »Umweltstiftung« könnte es laut kursierenden Vorwürfen gewesen sein, Propaganda im Sinne Russlands zu treiben. »Umwelt« als Deckmantel für schräge Geschäfte? Nein, das ist doch ganz undenkbar!

Wenn ein Politiker im besten Deutschland aller Zeiten in Skandale verwickelt ist, ist das quasi ein Qualitätssiegel, das belegt, das man »dazugehört« und für höhere Würden qualifiziert ist. Frau Schwesig ist seit einiger Zeit nun Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern. Wird sie bald noch höher hinauf steigen?

Bei jener Stiftung fehlen einige durchaus wichtige Unterlagen, die helfen könnten, die Details der »Umweltstiftung« zu erkunden. Etwa die Steuererklärung. Die aber, so lesen wir aktuell (focus.de, 22.2.2023), hat womöglich eine Finanzbeamtin im Kamin verbrannt.

Nicht metaphorisch! Buchstäblich. Verbrannt. Und da womöglich wenige Akteure ein Interesse daran haben, dass es eine Kopie gibt, und da vermutlich alle Festplatten so tiefenrein wie Frau von der Leyens Handy sind, sind damit vielleicht tatsächlich die Daten für immer weg.

Ich seufzte, als ich dies las.

Und ich fragte mich: Wie soll dieses Land im Sturm bestehen, der sich vom Horizont her nähert, dessen erstes Donnergrollen wir bereits hören?

Was wird von uns bleiben, außer ein paar Ruinen?

Von Ruinen

Das lateinische Verb »ruere« bedeutet einstürzen oder niederreißen. Von »ruere« stammen unsere deutschen Begriffe Ruin, Ruine und das bewährte Ruinieren ab.

Woran denken Sie beim Wort »Ruinen«? Wahrscheinlich an leere Gebäude und deren bröckelnde Mauern. Ruinen wären aber nicht halb so interessant, wenn sie nur defekte Mauern wären.

Touristen und Forscher besuchen Ruinen, ob in Griechenland, in Rom, in Irland oder im Amazonas-Urwald, poetisch gesprochen, um so die Menschen zu »treffen«, welche diese Gebäude einst nutzten.

Wenn wir etwa auf der Akropolis den Steinen zum Greifen nah sind, welche auch einst die alten Griechen wohl anfassen konnten, können wir gar nicht anders, als uns zu fragen, was jene Menschen wohl dachten und fühlten.

Und, vor allem: Ruinen sind ein Memento Mori, doch eines für nichts weniger als unsere gesamte Kultur. So wie ein Schädel, eine Sanduhr oder die niederbrennende Kerze uns an unsere eigene Sterblichkeit erinnern sollen, mahnt die Ruine uns, zu bedenken, dass auch unsere ganze Kultur samt des anhängenden Volkes vergehen kann.

Ja, die Ruine spottet: Wir alten Griechen sind nicht mehr, und um wieviel größer waren wir als ihr?

Eine jede Ruine ist ja, wie einst die Statue des Ozymandias, eine Mahnung: »Nothing beside remains.« – Außer den Ruinen bleibt nichts.

Der Geist

Manche politische Vorgänge, wie die um Frau Schwesig und so manches gerade bei den Genossen, sind derart plump und vulgär, dass man nicht viel mehr zu tun vermag, als zu seufzen.

Ach, was wird von uns bleiben? Schöne Bücher, Theaterstücke und Gedichte (wenn auch nicht viele aus den jüngsten Jahrzehnten). Etwas solide Philosophie und ebensolche Musik. Viele tolle Kirchen und Schlösser, sofern die Chinesen, welche sie aufkaufen, die Mauern auch gut erhalten (die Instandhaltung ist nicht billig).

Ja, liebe deutsche Freunde, bewahrt euch einen fröhlichen Geist, denn ebendieser wird eines Tages in unseren Ruinen spuken, und er die Touristen grüßen, und da wollen wir uns doch von unserer besten Seite geben!

Weiterschreiben, Wegner!

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