11.01.2022

Verständnisfragen

von Dushan Wegner, Lesezeit 7 Minuten, Foto von Vlad Kutepov
Wenn ein Impfskeptiker mit Covid stirbt, wird es über alle Kanäle verkündet – wenn aber ein weiterer Impf-Apologet kurz nach dem Booster an Herzversagen umkippt, könnte das Schweigen kaum dröhnender sein.
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Es nahm den Schwung raus. Es ließ die Energie verpuffen, vielleicht nervte es sogar. Doch es war mir wichtig, denn was sind Schwung und Energie wert, wenn man die Richtung nicht versteht, in die es schwingt?

Ich fühle mich heute an gewisse Situationen meines Studiums erinnert, als es mir regelmäßig »gelang«, ganz ohne böse Absicht böse zu nerven.

Man muss wissen: In philosophischen Debatten redet man in Thesen und Gegenthesen, in starken und stärkeren Intuitionen (die »Intuition« der Person mit dem höchsten akademischen Rang im Raum »sticht«) – Philosophen haben zweitausend Jahre vor dem Internet schon »Social-Media-Debatte gespielt«, sprich: sie haben sich mit Herzblut über Details gezofft, jeder von ihnen, so meinte er, der Wahrheit auf der Spur.

Ich hatte damals die nervige Angewohnheit, mich gelegentlich zu Wort zu melden, und nachzufragen, wenn ich etwas nicht verstand.

Uff, so eine Nachfrage in der Sache kann ganz schön den Druck vom Kessel nehmen, der doch aber eine zünftige Debatte ausmacht!

Der Professor lernte, mir das in einem Satz zu erklären, um dann schnell zu retten, was vom Schwung der Debatte nach meiner doofen Frage noch übrig war.

Ich fühle mich heute so ähnlich. Viele um mich her haben starke Meinungen, was die Debatte natürlich mit Schwung und Energie vorantreibt, doch ich nerve mit Fragen und Grübeleien, weil ich immer wieder etwas nicht verstehe.

Sei’s drum!

Wofür also?

Eine Sache, die ich aktuell nicht verstehe: Ich höre in letzter Zeit bald täglich von Menschen, die positiv auf Covid-19 getestet werden und teils auch Symptome entwickelten.

Ich muss inzwischen gar nicht mehr die Rückfrage stellen, denn ich kenne die Antwort: Ja, die Covid-19-Fälle in meinem Mikrozensus waren ausnahmslos doppelt geimpft und geboostert.

Keiner der mir bekannten geimpften Infizierten hatte sich aus Angst vor der Krankheit impfen lassen. Alle haben sie sich mRNA injizieren lassen, um staatlichem Druck zu entgehen. Um weiter am öffentlichen Leben teilhaben zu können, haben sie teils tagelange Übelkeit nach der Impfung auf sich genommen, plus das Risiko von Impfschäden und des inzwischen bekannten »plötzlich und unerwarteten« Todes. Nun aber wurden sie doch krank, brav geimpft und geboostert, und sie müssen erst einmal in Quarantäne – werden also vom Staat eingeschlossen, was sie ja gerade vermeiden wollten!

Nur anekdotisch!

Wie es sich für einen redlichen Debattenteilnehmer gehört, sortiere ich meinen eigenen Eindruck zunächst als anekdotischen Beweis weg (siehe Wikipedia), der ja eben kein Beweis ist, da er anekdotisch ist, sprich: Es ist der Bericht über einen Einzelfall, der nicht den typischen, regelmäßigen Fall repräsentiert, sondern mehr so eine persönliche Anekdote ist.

Akribischen Lesern ist im letzten Satz vielleicht das Wort »Einzelfall« aufgefallen.

Zum Grundwerkzeug persönlicher Medienkompetenz gehört heute das Wissen, dass »Einzelfall« ein Code von Politik und Propaganda ist, um dem Bürger einzureden (Stichwort »Gaslighting«), dass gar nicht der Fall ist, was der Bürger mit eigenen Augen sieht.

»Das ist nur anekdotische Evidenz«, ist der fachsprachliche Ausdruck für »das ist nur ein Einzelfall«, und beides soll bedeuten: »Was du siehst, passiert nur dir und sonst niemandem, und darüber zu reden ist ›Hass‹ und ›Hetze‹.«

Ich wollte nachschauen, ob das nur mir so geht, mit dieser »anekdotischen Evidenz«, dass auffällig viele Menschen sich nach einer Impfung infizieren. Ich habe etwa bei Twitter nach »infiziert trotz Impfung« gesucht. Hui – das sind sehr viele »Einzelfälle«.

Wenn ich vertuschen wollte, dass die Reprogrammierung der Zellen durch mRNA-Injektion die Infektion mit einer späteren Variante sogar wahrscheinlicher macht, würde ich dann nicht panisch eine Impfpflicht fordern, damit es keine Vergleichsgruppe gibt?

Während ich über all die vielen, vielen Einzelfälle grübelte, hörte ich von einem weiteren Prominenten, der »plötzlich und unerwartet« gestorben war. Ich googelte schnell ein bestimmtes Faktum über ihn – und ja, auch da bestätigte sich der Verdacht sehr eindeutig. Ich muss hier gar nicht schreiben, worin der Verdacht bestand – Sie wissen es.

Neue Regel: Wenn ein Impfskeptiker mit Covid stirbt, wird es von der Propaganda über alle Kanäle verkündet – wenn ein weiterer Impf-Apologet kurz nach dem Booster an Herzversagen umkippt, könnte das Schweigen kaum dröhnender sein.

Und nein, ich will keine Namen nennen; den Toten sei ihre Ruhe gegönnt. Sie kennen ja selbst diese Fälle, wir lesen und hören täglich davon. »Plötzlich und unerwartet« verstorben, auch das klingt heute wie Code für etwas anderes.

»Nichts hat mit nichts zu tun« – wieder einmal – und ich habe das Bedürfnis, den Finger zu heben und zu fragen: »Herr Professor, ich verstehe das nicht. Würden Sie mir das kurz erklären?«

Nie ganz sicher

Wen soll man aber fragen ob dieser Fragen, wem kann man vertrauen?

Mit der politiknahen Presse in Deutschland geht es einem ähnlich wie damals mit der Presse im Ostblock: Man weiß aus Erfahrung, dass einiges wahr und einiges blank gelogen ist – und erschreckend viel wird ganz verschwiegen. Man versucht, die Wahrheit herauszupicken und die Lücken zu ergänzen, aber so ganz sicher ist man sich nie.

Soll man direkt »an die Quelle« gehen, die Politiker selbst befragen?

Nun, von Politikern wissen wir, dass sie lügen, pardon: dass sie sich leider »irren«, und zwar immer in die gleiche Richtung (aktuell etwa aus Hamburg, wo man sich leider beim Inzidenz-Vergleich zwischen Geimpften und Ungeimpften »irrte«, und wir müssen nicht raten, in welche propagandistische Richtung; siehe bild.de, 10.1.2022).

Von Politikern wissen wir, dass sie vor der Wahl gegen Impfpflicht sind – und danach plötzlich selbstverständlich dafür (bild.de, 10.1.2022). Eher investiere ich in die Venezuelanische Währung ›Bolívar‹ (Inflation 2020 ca. 5.000 Prozent) als in das Wort eines deutschen Politikers.

Sollen wir etwa der Behörde »Robert-Koch-Institut« glauben, die wohl seit Jahren mit Bill Gates kooperiert und im November wieder frisches Geld erhielt? (siehe auch gatesfoundation.org) – Wie kann man einer Gesundheits-Behörde vertrauen, die sich vom Milliardär, Epstein-Fluggast und Großinvestor Bill Gates sponsern lässt?!

Später noch viel mehr

Um mich her haben viele Leute viele Meinungen. Einige Meinungen erscheinen mir als blank absurd, etwa die von »Geimpften«, die an Covid-19 erkranken, doch in geistigem Kurzschluss dafür den Ungeimpften die Schuld geben. (Vergleichen die sich mit Rauchern, die Rauch »dritter Hand« einatmen und derart doch an Lungenkrebs erkranken? Die »Ungeimpftheit dritter Hand«?)

Ich verstehe auch nicht so ganz, warum man sich heute gegen die Omikron-Variante impfen lassen soll, wenn der Impfstoff dafür aber noch gar nicht geliefert wird. (bild.de, 10.1.2022)

Ach, ich verstehe so vieles nicht. Das einzige, was ich weiß und also auch verstehe, ist erstens, dass Politiker lügen, und zweitens, dass viel Geld an Parteien und Politiker fließt, einiges davon dokumentiert, anderes geheim – und aus Erfahrung weiß ich, dass später noch viel mehr Geld fließen wird.

Kurz vorm Kollaps

Nein, ich glaubte nie – und ich glaube bis heute nicht – dass Corona »komplett harmlos« oder eine »Plandemie« ist (was aber nicht heißt, dass gewisse Kreise das Virus nicht für ihren Profit zu nutzen wüssten, ganz nach derem bekannten Motto, keine gute Krise zu verschwenden).

Ja, da ist etwas, und nicht wenige Mediziner sind sehr erschrocken, rund um die Welt. Einige Berichte über Intensivplatz-Mangel war, wie so vieles in Deutschland, wohl übertrieben und gelogen. Andere Berichte aus dem Ausland scheinen mir wahrer zu sein. Jedoch, aus Berichten erster Hand weiß ich auch, dass etwa das britische Gesundheitssystem sich seit Jahrzehnten wie »kurz vor dem Kollaps« stehend anfühlen kann – spätestens wenn man mit gebrochenem Fuß stundenlang ausharren muss, wohl ein ewiger Klassiker in Großbritannien, ob 2009, 2016 oder 2021. Laut deutschem Staatsfunk steht das britische Gesundheitssystem wieder kurz vorm »Kollaps« (zdf.de, 8.1.2022), diesmal wegen »Omikron«.

Ja, ich glaube durchaus, »dass da etwas ist«, doch zugleich werden die Anzeichen nicht weniger, dass Undemokraten im Westen die Krise nutzen, um ihren neuen Wahlspruch umzusetzen: »Mehr China wagen!«

Im Westen werden im Namen des Krieges gegen Corona wie selbstverständlich Demonstrationen verboten und Demonstranten verprügelt. Wir erinnern uns daran, wie »Black Lives Matter«-Demos erlaubt wurden, aber »Corona-Demos« verboten. Die Berichte und verdächtigen Video-Aufnahmen von möglichen »Agent Provocateurs« bei regierungskritischen Demonstrationen mehren sich (nicht erst seit Corona).

Sei’s drum!

Ich habe so viele Fragen, deren erste lautet: Wie soll ich Leuten glauben, von denen ich weiß, dass sie lügen? Wie soll ich Behörden vertrauen, bei denen ich sehe, wie sie die Demokratie kaputtmachen?

Ja, viele Leute haben heute sehr starke Meinungen. Ich habe vor allem Fragen. Und Zweifel.

Ich fühle mich heute ähnlich wie damals, im Studium. Viele um mich her haben starke Meinungen, was die Debatte natürlich mit Schwung und Energie vorantreibt, doch ich selbst nerve mit Fragen und Grübeleien, weil ich immer wieder etwas nicht verstehe.

Sei’s drum!

Es war nie mein Anspruch, immer eine letzte Meinung vor mir her zu tragen, geschweige denn immer richtig zu liegen!

Ich wäre gern heute etwas weniger dumm als gestern. Ich möchte heute Abend etwas weniger falsch liegen als ich heute Morgen falsch lag.

Ich nehme gern in Kauf, den »Schwung« rauszunehmen – ja, zumindest für mich will ich die Dynamik etwas dämpfen. Wir bewegen uns ja ohnehin eher spiralförmig durch diese Zeit. Wer sich im Kreis dreht, der kommt nicht schneller an, wenn er sich schneller dreht.

Ich will verstehen, und ich will weniger falsch liegen, und wenn mir das gelänge, dann wäre ich für heute zufrieden.

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