28.9.2019

Von »Islam Is RIGHT About Women« bis »2+2=4«

von Dushan Wegner, Lesezeit 6 Minuten, Bild von Silicon Valley Fishkeeping
Jemand plakatiert »Islam liegt richtig in Bezug auf Frauen« – prompt sind die Guten und Gerechten damit überfordert, wie sie reagieren sollen. Das Weltbild von Linken ist auf Lügen gebaut, und die Konsequenz ist manchmal eben IMMER falsch.
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Man weiß nicht, wer diese Zettel anbrachte, und die Guten und Gerechten wissen noch weniger – und das ist für sie nicht weniger schlimm – wie sie »korrekt« reagieren sollen.

Das Online-Magazin Spiked berichtet (spiked, 26.8.2019) aus einer Stadt in Massachusetts (USA) von einigen weißen Din-A-4-Zetteln, die bei den Guten und Gerechten in etwa das anstellen, was die Division durch Null bei einem Computer anstellt: Die Guten stürzen mental ab, unfähig, die Information zu verarbeiten.

Ein Unbekannter bringt in der Stadt weiße, simpel bedruckte Blätter an, und auf diesen Blättern steht, in dieser Schreibweise: »Islam Is RIGHT About Women«, zu Deutsch in etwa: Der Islam liegt richtig in Bezug auf Frauen.

Den Guten und Gerechten will schier der Kopf zerspringen – wie sollen sie mit diesen Zetteln umgehen? Sollen sie die Zettel abreißen und den Mann verklagen? Sollen sie zustimmen? Sollen sie in die Debatte einsteigen, und wer wäre der Gesprächspartner? – Division durch Null, Absturz, System neu starten!

Heute eine mutige Handlung

Nach der Zwei-Reiche-Lehre der Protestanten und der Mögliche-Welten-Lehre der Modalrealisten gibt es auch heute zwei Welten, einerseits die irre Welt in den Köpfen der Guten und Gerechten, und dann die andere Welt, von der man lieber weiter hinten auf der Mainstream-Website berichtet, wenn überhaupt.

In der anderen Welt, in unserer Welt, da heißt es: »Das Saarland in der Krise – 4700 Jobs weg, 11 600 wackeln – Das Stahl- und Autoland fährt gegen die Wand« (bild.de, 27.9.2019) – und: »Klima-Paket der Bundesregierung – Selbst ein Golf wäre doppelt so teuer: Kfz-Steuererhöhung viel drastischer als bekannt« (focus.de, 28.9.2019) – und: »Frau (51) in Düsseldorfer Park überfallen – Vier Jugendliche nach Vergewaltigung in U-Haft – DNA-Treffer führten zu zwei Intensivtätern (16 und 17) – Mädchen (14) soll als Lockvogel fungiert haben« (bild.de, 26.9.2019) – und haben Sie von dem Freibad in Düsseldorf gehört, wo der Staatsfunk schnell wegerklärte, da sei gar nicht so viel los gewesen, wie pöse Rächtspopulistenpurrrschen sich ausdachten (tagesschau.de, 8.8.2019) – nun, da erfährt man immer Schockierendes, von flüchtenden Bademeistern und gelöschten Videoaufnahmen gar (derwesten.de, 27.9.2019).

Dies sind tatsächliche, nicht nur gefühlte Wahrheiten, und man kann sie (noch) auf den Hinterseiten von des Abweichlertums unverdächtigen Publikationen zwischen den Jubelmeldungen herauskratzen,

In der Zeit der Lüge ist es ein mutiger und edler Akt, laut und unmissverständlich die Wahrheit zu sagen. Dies ist eine Zeit vieler Lügen – einige Akteure lügen über soziale Zusammenhänge, andere lügen über andere Zusammenhänge.

Frei nach George Orwell braucht es Mut, 2+2=4 zu sagen, wenn die »Wahrheitssysteme« von dir unter Androhung sozialer Ächtung verlangen, zu behaupten, Zwei plus Zwei ergäbe Fünf. Auch ganz ohne Orwell, aber in aktiver Umsetzung seiner zur Warnung gedachten Prognosen, ist es heute eine mutige Handlung, zu Ende zu denken, was Fakten, Erfahrung und offenkundige Anschauung nahelegen. (Übrigens: »2+2=4« ist ein ausgezeichnetes, codiertes Lebensmotto, und ich habe es auf ein neues T-Shirt gebracht.)

Wesen des minimalen Aufwands

Nennen Sie mich einen Träumer oder einen Zeitverschwender, doch ich will nicht nur der Wahrheit und der schlichten Ratio den Banner hochhalten – ich will auch verstehen, warum Menschen so leicht von der Anschauung der Welt, wie sie ist, abdriften, hin zu einer prüfbar falschen Parallelwahrheit.

Eine Erklärung: Der Mensch ist ein Wesen des »minimalen Aufwands« – wie alle evolutionär erfolgreichen Wesen. Die Evolution will ihre Ziele mit minimalem Aufwand erreichen. Die Evolution will uns nicht glücklich machen (Glück ist als unerreichte Hoffnung weit nützlicher für die Vermehrung), und sie will uns nicht unbedingt »die« Wahrheit finden lassen.

Die Evolution stattet uns mit gerade so viel Wissen aus, dass es gut genug ist, und zwar – und hier beginnen die Problemegut genug für das Überleben in der Savanne bis man sich vermehrt hat, nicht gut genug für das Leben in der Konsumgesellschaft, umgeben von Propaganda und Marketing.

Wir erleben heute eine doppelte Art von Manipulation in Angelegenheiten der »Wahrheit«.

Erstens: Einige unserer Überlebensinstinkte werden mit Androhung von sozialer Ächtung unterdrückt. Früher hieß es, dass man nicht mit fremden Männern spricht oder gar in ihr Auto steigt – heute heißt es bald, dass wer fremden Männern auch als Mädchen nicht offenherzig begegnet, doch fast schon ein Nazirechtspopulist sei (siehe auch: »Seid’s ihr völlig deppert?!«). Man redet uns ein, dass wer für sich und seine Lieben auch nur das Überleben sichern möchte, »moralisch böse« sei – es ist irrsinnig auf vielen Ebenen, und es ist die implizite Kernbotschaft von Linksgrünen, Globalisten und deutschem Staatsfunk (und diversen dubiosen »NGOs«, klar).

Zweitens: Man redet den Menschen ein, dass Wahrheit und moralische Werte ausschließlich »gefühlt« sind. Wir sagen, und wir sagen richtig, dass das Weltbild von Linken auf Lügen gebaut sei, doch die Guten und Gerechten trifft das wenig, denn »Lüge« ist für die, was sich falsch »anfühlt«, auch wenn es »nur« faktisch richtig ist – sie meinen, Wahrheit und Moral zu fühlen, und sie fühlen es immer nur im Moment, das dann aber absolut. Für die ergibt Zwei und Zwei eben Fünf, weil der Mann vom Staatsfunk das so gesagt hat.

Dass er die Wahl hat

Was ist nun zu tun mit diesen Zetteln in Massachusetts? Wenn einer sagt, dass »der Islam« das schon »richtig« sehe »mit den Frauen«, was soll man da entgegnen, ohne aus dem Kreis der politisch Korrekten ausgestoßen zu werden, ohne gegen eine gefühlte korrekte Wahrheit und Moral zu verstoßen?

Egal, wie der Gute und Gerechte auf jene Zettel reagiert, er wird immer so eklatant gegen eines seiner angeblichen »Prinzipien« verstoßen, dass er die Wahl hat zwischen der Überprüfung seines Standpunkts oder der Unterordnung unter die Globalistendoktrin – es ist ein Dilemma.

»Der Islam liegt richtig in Bezug auf Frauen.« – Was soll man antworten? Was kann man antworten?

Drei naheliegende Möglichkeiten:

  • »Nein, das ist falsch.« – Dann würde man sich ja als »islamophob« »outen« – welch Horror!
  • »Ja, das stimmt.« – Dann würde man möglicherweise Unterdrückung, Verdinglichung und zwei soziale Klassen von Menschen unterstützen – auch nicht sooo super.
  • »Es kommt drauf an.« – Damit wäre man in einer Debatte, was schwierig ist, wenn das eigene Weltbild aus nichts als Lügen und hitzigem Fieber konstituiert ist, wenn Widerspruch als konzept bereits ein Sakrileg ist.
  • Wird man auf die Doppelbedeutung des Wortes »RIGHT« eingehen, das neben »richtig« auch »politisch rechts« bedeuten kann?

Ach, wir wissen doch, wie die Antwort der Guten und Gerechten lauten wird, wie sie immer lautet, wenn wir der Realität dabei helfen, das linke Lügenweltbild als eben solches zu entlarven – so wie der Affe im Zoo, wenn er wütend ist, mit seinem Kot um sich wirft, so werfen die Guten und Gerechten mit Worten wie »Nazi« und »Faschist« um sich, wenn man sie bei Lügen und Widersprüchen erwischt – sie haben ja wenig mehr an »Argumenten«, und sie merken schon lange nicht, dass es ihr eigenes Spiegelbild ist, das sie anbrüllen und bewerfen.

Übers Äffische hinaussteigen

Die Wahrheit und unser Konzept von eben dieser werden immer auseinandergehen. Niemand, nicht der Grüne, nicht der AfD-ler und kein anderer Mensch hat »die« Wahrheit. Was die Menschen unterscheidet, was auch eine Sache des persönlichen Entschlusses ist, das ist die Frage, ob man redlich versucht, der Wahrheit täglich näher zu kommen, mit den besten Mitteln, die Verstand, Wissenschaft und Erfahrung uns anbieten.

Bin ich, und das ist die Schlüsselfrage des Menschen, der übers Äffische hinaus steigen will, der Wahrheit auf der Spur – oder will ich fühlen und gesagt bekommen, was ich für Wahrheit zu halten habe?

»Islam Is RIGHT About Women«, so sagen jene Zettel frech, und wer Ohren hat, zu hören, der hört hier die eigentliche Frage, die Provokation, den Schmerzensschrei der Wahrheitsliebenden: Traust Du dich, »2+2=4« zu sagen?

»Weiterschreiben, Wegner!«

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