Letzte Nacht brannte es in Belfast, Nordirland. Es hatte sich ja schon angedeutet. Ich beschrieb den Auslöser gestern, im Essay »Heute Belfast, morgen du«.
In Norden von Belfast, also in dem von Großbritannien verwalteten Nordirland, hatte ein sudanesischer Asylbewerber auf buchstäblich offener Straße versucht, einen Mitmenschen zu enthaupten.
Mittlerweile weiß man mehr, sowohl über den mutmaßlichen Täter, als auch über das sehr unmutmaßliche Opfer.
Der Verdächtige heißt Hadi Alodid (news.yahoo.com, 10.1.2026). Er ist 30 Jahre alt. Er flog von Paris nach Dublin und überquerte dann die offene irische Grenze nach Nordirland – Februar 2023, alles sehr zielgerichtet, alles mit Umsteigen.
Wer hat das Flugticket gekauft? Wer hat es bezahlt? War es gar eine »NGO«, und hat die damit im moralisch-metaphorischen Sinne »mitgestochen«?
Wer das fragt, ist rechtsextrem und gehört, im moralisch-metaphorischen Sinne, ähnlich behandelt wie das Opfer. (Wenn man ihn aber selbst fragen wollte, müsste man es auf Arabisch tun. Deshalb bezahlt der britische Staat ihm auch einen Übersetzer. Ja, wirklich erstaunlich, wie er es schaffte, nach Großbritannien und Dublin zu »flüchten«, zielgerichtet und mit Umsteigen – ganz ohne dass ihn böse Leute ebenso zielgerichtet dorthin gebracht hätten.)
Das Opfer des Flüchtenden (m/w/d) hat inzwischen wohl auch einen Namen: Stephen Ogilvie. Er überlebte, wenn auch »zu leben« hier auf eine Skala gelesen werden könnte. Der Weltreisende Hadi Alodid hat vor dem Versuch, Stephen Ogilvie den Kopf abzuschneiden, zunächst auf dessen Augen eingestochen. Das linke Auge ist definitiv verloren (bbc.com, 10.6.2026).
Vielfalt bereichert unsere Stadt
Was weiß man noch? Was könnte helfen, zu verstehen?
Wie konnte es zu all dem kommen? Was war der sprichwörtliche Schmetterling, der diesen Orkan bewirkte.
Der Oberbürgermeister von Belfast ist eine Oberbürgermeisterin (siehe Wikipedia). Eine junge Dame namens Róis-Máire Donnelly, gerade mal 30 Jahre alt, geboren in Ballymurphy, West-Belfast. Ich bin nicht sicher, warum das Geburtsjahr bei Wikipedia nur vage bekannt ist.
Der kritische Bürger denkt vielleicht an das Schildkröten-auf-Zaunpfahl-Gleichnis: »Wenn du eine Schildkröte auf einem Zaunpfahl sitzen siehst, dann weißt du eigentlich nur das, dass sie nicht von allein hinaufgeklettert ist.« (siehe auch den Essay »Frau L. gewinnt viele besondere Eindrücke«)
In diesem Fall aber ahnen wir, welche moralisch-mystische Kraft die 30-Jährige dort hinaufgesetzt haben könnte. In ihrer Antrittsrede, vor gerade mal 10 Tagen, erklärte sie Diversity (»Vielfalt«) zum Herz ihrer Politik.
Ich freue mich darauf, ihnen genau zu zeigen, was eine Frau aus Ballymurphy für diese Rolle zu bieten hat.
(…)
Vielfalt bereichert unsere Stadt und das Leben aller ihrer Bürger, und ich werde mich für diese Vielfalt einsetzen.
– belfastlive.co.uk, 01.06.2026
Nein, Frau Róis-Máire Donnelly mit ihrem Gefasel von Diversity ist nicht selbst schuld an dem Blutbad.
Aber: Es drängt sich auf, dass ähnliche gesellschaftliche Kräfte, wie jene, die Frau Donnelly auf den Zaunpfahl hoben, auch Herrn Alodid nach Belfast zogen.
Doch dass böse Menschen eben böse Dinge tun, ist als Erklärung nicht genug.
Damit böse Leute eben Böses tun können, braucht es genug »Nicht-Böse«, die das böse Tun eben zulassen.
Oha!
Was können wir noch wissen? Wie sollen wir das alles erklären und verstehen?
Wir forschen weiter und tiefer: Über den weltreisenden Herrn Alodid ist wohl außerdem bekannt, dass er in der Duncairn Avenue in Nord-Belfast wohnt(e).
In trauriger Neugier geben wir die Adresse bei Google Maps ein. Wir ziehen das Streetview-Männchen auf den Marker für Duncairn Avenue.
»Oha!«, sagen wir, »eine Kirche!«
Dann stellen wir irritiert fest, dass die Kirche »The Duncairn« heißt und tatsächlich ein »Performing arts theater« ist.
Es ist nur die äußere Schale einer 1862 erbauten Kirche. Das Gebäude wurde offiziell entweiht und 2014 zu einem »Kunstzentrum« umgewidmet.
Wenn wir uns auf theduncairn.com reinklicken und die Fotos anschauen, sehen wir eine rein-weiße Zufluchtsstätte.
Die Leute haben die Religion aufgegeben, wählen eine 30-jährige Diversity-Freundin zur Oberbürgermeisterin und ziehen sich dann zu Milchkaffee und Kammermusik in geschützte Räume zurück.
Währenddessen werden weniger wohlhabende Leute auf der Straße buchstäblich geköpft.
Während Belfast brennt
Ja, es brennt in Belfast. In Großbritannien wird die erste Diktatur der Geschichte errichtet, deren Handeln im Effekt zur Vernichtung und Ersetzung des eigenen Volkes führen wird (auch wenn man natürlich nur von moralischer Güte getrieben ist) – und einige der Ureinwohner sind unzufrieden.
Auch die britische Regierung, namentlich Keir Starmer, hat sich bereits zu Wort gemeldet. Die Briten mögen doch bitte still halten, während die Polizei ihrer Arbeit nachgeht. (Also genau die Polizei, thetimes.com, 4.4.2025, die allein im Jahr 2024 zwölftausend Bürger verhaften ließ, die im Internet etwas Verbotenes geäußert hatten. Zum Beispiel, dass sie nicht von einem Sudanesen geköpft werden wollen.)
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Der Essay Belfast brennt von Dushan Wegner ist auch online zu lesen: https://www.dushanwegner.com/essays/belfast-brennt/, und auf dushanwegner.com finden sich noch viele weitere Texte, Bücher und sogar T-Shirts zum Thema!
