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»Wokeness« und modernes »Linkssein« sind neue Wörter für das, was Christen »Hochmut« nennen. Eine Todsünde. Um Menschen geistlich kaputtzumachen, bringe sie dazu, ihren Hochmut für gut zu halten – mache sie »woke« und »links«.

Unter dem gestrigen (englischsprachigen) Video schrieb der Kommentator @donaldist7321 über den Menschen, der »Gott durch sich selbst ersetzt hat, wie all diese woken Leute es tun«. (Übersetzung aus dem Englischen.)

Ich will offen sein: Es tat weh, das in dem Kontext so unverblümt zu lesen. Es tut weh, weil es wahr ist und einfach. Ich fühlte tatsächlich hilflos. Wenn wir das lösen könnten, würden wir schlicht die meisten Probleme der Menschheit lösen.

Der Ausdruck »Gott durch sich selbst ersetzen« beschreibt im Kern das, was Christen Hochmut nennen. Hochmut ist nicht nur eine der sieben Todsünden, Hochmut ist die Über-Sünde. (Im Englischen heißt Hochmut übrigens »pride«. Schon mal gehört?)

Alle anderen Sünden folgen dem Hochmut wie der Karren dem Pferd folgt. Oder dem Esel. Dem Hochmütigen folgen seine Sünden wie der Gestank dem Ungewaschenen.

Wäre ich der Teufel und wollte ich einen Menschen spirituell kaputtmachen, wollte ich eine ganze Gesellschaft destabilisieren, oder wollte ich gar versuchen, die Kirche zu attackieren – oder gar die gesamte Menschheit auf mein eigenes erbärmliches Niveau herabziehen –, ich würde die Leute schlicht den Hochmut lehren.

Zuerst gäbe ich dem Hochmut neue, harmlose Namen, etwa »Individualismus« (was bei Tocqueville tatsächlich einmal ein Schimpfwort war), oder »Feminismus«, oder »self care«. Ich ließe die Leute ihren eigenen Niedergang feiern. Ja, der brächte sie sogar dazu, ihre Selbstzerstörung stolz »Freiheit« zu nennen.

Woran also erkennen wir diesen gefährlichen Hochmut? Nun, der Teufel selbst, die Schlange, die er ist und immer war, verführte Eva mit den süßlichen Versprechen des Hochmuts:

sondern Gott weiß wohl, daß, sobald ihr davon eßt, euch die Augen aufgehen werden und ihr wie Gott selbst sein werdet, indem ihr erkennt, was gut und was böse ist.

Genesis 3:5

Ihr werdet sein »wie Gott selbst«. Du, sterbliches Geschöpf, hältst dich für »wie Gott selbst«. Aber nicht, weil du den Sonnenaufgang oder die Sterne erschaffen hast. Du hältst dich, oft nur implizit, dadurch für einen Gott, dass du selbst entscheidest, was gut und was böse ist.

Du entscheidest nach deiner Tageslaune. Du lässt dein Bauchgefühl entscheiden, was richtig und was falsch ist. Doch dein Bauch ist aufgebläht von fauligen Gasen.

Sprechen wir es aus, du wurdest gewarnt:

denn der Anfang aller Sünde ist der Hochmut. Wer an ihm festhält, wird mit Flüchen erfüllt werden, und er wird ihn am Ende stürzen.

Jesus Sirach 10:15

Wie also schütze ich mich vor dem Hochmut?

Ich persönlich begänne ja mit ein wenig Selbsterkenntnis: Halte ich eine Behauptung deshalb für wahr, weil ich es war, der sie aufgestellt hat?

Halte ich etwas für moralisch richtig, nur weil es sich gut anfühlt und eine Änderung anstrengend wäre?

Das ist Hochmut, der mich da an der Kehle hält.

Seit Baudelaire wissen wir, dass die größte Lüge, die der Teufel je lehrte, die war, dass es ihn nicht gibt. Doch die erste und verhängnisvollste Lüge war, dass Hochmut Freiheit sei.

Die Wahl ist: Hochmut oder Freiheit.

Und du bist es, der sich entscheiden muss.

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Der Essay Links und woke: verschiedene Wörter für dieselbe Sünde von Dushan Wegner ist auch online zu lesen: https://www.dushanwegner.com/essays/verschiedene-woerter/, und auf dushanwegner.com finden sich noch viele weitere Texte, Bücher und sogar T-Shirts zum Thema!