20.03.2021

Ein Jahr(zehnt?) Virus

von Dushan Wegner, Lesezeit 5 Minuten, Foto von George Desipris
Ein Jahr Viruspanik. Was haben wir gelernt? Haben wir überhaupt irgendetwas gelernt, was wir nicht ohnehin wussten? (Dass die Regierung Merkel ein Desaster ist, das wusste jeder Ehrliche schon lange zuvor.)
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Wir schrieben den Monat März 2020 (Zeitreisende und Zyniker sagen: also im ersten Jahr des Virus-Jahrzehnts). Das China-Virus war von der chinafreundlichen WHO wohl aus Propaganda-Gründen zu »Covid-19« umetikettiert worden – und ich bürstete einige von Ihnen, liebe Leser, gegen den Strich, als ich Folgendes schrieb:

»Glaubt jemand wirklich, dass Deutschland in Sachen Coronakrise das Schlimmste hinter sich hat? Die Länder, die es wirklich geschafft haben, den Verlauf der Pandemie abzuflachen, verfügen 1. ohnehin über sehr disziplinierte Umgangsformen mit höflichem Abstand (etwa Japan), pflegen 2. ein starkes Gemeinschaftsgefühl (wieder Japan) und haben 3. früh 4. zu wirksamen Maßnahmen gegriffen (insbesondere etwa Taiwan).« (Essay vom 23.3.2021)

Im Essay selbst dann zitierte ich einen Pflegearbeiter:

Es wäre sinnvoll, wenn Mitarbeiter, die wie ich mit der U-Bahn zur Arbeit im Pflegeheim fahren müssen, korrekte Atemschutzmasken bekämen, um sich und die Bewohner zu schützen. Die haben wir aber nicht! Die Pfleger arbeiten wie immer, oft ohne Handschuhe und ohne Masken. […] Ich mache mir große Sorgen um unsere anvertrauten Bewohner. Viele von ihnen haben den Krieg überlebt, alle haben das Land wieder aufgebaut und nun könnten sie an dem planlosen Chaos sterben, das ist bitter.

Durchpowern im Neudeutschen

Inzwischen wird zwar in vielen Ländern weltweit gegen das Virus geimpft (vor allem in Ländern, welche die deutsche Propagandamaschine als »populistisch« regiert beschimpft). In Deutschland bestätigt sich derweil die harsche Wahrheit: »Am Ende gewinnt immer die Realität«. Im Milliarden-Euro-Propagandastaat Deutschland wird die Realität mit immer mehr Propaganda übertüncht, doch Teil dieser Realität ist eben auch die wachsende Unfähigkeit des Propagandastaates in allen Belangen außer der Propaganda selbst (man muss nicht kompetent sein, wenn und solange man via Propaganda und Zensur die Menschen dazu zwingt, so zu tun, als liefe alles bestmöglich). Wie Trump schon Europas Migrationsirrsinn als Negativ-Beispiel nutzte, so nutzt auch Biden nun das europäische Impfchaos zur Abschreckung (welt.de, 19.3.2021 (€)). Ich glaube dem Relotiusblatt einfach mal, wenn es die Bürger auf weitere und anhaltende Lockdowns einstimmt (@derspiegel, 20.3.2021).

(Man hört derweil Berichte wie etwa den einer Chemo-Patientin, die zwar wie durch ein Wunder einen Impftermin zugeteilt bekam, aber dann abgewiesen wurde, weil sie das falsche Formular verwendet hatte; @meddynyt, 19.1.2021. Von Propaganda übertünchte Unfähigkeit bei brettharter Bürokratie – eigentlich Eigenschaften, wie sie für den Spätphasen-Sozialismus kurz vorm Kollaps typisch sind.)

Wäre eine Impfung nun wirklich die letzte Lösung der Corona-Krise, dann müsste man »einfach nur« das Chaos mit höherer Anstrengung zu überwinden versuchen (»durchpowern« nennt man das im Neudeutschen). Jedoch, zum einen sind da die bekannten Bedenken zu einzelnen Impfstoffen (welt.de, 19.3.2021, aber auch zak.de, 19.3.2021), zum anderen sind da die Mutationen – und zu allem Überfluss die schon länger schwärende Frage, ob bestimmte Viren durch Impfungen nicht sogar gefährlicher werden, da Mutationen eben mutieren (schon 2015 etwa: sciencemag.org, 27.7.2015).

Freundlich mit einer Verbeugung

Im April letzten Jahres schrieb ich den Text »Familien, Generationen und das Virus«, und darin stellte ich die These auf, dass Deutschland beim Corona-Virus anfänglich vergleichsweise gut dastand, weil schlicht ein weniger aktives Familienleben betrieben wird (anders etwa als bei »Menschen mit Migrationshintergrund«, vergleiche dazu etwa focus, 5.3.2021).

Ich bleibe dabei – und ich bleibe auch bei meinem Rat von vor fast auf den Tag genau einem Jahr, den ich hier zitieren darf: »Orthodoxe diverser Religionen weigern sich länger schon, dem anderen Geschlecht die Hand zu schütteln – nun schütteln wir uns alle nicht die Hände. Die Japaner etwa machen schon länger vor, einander freundlich mit einer Verbeugung zu grüßen, ohne Handkontakt, statt darauf vertrauen zu müssen, dass das Gegenüber – und alle denen das Gegenüber an dem Tag die Hand schüttelte – sich nach jedem Toilettengang und nach jedem Schnäuzen, Niesen und Popeln die Hände wirklich gründlich wuschen. – Ernsthafte Frage: Wie lange können wir in einer ›globalen Welt‹ die alte Sitte der Ritter aufrecht erhalten, einander die Hand zu schütteln, um sicher zu stellen, dass der andere keinen Dolch darin trägt? (Und, wenn wir schon Legenden zur Herkunft unserer Sitten bereden: Ist es noch immer angebracht, dass Männer grundsätzlich alle Frauen zur Begrüßung auf die Wange küssen, um sicher zu stellen, dass sie keine Fahne haben, was sie dem Verdacht der möglichen ›Unzucht‹ aussetzen würde?)«

Andere Wahrscheinlichkeit

Impfungen sind generell eine der segenreichsten Erfindungen der Menschheit (und wer das anders sieht, möge seine Meinung einem von Kinderlähmung verkrüppelten Menschen präsentieren). Ob und inwieweit diese Impfung(en) das Thema »Viren in der globalen Gesellschaft« auch nur auf absehbare Zeit löst, und zwar derart, dass wir keine anderen Faktoren unserer täglichen Realität neu justieren (bzw. neu justiert lassen) müssten, daran habe ich ernsthafte Zweifel.

Es bleibt wohl ein Fakt, dass schwer symptomatische Patienten überdurchschnittlich alt oder dick sind. Es bleibt wohl ein Fakt, dass sich das Virus dort besonders schnell ausbreitet, wo Menschen generationsübergreifend das Soziale mit dem körperlich Nahen verbinden (Küsschen-Küsschen). Es bleibt auch weiterhin ein Fakt, dass Krankheiten eine Frage der Wahrscheinlichkeit sind, und diese Wahrscheinlichkeit hat viel mit Lebensführung zu tun (ja, auch Nichtraucher können Lungenkrebs bekommen, doch die Wahrscheinlichkeit ist eine andere).

Von den Alltagsgewohnheiten

Es ist keine Durchhalteparole, es will vielmehr die Schlussfolgerung aus dem mir vorliegenden Wahrscheinlich-Richtigen sein, und damit dann die Prämisse neuer, praktischer Schlussfolgerungen, wenn ich bekräftige: Es wird kein Wieder-Normal geben, und ich rate uns, gemeinsam wie auch einzeln, ein Leben einzurichten, als würden wir immer mit Viren leben müssen (wir mussten es ja auch bislang, wenn auch nicht immer mit solchen Viren).

Ob in der Migrationskrise, in der Bankenkrise oder aktuell eben in der Viruskrise, immer wieder gilt: Wenn ein Problem von den Alltagsgewohnheiten der Menschen (mit-) verursacht wird, dann ist dieses Problem vom Staat nur schwer zu lösen (und in einem Nichts-gilt-mehr-Multikulti-Staat wie Deutschland ist es schlicht unmöglich).

So hart es klingt, der Rat, den ich mir und uns gebe, ist heute: Die Frage ist nicht, wann wir wieder ein lebenswertes Leben erhalten. Die Frage ist, wie wir selbst dieses Leben lebenswert gestalten.

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