- English (AI)
- German
- Spanish (IA)
G.K. Chesterton hat die suizidale Empathie vorhergesehen (@dougponder wies kürzlich darauf hin). Mehr noch, Chesterton hat den Phänomenbereich definiert, der suizidaler Empathie zugrunde liegt – und es ist spannend!
Zunächst: Gilbert Keith Chesterton lebte von 1874 bis 1936. Er war ein Brite, ein Schreiber, ein Journalist und ein Philosoph – und zwar in Zeiten, in denen jeder dieser Begriffe ein Grund für Stolz war, also gegenteilig zu heute. Und er war Katholik in Zeiten, als Bischöfe noch nicht mit der katholischen Tradition im Krieg lagen.
Dann noch: Unter »suizidaler Empathie« versteht man die ausschließlich im christlichen Westen auftretende Motivation, das Wohlbefinden des Fremden über das eigene Überleben zu stellen.
Der »Suizid« ist dabei immer nur kollektiv, selten individuell. (Nur in Ausnahmefällen nehmen etwa »Omas gegen Rechts« oder Grünen-Parteifunktionäre auch selbst einen »Flüchtling« auf; das zwingt man den Schulen und Brennpunkten auf, mit denen man real und persönlich nichts zu tun hat.)
»Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«, sagt Jesus in Matthäus 22:39. Die suizidale Empathie sagt: »Ignoriere den Nächsten, aber liebe den Fernsten, und opfere dein Land und den Nächsten für den Fernsten.«
Wer denken kann und nüchtern die Zeiten betrachtet (also wen die grassierende Idiotie einen »Rechtsextremen« und »Faschisten« nennt), der sieht dieses Phänomen »suizidale Empathie«, doch bislang fehlte eine Erklärung.
Milliarden mit dem Untergang
Ja, eine Erklärung ist, dass gewisse Akteure mit suizidaler Empathie viel Geld verdienen. Wenn etwa deutsche Bischöfe nach offenen Grenzen und mehr Migration rufen, muss man wissen: Kirchliche (und andere) Wohlfahrtsverbände verdienen Milliarden an der Zerstörung der deutschen Gesellschaft durch die massenhafte Einwanderung.
Eine weitere Erklärung könnte womöglich sein, dass gewisse internationale Akteure ein so schlichtes wie nachvollziehbares Interesse daran haben, die Migration nach Europa zu maximieren.
China hat einen Ausländeranteil von etwa 6 Promille, seit einigen Jahren sogar mit einem Rückgang kulturfremder westlicher Expats. Deutschlands Ausländeranteil liegt bei ca. 15 Prozent, und 20 Prozent, wenn man Erste-Generation-Migranten einberechnet. In absoluten Zahlen: China mit 1,4 Milliarden Chinesen beherbergt circa 800.000 Ausländer. Deutschland mit seinen 84 Millionen Einwohnern (»Deutsche« stimmt täglich weniger) hat, einschließlich der Erste-Generation-Immigranten, über 17 Millionen Ausländer. Und doch ist es Deutschland, nicht China, das sich darüber zerfrisst, ob es auch wirklich fremdenfreundlich genug ist.
Chinesen arbeiten für China und China arbeitet für Chinesen. Für wen aber arbeiten Deutsche? Putin musste noch mit Panzern in die Ukraine einmarschieren. In Deutschland oder Großbritannien muss niemand mehr »einmarschieren«, um sie als internationale Konkurrenz auszuschalten.
Was normale Menschen motiviert
Während also Akteure wie Wohlfahrtsverbände oder konkurrierende Mächte (sowie ihre Schergen vor Ort) ein ganz konkretes Interesse daran haben, das Land von innen zu zerstören, fragt man sich doch, was »normale« Leute dazu motiviert.
In seinem Schlüsselwerk Orthodoxy schrieb Chesterton im Jahr 1908 die Erklärung:
Wenn ein religiöses Gefüge zerbricht (so wie das Christentum durch die Reformation zerbrach), sind es nicht nur die Laster, die losgelassen werden. Die Laster werden freigesetzt, ja – sie wandern umher und richten Schaden an. Doch auch die Tugenden werden losgelassen; und die Tugenden wandern weitaus wilder, und die Tugenden richten weitaus schrecklicheren Schaden an. Die moderne Welt ist voll von den alten christlichen Tugenden, die wahnsinnig geworden sind. Die Tugenden sind wahnsinnig geworden, weil sie voneinander getrennt wurden und nun allein umherirren.
– G.K. Chesterton, Orthodoxy; via gutenberg.org
Die Empathie, welche die Zombies gegen Rechts an den Tag legen, ist ein Überbleibsel aus christlichen Tagen. Da die Empathie heute keine natürliche Hemmnis in anderen christlichen Werten und Wahrheiten findet, kann sie wie ein Tumor wuchern und dabei ihr Trägerorgan zerstören.
Und Empathie ist nicht der einzige Fall, in dem ein christlicher Wert ohne seine »natürliche« Begrenzung wild zu wuchern beginnt – und in der Folge zerstört, was ihn überhaupt möglich machte.
Tugend ohne Grenze zerstört
Es waren weiße Christen, welche die Sklaverei beendeten – zumindest in ihrem eigenen Einflussbereich. In muslimischen Ländern dauert sie teils bis heute an. Doch diese gute und zutiefst christliche Tat führt heute zu irrationaler Selbstkasteiung, wie dass in den USA weiße »demokratische« Politiker vor Schwarzen knien, sich also selbst symbolisch zu Sklaven erklären. (Tatsächlich kleben sie bis ins Greisenalter an der Macht – und wollen über Schwarze und andere Fremde als selbstverständliche Wählermasse verfügen.)
Es war das Christentum, das die Frau für metaphysisch gleichwertig erklärte:
Da gibt es nun nicht mehr Juden und Griechen, nicht mehr Knechte und Freie, nicht mehr Mann und Weib: nein, ihr seid allesamt Einer in Christus Jesus.
Doch aus der metaphysischen Gleichsetzung, verbunden mit der spirituellen Sonderstellung Marias und damit aller Frauen, leitete eine säkulare Gesellschaft die funktionale Gleichsetzung in allen Bereichen ab. Das Ergebnis ist eine klischeehaft weibliche Hyper-Emotionalisierung von Entscheidungen (Kernkraftwerke, Migration, Klima), die besser rational getroffen werden sollten.
Tertium datur
Der Westen nennt sich »jüdisch-christlich« und zugleich »säkular«, doch wenn man sich damit nicht ins ethnische jüdische Volk einreihen will, könnte es womöglich als interessante Ausnahme zum tertium non datur gelesen werden: Ein Drittes ist möglich, und zwar immer, dass ein jedes den anderen beiden widerspricht. – Nein, der Westen ist womöglich nicht un-christlich und nicht un-jüdisch-christlich, sondern schlicht häretisch.
Häresie ist nicht die Abwesenheit von Glauben. Häresie ist das Herauspicken einzelner Glaubenssätze, das Verdrehen anderer und Ignorieren wieder anderer.
Chesterton beschreibt strukturell die klassische Häresie, wie die Geschichte sie mehr als einmal erlebte. Ein einzelner Aspekt wird überbetont, und in dieser Überbetonung wird er funktional in sein Gegenteil verkehrt.
Zucker, wie du und ich
Ach, der Beispiele sind viele, und nicht alle sind religiös wie »Sola Scriptura« (die Bibel wird aller Autorität beraubt, indem man sie zur einzigen Autorität erklärt, was sie sofort jeder Interpretation preisgibt). In diesem Geist ist etwa auch der Konsum von Zucker eine »Häresie«! Ein wichtiger Nahrungsbestandteil wird von seinem natürlichen, gesunden Kontext (Früchte) getrennt, und dann attackiert er plötzlich die Gesundheit seiner Konsumenten.
Das aber ist die Lage: Der Westen wurde durch das Christentum groß. Wenn der Westen fallen wird, dann durch Häresie. So wie du und ich.
Weiterschreiben, Wegner!
Das Schreiben dieser Essays ist nur mir Ihrer Unterstützung möglich. Werden und bleiben Sie Teil meiner Arbeit!
Bitte wählen Sie Ihren freiwilligen Leserbeitrag:
E-Mail-Abo
Lassen Sie sich automatisch benachrichtigen, sobald ich hier etwas Neues veröffentliche! (Gratis, jederzeit abbestellbar.)
Der Essay Als die Empathie suizidal wurde von Dushan Wegner ist auch online zu lesen: https://www.dushanwegner.com/essays/als-die-empathie-suizidal-wurde/, und auf dushanwegner.com finden sich noch viele weitere Texte, Bücher und sogar T-Shirts zum Thema!
