Ich habe es zuvor gesagt, ich sage es wieder, denn es ist wahr und wichtig – und akut: Das Weltbild von Linken ist auf Lügen gebaut.
Diese Woche nun schrieb ich die Argumentation »Der linke Todeswunsch«. Es ging um die USA und fanatisierte linke Agitatoren, die ICE-Beamte attackieren, wenn diese illegal im Land befindliche Personen abschieben wollen, darunter Räuber und Vergewaltiger.
Bisweilen sprechen Medien und Kommentatoren, womöglich auch ich, von »Protesten«, doch das Wort ist schlicht falsch. Es handelt sich um organisierte Aufrührer, wohl auch mit Vernetzung in politische Kreise, wie Recherchen freier Journalisten nahelegten. An diese Aufrührer wird durchgestochen, wo ICE-Einsätze stattfinden sollen. Oder sie verfolgen die Autos der Beamten auf eigene Faust.
Inzwischen wurden zwei aktive Anti-ICE-Aktivisten erschossen. Beide in Situationen, in denen sie sich aktiv in Gefahr brachten und ICE-Beamte einen konkreten Grund sahen, um ihr eigenes Leben zu fürchten.
Beim zweiten Erschossenen handelt es sich um einen Krankenpfleger namens Alex Pretti.
Linke versuchten sofort, Alex Pretti zu einem Heiligen aufzubauen, ähnlich wie sie es bereits mit jenem drogenkonsumierenden Gewalttäter getan hatten (ich bin nicht sicher, ob sie ihm damit einen Gefallen tun). Bei MSNOW wurden KI-generierte Bilder vom Getöteten gezeigt, die ihn »hübscher« machten, mit klassisch-attraktivem Gesicht und breiteren Schultern (@socialapclyps, 27.01.2026). Bei CNN wurde geschmachtet, dass er der Traum-Schwiegersohn sei (@mazemoore, 28.01.2026).
Ein berüchtigter deutscher Name sah »wehrlose Menschen, die auf offener Straße von Regierungsbeauftragten ermordet werden; heimtückisch, aus niedrigen Beweggründen« (@georgrestle, 26.01.2026) – und natürlich geht es in der Bewertung der Ereignisse nicht unter »Faschismus«. (Wir ahnen, wie Tilo Jung die Situation bewertet; siehe @tomdabassman, 20.03.2025.)
Nun, mittlerweile sind weitere Bilder aufgetaucht, die nach allem Anschein den zweiten Erschossenen zeigen, wohl elf Tage vor dessen Tod (@SteveGuest, 28.01.2026).
Der Mann geht aggressiv auf das Auto von ICE-Beamten los, schreit und provoziert. Seine Waffe steckt offen in seiner Hose, im Rückenbereich. (Also da, wohin Pretti zu greifen schien, als er erschossen wurde.)
Der Mann schreit nicht nur, er tritt auf das Auto der Beamten ein, tritt ihnen das Rücklicht weg. Er wirkt »außer sich«, um nicht »irre« und »gefährlich« zu sagen. Sogar CNN berichtet über dieses zweite Video (edition.cnn.com, 29.01.2026).
Wohl in einer weiteren Konfrontation mit ICE-Beamten trug Pretti eine Verletzung davon, die wie eine gebrochene Rippe behandelt wurde (cnn.com, 27.1.2026). Nein, friedliche Menschen gehen nicht mit Zerstörungswillen auf bewaffnete Beamte los. Nein, friedliche Menschen tragen nicht rippenbruchartige Verletzungen davon – und stürzen sich gleich wieder in die nächste Attacke auf bewaffnete Beamte.
Manche Linke versuchen sich in einem Strohmann-Argument: »Ein Mensch verdient doch nicht, zu sterben, nur weil er ein Rücklicht weggetreten hat.« (Ein Strohmann-Argument versucht, dem Gegner eine Position unterzuschieben, die dieser gar nicht vertrat, die aber einfacher zu widerlegen scheint.)
Alex Pretti war ein junger Mann, der schon mal in Wut geriet. Der eine Waffe bei sich trug und sich in ICE-Einsätze einmischte. Die Frage ist nicht, ob er »zu sterben verdiente« – natürlich nicht.
Natürlich müssen wir Pretti zugestehen, dass er selbst die volle Verantwortung für seine Handlungen trägt. Es war seine bewusste Entscheidung, das Fahrzeug von ICE-Beamten zu attackieren. Es war seine bewusste Entscheidung, sich einige Tage später mit einer Waffe in Holster oder Hose ins Handgemenge während eines Einsatzes zu begeben. Wir dürfen leider vermuten: Wäre er diesmal davongekommen, hätte er sich wieder und wieder bewaffnet in Einsätze eingemischt.
Dass er zu Tode kam, ist traurig und unschön – aber wahrlich nicht »Faschismus«. Im Gegenteil: Sein Verhalten hat Züge jenes Verhaltens, dass ich kürzlich als linken Todeswunsch beschrieb.
Pretti forderte die bewaffneten Beamten am 13. Januar 2026 ja explizit (und laut brüllend) dazu auf, ihn anzugreifen: »Fucking assault me, motherfucker.« (@EndWokeness, 29.01.2026)
All das ignorieren Linke aber. Es ist ihnen egal. Linke haben sich eingerichtet zwischen Trump-Derangement-Syndrome und Faschismus-Tourette.
Und das ist ein Problem: Wir leben mit Menschen zusammen, deren Realität von den tatsächlichen Ereignissen abgekoppelt ist – und denen das nicht mehr wehtut.
2026 hat gerade erst begonnen. Ich habe das Gefühl, dass dies das prägendste Jahr unserer neueren Geschichte sein wird. Ich sehe aber nicht, wie sich gemeinsame Projekte realisieren lassen, wenn ein Teil des Volkes sich grundlegender Werte wie dem Überlebenswillen, der Wahrheit und der Realität entledigt hat.
Weiterschreiben, Wegner!
Das Schreiben dieser Essays ist nur mir Ihrer Unterstützung möglich. Werden und bleiben Sie Teil meiner Arbeit!
Bitte wählen Sie Ihren freiwilligen Leserbeitrag:
E-Mail-Abo
Lassen Sie sich automatisch benachrichtigen, sobald ich hier etwas Neues veröffentliche! (Gratis, jederzeit abbestellbar.)
Der Essay Wenn Realität stört: Der Fall Alex Pretti und das linke Weltbild von Dushan Wegner ist auch online zu lesen: https://www.dushanwegner.com/essays/der-fall-alex-pretti/, und auf dushanwegner.com finden sich noch viele weitere Texte, Bücher und sogar T-Shirts zum Thema!
