bild.de titelt: »Anhänger der Identitären Bewegung:
Rechtsextreme besetzen Hermannsdenkmal – Staatsschutz ermittelt in NRW« (bild.de, 21.06.2026).
Ich habe den Text gelesen. Und ich verspürte eine mir bislang unbekannte Gefühlskombination: amüsiert-alarmierte Empörung.
Empört bin ich über die Dreistigkeit der praktizierten Lüge durch Weglassen.
Alarmiert bin ich, mit was für plumpen Halbwahrheiten und ethischen Asymmetrien man im deutschen Mainstream durchkommt – und was das über das mutmaßliche geistige Niveau des Zielpublikums besagt.
Amüsiert bin ich über all die unfreiwilligen Selbstentlarvungen einer schreibenden Klasse, der ich aus Gewissensgründen die kollektive Umschulung für sinnvollere Tätigkeiten wünsche.
Zunächst, die Lüge durch Weglassen: bild.de lässt den konkreten Anlass dieser Protestaktion aus.
Wir wollen also vervollständigen, was die Mainstreamer wohl vergaßen. Wir zitieren den X-Account:
Wir besetzen das Hermannsdenkmal.
Die Regierung will direkt vor Arminius im Teutoburger Wald einen Windradpark errichten. Das würde diese zentrale deutsche Kulturstätte entweihen und unsere Geschichte mit Füßen treten.
Zeitgleich sind lokale Vogelarten und die Naturzone im Bereich des Windparks massiv gefährdet.
Der Teutoburger Wald wird erneut zum Symbol: Diesmal ist es eine Schlacht beliebiger und kulturloser Politiker gegen ein verwurzeltes Volk, das seine Kulturzentren nicht zur Schändung freigibt.
Heimatschutz ist Umweltschutz!
Für vorgeblichen Umweltschutz wird Umwelt zerstört. Es ist eines der vielen Paradoxien deutscher Selbstzerstörung. Ich beschrieb es extra deutlich 2020 im Text »Windkraft ist Gewalt«.
Es sind die vermeintlichen Umweltschützer, welche die Natur zerstören. Ähnlich wie es die vermeintlich Toleranten sind, die uns die aggressivste Intoleranz spüren lassen (und die Intoleranten der Welt ins eigene Land einladen).
Und in beiden Fällen sind es die vermeintlichen Rechtsextremen, die sich dagegen aussprechen.
Was heißt »Rechtsextrem«?
Aber, Moment! Was lässt die hochseriöse BILD-Zeitung feststellen, dass die Identitäre Bewegung »rechtsextrem« ist?
Ah, die »Identitäre Bewegung« wird »vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch« bewertet.
Ach so, wenn der Verfassungsschutz das sagt, dann wird es ein Fakt sein. Ja, das ist für den denkenden Beobachter mindestens an der Schwelle zum Amüsanten.
Das Etikett Rechtsextrem bedeutet in Deutschland im Effekt: Ausgestoßener.
Die brutale Wahrheit ist aber: Was »Bio-Deutschen« das Killer-Etikett »Rechtsextreme« beschert, ist so ähnlich bei den meisten übrigen Ethnien und Volksgruppen völlig selbstverständlich und wird sogar gelobt!
Lesen wir bei bild.de selbst nach. Im grau hinterlegten Block unterm Text wird erklärt:
Die Identitäre Bewegung (…) warnt (…) vor einer angeblichen „Islamisierung“ oder einem „Bevölkerungsaustausch“ und richtet sich besonders gegen Migration und eine offene Gesellschaft. Sie vertritt die Ideologie des sogenannten Ethnopluralismus: Kulturen und Bevölkerungsgruppen sollten angeblich „getrennt“ bleiben.
Die Islamisierung westlicher Gesellschaften ist nicht »angeblich«, sondern statistisch und via einfachem Augenschein zu belegende Realität. »Ja, Islamisierung findet statt, nach praktisch allen plausiblen Deutungen des Wortes«, das schrieb ich 2018, und daran hat sich nichts geändert.
Ebenso der »angebliche« Bevölkerungsaustausch. Wenn eine Bevölkerungsgruppe demographisch schrumpft, während Menschen aus anderen Kulturen aktiv ins Land gebracht werden – wenn ich etwas an die Stelle von etwas anderem setze, habe ich ausgetauscht, was denn sonst? Ich schrieb letztens den Essay: »Wehe, jemand sagt »Austausch««
Verfassungsschutz und Verfassungsrichter erklären, dass die IB-Idee einer »ethnisch-kulturellen Homogenität« gegen die Menschenwürde verstoße (lto.de, 23.06.2020).
Hmm. Wir ignorieren einmal, dass damit die Zusammensetzung der meisten Grünen-Ortsvorstände und jede Anti-Rechts-Demonstration »gegen die Menschenwürde nach Art. 1 GG« verstoßen würden, denn »ethnisch-kulturell homogener« wird es kaum. (Wenn Grüne nachdenken und argumentieren würden, würden sie wohl einwenden, dass es nicht illegal ist, Homogenität faktisch zu sichern – sondern nur, dies explizit zu sagen.)
Zwei Maßstäbe, eine Wirklichkeit
Wo sind die Proteste der ominösen Weltgemeinschaft, dass asiatische oder arabische Staaten ganz selbstverständlich es de facto unmöglich machen, jemals ganz aufgenommen zu werden?
Wenn Weiße etwa in den USA es wagen, abgelegenes Land zu kaufen, um eine Gemeinschaft für Menschen europäischer Abstammung aufzubauen, werden sie prompt verklagt (von einer Klägerin, die nach eigenen Angaben aufgrund ihrer jüdischen Abstammung und ihres schwarzen Ehemannes dort kein Land kaufen konnte, cnn.com, 20.5.2026).
Wenn aber Schwarze sich zusammenschließen und rund 500 Hektar kaufen, wird es gefeiert als »Mutiges Utopia in schwarzer Hand« (shalenaspeaks.com).
Die Asymmetrie zwischen den moralischen und juristischen Maßstäben, die an Weiße angelegt werden (besonders wenn sie Christen sind), wird im Mainstream nicht diskutiert, sondern als moralische Selbstverständlichkeit gesetzt.
Die Identitäre Bewegung, so könnte man provokant formulieren, wird als »rechtsextrem« etikettiert, weil sie für »Bio-Deutsche« fordert, was für die meisten übrigen Menschengruppen außerhalb des gerade-noch-so-christlichen Westens weltweit selbstverständlich ist.
Blöde Zeiten, waches Denken
Nun, keine dieser Betrachtungen ist neu. Es war die spektakuläre Unvollständigkeit im Artikel bei bild.de, die mir aufs Neue auffiel. Dazu die selbstverständliche Unverfrorenheit der Propagandasprache.
All diese meine Zeilen werden an der von mir beschriebenen Schräglage wenig verändern. Es geschieht zu lange und zu gründlich, um unbeabsichtigter Zufall zu sein.
Mich erschreckt heute die aggressive Blödheit des bild.de-Artikels. Die selbstverständliche Abwesenheit jeder denkenden Reflexion, die der Markenkern des »Journalismus« im neuen deutschen Propagandastaat ist.
Welche Chancen hat ein Land, in welchem die Masse schlicht das Denken eingestellt hat und die Schreibenden fürs Fördern der Dummheit bezahlt werden?
Freunde, dies ist kein Essay zum Lobpreis der Identitären Bewegung. Dies ist nicht einmal ein Text zur Verteidigung christlich-europäischer Kultur.
Dies ist ein Text zur täglichen Erinnerung, dass wir in blöden Zeiten leben. In blöden Zeiten, in denen sich unsere Mitmenschen von halben Lügen und ganzer Dummheit antreiben lassen, dankbar zum eigenen Ende zu marschieren.
Die Zeiten sind dumm und suizidal, uns also ist es am Einzelnen, klug zu sein – um zu überleben.
Weiterschreiben, Wegner!
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