Die British Broadcasting Corporation, uns auch als »Bi-bi-si« bekannt, hat gelogen.
»Ja, ja«, sagst du, »und heute morgen ist ein neuer Tag angebrochen, und McDonald’s wird wieder, wie jeden Tag, viele Hamburger verkaufen. Wir wissen: Das Weltbild von Linken ist auf Lügen gebaut. Warum ist es also erwähnenswert, dass die BBC gelogen hat?«
Nun, in diesem konkreten Fall hat die BBC über eine Angelegenheit von Weltbedeutung gelogen. Und sie hat zum konkreten Nachteil eines Mannes gelogen, von dem man sagt, er sei »der mächtigste Mann der Welt«.
Es ging um den berüchtigten 6. Januar. Im großpolitischen Spiel muss das Jahr gar nicht mehr dazugesagt werden: 2021.
Am Tag nach jenem Tag schrieb ich:
[Während] der Kongress im Kapitol, Washington, die Stimmen der Wahlmänner auszählen wollte, demonstrierten draußen viele tausend Bürger. Ihr Präsident sprach zu ihnen. Dann wurde es rabiat. Eine Gruppe eher illustrer Gestalten drang ins Kapitol ein. Es gibt auch Videoaufnahmen tatsächlich aggressiver Eindringlinge. Eine Pro-Trump-Demonstrantin wurde im Kapitol erschossen. Weitere drei Menschen starben im Freien.
Im US-Kapitol werden sonst Gesetze beraten und beschlossen. Am 6. Januar 2021 sollten dort die Ergebnisse der umstrittenen US-Wahl 2020 offiziell bestätigt werden.
Vermutlich im krassen Widerspruch
In Washington, D.C., demonstrierten an dem Tag viele tausend Menschen, vor allem Konservative und Nicht-Linke, organisiert als »Save America Rally«.
Donald Trump hielt zu diesem Anlass eine Rede im Park The Ellipse, südlich des Weißen Hauses, etwas über zwei Kilometer vom Kapitol entfernt.
Trump zweifelte die offiziellen Ergebnisse der Wahl an und rief die Bürger zum friedlichen Protest auf.
Ja, konservative Demonstranten marschierten zum Kapitol. Und ja, Personen gelangten ins Kapitol.
Wer jedoch tatsächlich ins Kapitol gelangte, wer sie aufstachelte, wie viele FBI-Agenten (theguardian.com, 07.02.2025) und von NGOs bezahlte Antifa-Schergen darunter waren und welche Rolle die Kapitol-Polizei dabei spielte – all das ist bis heute umstritten. Und mit »umstritten« meine ich: Was tatsächlich passierte und was von US-Democrats samt ihren Kollaborateuren verbreitet wurde, steht vermutlich im krassen Widerspruch.
BBC: Schnitt, Lüge, Rücktritt
Zu den vielen Mainstream-Medien, die bezüglich des 6. Januar blanke Lügen verbreiteten, zählte – wenig überraschend – auch die BBC.
Im Oktober 2024 wurde in der BBC eine »Dokumentation« ausgestrahlt, bei der Trumps Rede vom 6. Januar 2021 gezeigt wurde – allerdings manipulativ geschnitten (theguardian.com, 3.11.2025). Erst wurde gezeigt, wie Trump die Zuhörer aufforderte, zum Kapitol zu gehen. Ohne erkennbare Unterbrechung wurde dann gezeigt, wie Trump die Zuhörer zum Kämpfen aufforderte (»fight like hell«), um ihr Land zurückzugewinnen.
Tatsächlich lagen zwischen den beiden Aussagen etwa 50 Minuten. Trump rief ausdrücklich zu friedlichen Protesten auf, und am Kapitol sollte den Politikern applaudiert werden.
Tatsächlich hatte Trump die Bürger konkret in dem Augenblick aufgefordert, ihre »Stimmen friedlich und patriotisch zu Gehör zu bringen« (»to peacefully and patriotically make your voices heard«). Die viel spätere Stelle »fight like hell« bezieht sich eindeutig auf Kampf im Sinne von Wahlkampf.
In weiten Teilen ein Spaziergang
Democrats und Democrats-nahe Medien samt ihrer Verbündeten in Europa verschworen sich, ein Ereignis, das in weiten Teilen de facto ein Spaziergang war, als Versuch eines gewaltsamen Sturzes der US-Regierung zu framen. (Ja, es kam zu Gewalt und Schäden am Gebäude. Es fällt jedoch auf, dass die bekannten Täter eben nicht die vermummten Gewalttäter sind, sondern zumeist eher harmlose Figuren wie der »Wikinger« Jacob Chansley; siehe Wikipedia.)
Dass Mainstream-Journalisten lügen und Propaganda betreiben, ist allein keine sensationelle Nachricht. Im aktuellen Fall der BBC allerdings wurde durch einen Whistleblower die genaue Methodik der aktiven Manipulation auf 19 Seiten offengelegt (telegraph.co.uk, 3.11.2025). Wieder und wieder verstießen die BBC-Aktivisten (»Journalisten«) gegen angebliche journalistische »Prinzipien«. Und die Stimmung weltweit dreht sich gegen die Lügner, auch in Großbritannien.
Am 9. November erklärten Tim Davie (BBC Director-General) und Deborah Turness (CEO von BBC News) den Rücktritt von ihren Ämtern. (Es war nicht ihr erster Skandal, nur der aktuellste. Der berühmte Tropfen. Ich habe aber keinen Zweifel, dass die Herrschaften im britischen Sumpf bald wieder oben schwimmen werden.)
(Nichts) Gutes für die Zukunft
Eine bestimmte deutsche Reaktion auf diese Meldung ließ mich aber bitter lächeln, ja, geradezu schmunzeln.
Die laut Wikipedia in London lebende Journalistin Annette Dittert (WDR etc.) ist entrüstet über den Rücktritt:
Just nuts. Caving in to Trump and Maga that easily doesn’t bode well for Britain in general.
Auf Deutsch etwa: »Einfach verrückt. Dass Großbritannien sich Trump und MAGA so leicht beugt, verheißt nichts Gutes für die Zukunft.«
Chef-Journalisten treten zurück, weil man dabei erwischt wurde, grob und manipulativ im Stil anti-demokratischer Propaganda zu lügen, und das bedeutet, sich »Trump und Maga« zu beugen? Ein kleiner Teilsieg der Wahrheit »verheißt nichts Gutes für die Zukunft«?
Jan von Hein, Professor für Zivilrecht, kommentiert:
Eine deutsche ARD-Journalistin ist irritiert, dass die manipulative Berichterstattung der BBC im UK tatsächlich einen Rücktritt der Verantwortlichen nach sich zieht.
Wir sollten uns fragen: Welchen Begriff von Journalismus hat Frau Dittert? Was sieht sie als die Aufgabe von Journalisten?
Wir ahnen es. Ach, wir wissen es vermutlich. Und wir zucken mit den Schultern – in Bezug auf Journalisten.
Das größere, dramatische und längst akute Problem ist, dass Menschen wie Frau Dittert das Denken der Gesellschaft geformt haben und noch immer formen. Und ich gehe nicht davon aus, dass Frau Dittert ein Sonderfall ist. Frau Dittert, so meine These, ist durchaus eine normale Journalistin.
Tucholsky diagnostizierte, dass in Deutschland derjenige, der auf den Schmutz hinweist, für viel gefährlicher gehalten wird als der, der den Schmutz macht. Ähnlich ließe sich sagen: Für deutsche Journalisten ist offenbar nicht die große Lüge der Skandal, sondern dass einmal pro Jahrzehnt ein Journalist für seine Lügen zur Verantwortung gezogen wird.
Dieser Ärger etwas Freude
Das Weltbild, das große Gedankengebäude der Linken, ist auf Lügen gebaut, aus Lügen gemauert und wird von Lügen als Mörtel zusammengehalten.
Es entbehrt nicht einer inneren Logik, dass Frau Dittert es »just nuts« findet. Einfach verrückt.
Als Journalist nur ein einziges Mal zuzugeben, dass man gelogen hat, wird dazu führen, dass man es auch in anderen Fällen zugeben muss. Man hat sich komfortabel im linken Weltbild eingerichtet – finanziell wie mental –, doch mit jedem Geständnis werden die Mauern dieses Hauses brüchiger.
Frau Dittert ist vermutlich gut versorgt, die BBC-Chefs ebenso. Mein Mitleid mit deren Seelennöten ist überschaubar.
Ja, tatsächlich lächle ich, ich schmunzle und bin guter Dinge. Wenn Lügner zur Verantwortung gezogen werden und ihre Journalisten sich darüber ärgern, dann will ich gestehen, dass mir dieser Ärger etwas Freude bereitet.
Doch natürlich hoffe ich, so viel Missionseifer muss sein, dann doch auf die Bekehrung jedes Journalisten. Ja, die Bekehrung zur Wahrheit, und hier meine ich »Wahrheit« im alltäglichen, ganz säkularen Sinne: Wahrheit als Kohärenz von Realität und Nachricht.
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Der Essay Verantwortung für Lüge? Just nuts! von Dushan Wegner ist auch online zu lesen: https://www.dushanwegner.com/essays/just-nuts/, und auf dushanwegner.com finden sich noch viele weitere Texte, Bücher und sogar T-Shirts zum Thema!
