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Ich habe einen Traum: Verantwortungsträger, die daran glauben, was sie tun – und die das Richtige tun. Utopie oder neuer Realismus? Sagen wir mal so: Ohne diese werden wir nicht wiederaufbauen, was in den letzten Jahrzehnten kaputtging.

Ich habe einen Traum, eine Vision, eine Utopie!

»Das ist doch eine Selbstverständlichkeit«, werden manche sagen, nachdem sie meinen Traum gehört haben, und ich werde ihnen antworten: »Ja und nein, denn dass es eine Selbstverständlichkeit sein möge, ist gerade die Utopie.«

Lasst mich erklären!

Ich wünsche mir eine Welt, in der die großen und wichtigen Institutionen von Menschen angeführt werden, die tatsächlich an das ursprüngliche Anliegen und das notwendige Weiterbestehen dieser Institutionen glauben.

Ich träume von einem Deutschland, in dem die Politiker auch im Herzen Deutsche sind. Politiker, die ihre Kraft dem Wohl des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren und Schaden von ihm wenden. All das eben, was heute »rechtsextrem« und »faschistisch« genannt wird.

Ich träume von einer Kirche, in der alle Bischöfe christlich und katholisch sind, fern von Wokeness und Häresie. (Matthäus 18, Vers 6: »Wer einem von diesen Kleinen, die an mich glauben, Ärgernis gibt, für den wäre es besser, wenn ihm ein Mühlstein um den Hals gehängt und er in der Tiefe des Meeres versenkt würde.«)

Ich träume von Familien, in denen der Vater ein Vater ist, die Mutter eine Mutter und die Kinder eben Kinder. Jeder mit seiner Verantwortung. Schönheit in Ordnung.

Ja, ich träume von einer Welt, in der jeder Verantwortungsträger an das glaubt, was er tut. Und dazu eine Welt, in der jeder einzelne Mensch versteht, welche Verantwortung er in seiner Rolle trägt – und seine Rolle aus vollem Herzen mit ganzem Verstand annimmt.

Ich träume von einer Gesellschaft, in welcher der Einzelne die Mittel und die Möglichkeiten hat, seiner Verantwortung gerecht zu werden. Was nützt alles Bewusstsein von Verantwortung, wenn dir die Mittel genommen werden, dieser Verantwortung gerecht zu werden?

Und also dies

Der Papst, auf den sich der heutige Papst per Namenswahl beruft, schrieb im Jahr 1891:

Wenn eine Gesellschaft zugrunde geht, ist der heilsame Ratschlag an diejenigen, die sie wiederherstellen möchten, sie auf die Prinzipien zurückzuführen, aus denen sie hervorgegangen ist[.] (Leo XIII, Rerum Novarum, 27; via vatican.va; eigene Übersetzung)

Unsere Gesellschaft – der »christliche Westen« – geht zugrunde. Nein, sie geht nicht bloß »vor unseren Augen« zugrunde, sondern um uns her, noch genauer: mit uns als Teil ebendieser Gesellschaft. Und der Grund ist bekannt: Wir lassen uns von Leuten anführen, die nicht daran glauben, was sie tun. (Und dass sie nicht daran glauben, was sie tun, ist kein Grund, ihnen zu vergeben; zumindest nicht, solange sie nicht bereuen.)

Ja, ich träume davon, dass wir »die Gesellschaft« wiederherstellen, angeführt von Verantwortungsträgern, die daran glauben, was sie tun – und die das Richtige tun! Gefolgt von Menschen, die ihre Verantwortung kennen und ausüben – und dafür geehrt statt verleumdet werden, gestärkt statt geschwächt.

Bin ich ein Träumer?

Bin ich ein Realist?

Sagen wir mal so: Ich träume von einem neuen Realismus! Und ja, eigentlich sollte es alles selbstverständlich sein.

Nennt es utopisch, nennt es eine Träumerei oder seid freundlich und nennt es visionär – ich finde, es ist blanker Realitätssinn, wenn wir feststellen: Die Gesellschaft wird dort ankommen, wohin unsere Verantwortungsträger uns führen.

(Und du wirst dort ankommen, wohin du dich führen lässt. Das nämlich ist deine Verantwortung: Entscheide, wohin du dich führen lässt – und von wem!)

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Der Essay Denn sie glauben nicht daran, was sie tun (sollen) von Dushan Wegner ist auch online zu lesen: https://www.dushanwegner.com/essays/sie-glauben-nicht-was-sie-tun/, und auf dushanwegner.com finden sich noch viele weitere Texte, Bücher und sogar T-Shirts zum Thema!