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Ich bin nicht klug. Ich verstehe manche Dinge nicht. Ich verstehe die Menschen nicht immer und Frauen noch seltener. Ich verdiene viel Schimpfe und wenig Geld. Das immerhin verstehe ich.
Doch eine Angelegenheit bereitet mir Grübeln und Ratlosigkeit von solcher Dimension, dass ich im Vergleich damit geradezu ein Menschenfreund und Frauenversteher bin. – Lasst sie mich erklären, diese meine Ratlosigkeit!
Die Großkopferten von Berlin und Brüssel haben wieder (es ist ja ein Reim der deutschen Geschichte) den bösen Russen als Feind ausgemacht.
Dieselben Großkopferten erklären auch die USA in Gestalt des US-Präsidenten Donald J. Trump zum Gegner. Man beschreibt Trump als ahnungslosen Clown und zugleich als perfide schlauen Faschisten. Es ist beides etwas ironisch, da der Rest der Welt angesichts des europäischen Suizids halb erschrocken, halb amüsiert ist. Und spätestens wenn Polizisten die Bürger täglich wegen Facebook-Meinungsstücken daheim aufsuchen oder sogar verhaften, sollte man vorsichtig sein mit dem Faschismus-Etikett. (Und: Wer extra Gesetze dagegen erlassen muss, dass Bürger ihre Politiker adäquat beschreiben, sollte weder über Lächerlichkeit noch über faschistoide Tendenzen belehren.)
Im Geist des berühmten »Wirf dem anderen vor …«-Spruchs wird die Demokratie in mehreren europäischen Ländern offen abgeschafft, während man die mutigen Verteidiger der Demokratie zu deren Feinden erklärt. Inzwischen wird zugegeben (teils offen, teils implizit), dass die Einwanderung in die Sozialsysteme auch dem Ziel dient, die Wählerbasis der beim Volk unpopulären Eliten gegen das bisherige Volk zu sichern. Die EU-Bürokratie will derweil präventive Zensur aller Meinungsäußerungen (Chatkontrolle) und präventive Kontrolle aller Zahlungen (digitaler Euro) installieren.
Ich verstehe nicht, welchen Plan die »Eliten« in Berlin und Brüssel verfolgen. Wenn man sich gleichzeitig mit den USA und Russland anlegt und sich zudem selbst wirtschaftlich und sozial umbringt – wer bleibt da noch als Freund?
Hmm.
Da wäre natürlich China.
Aber passt das, so von den politischen Werten her?
Auf der einen Seite passt die Verfolgung abweichender Meinungen in Europa schon heute zu China, wenn auch chinesische Propaganda lange nicht so bösartig ist wie etwa deutscher »Journalismus«.
Auf der anderen Seite sind die Chinesen deutlich weniger blauäugig hinsichtlich inkompatibler Kulturen. Auch hinsichtlich Bildung, Forschung und neuer Technologien sind sie Deutschland wohl voraus.
Doch wir Baizuos werden nie Chinas »Freunde« sein. Wenn wir Glück haben, könnte China uns bald als verlängerte Werkbank einsetzen. Wir müssten viel dazulernen und auch gründlich aufräumen. Aber lieber arme Knechte sein unter China, als wohlhabende Selbstbestimmte mit Trump als Partner – so zumindest unsere bestimmt nicht von China bestochenen »Eliten«.
Ach, gewiss ist noch eine ganz andere Erklärung denkbar. Ich weiß es nicht.
Ich bin kein besonders kluger Mensch. Das aber habe ich über die Jahre und Jahrzehnte gelernt: Wenn etwas keinen Sinn ergibt, dann wird es nicht lange bestehen.
Im Augenblick von Sinnlosigkeit aber empfiehlt sich die Sinnsuche. Ja, etwas Zeit und Energie in die Sinnsuche zu investieren, das wäre auch heute wahrlich klug.
Weiterschreiben, Wegner!
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Der Essay USA doof, Russland doof – wer gut? von Dushan Wegner ist auch online zu lesen: https://www.dushanwegner.com/essays/usa-doof-russland-doof-wer-gut/, und auf dushanwegner.com finden sich noch viele weitere Texte, Bücher und sogar T-Shirts zum Thema!
