02.10.2022

Iran und das Fake-Nirwana der Grünen

von Dushan Wegner, Lesezeit 5 Minuten, Foto von Jason Leung
Die deutsche Regierung meint, dass die Brutalität der Islamischen Republik Iran beim Durchsetzen ihrer religiösen Regeln nichts mit Religion zu tun hat. Soso.– »Nichts hat mit nichts zu tun«, ist das Fake-Nirwana des linksgrünen Wahns.
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Mancher Mensch klagt heute über die »Gottlosigkeit« der Politik-Presse-Kaste. Würden diese Gestalten nicht so dämlich und fremdgesteuert wirken, könnte man sie fast für den »Anti-Christen« halten, doch diese Figuren haben einfach nicht das Zeug zum »Luzifer«, dem gefallenen Lichtträger.

Mein Problem mit diesen Leuten ist nicht, dass sie Anti-Christen wären, sondern dass sie mir wie Anti-Buddhas wirken. – Lassen Sie mich das schnell erklären – am Beispiel der aktuellen Debatte um eine weitere Weltanschauung!

»ihr Kopftuch nicht richtig«

Wenn ein Täter ein Deutscher mit christlich-säkularem Hintergrund ist, und wenn er laut Internet-Browser-Historie vor vier Jahren einmal eine regierungskritische Website besuchte, dann erklären deutsche Politik und Propaganda bald extra laut, dass die Tat eindeutig die Schuld der Opposition sein muss, welche mindestens moralisch »mitgemordet« hat und sowieso längst verboten gehört.

Wenn jedoch ein Täter sich bei seiner Tat auf jene Religion beruft, deren Name vom arabischen Verb »aslama« abgeleitet ist, was als »Unterwerfung« lesbar wäre, wenn er aus ihren heiligen Lehren zitiert, und wenn er ihre Geistlichen und viele Gläubige auf seiner Seite sieht, dann erklärt die Politik dennoch stur, dass der Täter und die vielen Gläubigen keine Ahnung von ihrer eigenen Religion haben, denn ganz offensichtlich kann diese Religion nichts mit den Taten zu tun haben – weil ja »nicht sein kann, was nicht sein darf«. (Es wäre leider eine Zeitverschwendung, diese unredlichen Gestalten mal danach zu fragen, was eigentlich ihre Begriffsdefinition von »Religion« ist, wenn nicht die kollektive Weltanschauung, die sich daraus ergebende Moral und Motivationen, die Rituale und dazu die gemeinsame Geschichte ihrer Gläubigen?)

Ein extra dreistes Beispiel der Verachtung für den Intellekt der Zuhörer, und, da es im Bundestag gesagt wurde, auch für die Debattenkultur und damit für die Demokratie selbst, lieferte wieder einmal die deutsche Außenministerin. Die Rede war vom Iran, und die grüne »Völkerrechtlerin« diagnostizierte: »Wenn die Polizei, wie es scheint, eine Frau zu Tode prügelt, weil sie aus Sicht der Sittenwärter ihr Kopftuch nicht richtig trägt, dann hat das nichts, aber auch gar nichts mit Religion oder Kultur zu tun.« (bundestag.de, Protokoll vom 29.9.2022, PDF, fortlaufende Seite 6303)

Gefährliches Kopfchaos

Im Essay »Wenn Politiker sich aufmachen, Religionen zu reformieren« beschrieb ich 2018 die Ideen eines Herrn Özdemir, der sich aufmachte, den Islam zu reformieren, wohl wie einst Luther das Christentum.

Frau Baerbock geht implizit einen Schritt weiter. Taten, die von der Polizei der Islamischen Republik Iran im Namen des Islam begangen werden, um die dort geltenden islamischen Regeln durchzusetzen, haben nichts mit dem Islam zu tun, so sagt die Weltgelehrte Baerbock. (Und was nichts mit nichts zu tun hat, das muss »logischerweise« auch nicht reformiert werden.)

Natürlich entpuppt sich vieles, was Grüne sagen, bei näherem Hinsehen als Wortmüll, als emotional aufgeladene Wortfragmente, auf eine post-rationale Zielgruppe optimierte Trigger. Spätestens jedoch, wenn eine Industrienation auf den ökonomischen und sozialen Suizid zugeht, etwa indem sie aus der Konsequenz politischer »Gefühle« ihre Atomkraftwerke ausschaltet und Grenzen öffnet, wird das Kopfchaos der Grünen und ihrer Sektenjünger ernsthaft gefährlich.

Das Weltbild von Linken ist auf Lügen gebaut. Die Grünen aber erzählen nicht nur der Welt lügen, sondern auch sich selbst.

Ein teuflischer Aspekt dabei: Wer selbst eine Lüge glaubt, tritt darin selbstbewusster auf, und die Zielgruppe der Grünen »fühlt« Wahrheit und Logik ja ohnehin. (In moderner linksgrüner Politik-Rhetorik widerlegt man störende Argumente nicht – wie auch? – sondern brüllt und pöbelt den Gegner nieder, und nennt es »zerstören«.)

Diese Lüge, dass Konsequenzen nur dann mit ihrem Verursacher zu tun haben, wenn es politisch opportun ist – dann jedoch genügen die allerdünnsten, an den Haaren herbeigezogenen Kausalketten – diese gelebte grüne Lüge ist zutiefst anti-buddhistisch.

Ursache und Wirkung

Ja, man könnte die Grünen tatsächlich in einem sarkastischen Sinne »christlich« nennen – nämlich dann, wenn (frei nach George Carlin) die Kernaussage des Christentums wäre, dass es einen Gott gibt, und er dich liebt, und du seinen Geboten gehorchen musst, und ebenso genau die Art von Liebe praktizieren musst, welche die Kirche vorschreibt (nicht die, welche sie vormacht), und wenn du nicht dem liebenden Gott bzw. der liebenden Partei auf ebenso »liebende« Weise folgst, wirst du brutalst bestraft.

Nun gut. Die Grünen und Politiker wie Frau Baerbock sind aber definitiv anti-buddhistisch. Mancher Bürger denkt beim Stichwort »Buddhismus« vielleicht an Meditationen, an Räucherstäbchen oder an einen dicken Mönch, den Laien irrtümlich für den Buddha halten. Die philosophische Kernaussage des Buddhismus aber ist die Lehre von Ursache und Wirkung.

Der Buddhismus lehrt, dass alles eine Ursache hat. Die Welt zu verstehen bedeutet, die Kette von Ursache und Wirkung zu verstehen.

Der philosophische Kern der Grünen und ihrer »Freunde« ist jedoch das Gegenteil der buddhistischen Kernlehre. Nichts hat mit nichts zu tun – außer wir sagen, dass es so ist. Es ist egal, was die Anschauung hergibt, und wer das anders sieht, der ist ein »Nazi«, und wenn er dazu noch mit Fakten kommt, dann ist er eben ein »Faktennazi«.

Oder, oder

Im Buddhismus bezeichnet »Samsara« den Kreislauf von Werden und Vergehen. »Nirwana« bedeutet, dem Kreislauf von Ursache, Wirkung und Wiedergeburten zu entkommen.

Ein Mensch, dem es gelingt, alles Leid und alles Anhaften loszulassen, kann nach buddhistischer Lehre den Zustand der »Erlösung« erreichen.

Ein Mensch aber, der aber ganz ohne Meditation und Achtfachen Pfad meint, schon in dieser Welt der Kette von Ursache und Wirkung entkommen zu sein, der geistig schon im »Nirwana« schwebt, der ist womöglich schlicht auf Drogen.

Oder er ist verrückt.

In beiden Fällen bräuchte er Therapie.

Oder er ist ein Grüner, als Politiker oder als Wähler.

Was ein Grüner bräuchte, um geradeaus denken zu können, das weiß ich nicht genau, denn ich habe nur Argumente anzubieten, und gegen Fakten und Logik ist ein Grüner ja bewiesenermaßen immun.

Was dran tun

Wir müssen uns vor diesen Leuten in Schutz nehmen – so die Zeit genügt.

»Prüfe alles, glaube wenig, denke selbst«, so sagen wir hier, und heute ergänzen wir noch: »Hüte dich vor den gefährlichen Schwachen, die wenig prüfen, was ihre Autoritäten sagen und denen alles glauben, die andere für sich denken lassen – und die sich bei all dem bereits im Nirwana wähnen.«

»Schwinden muss jede Erscheinung«, so lauteten die letzten Worte des uns bekannten Buddha (Digha Nikāya, 16.6.5), bevor er ins Nirwana einging, und: »unermüdlich mögt ihr da kämpfen«.

Ich wünsche uns die Kraft, unermüdlich darum zu kämpfen, zumindest am täglichen Wahnsinn nicht selbst wahnsinnig zu werden.

Wir stellen fest, dass es Unsinn ist, was manche dieser Leute reden. Wir überlegen, inwieweit es uns betrifft und was wir dran tun können.

Und dann lassen wir es los, und wir legen uns schnell einen Plan zurecht, auch diesen Tag anders, nämlich wirklich gut zu nutzen.

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