22.08.2021

Plan B ist Chaos

von Dushan Wegner, Lesezeit 7 Minuten, Foto von Dikaseva
Manche Leute vermuten, dass hinter Corona, Afghanistan und Klimapanik jeweils ein geheimer Plan sinistrer Mächte steckt. – Was, wenn KEIN Plan dahintersteckt, und wir schlicht aufs Chaos zusteuern?
sepia photography of bare trees
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Im Film »2012« geht die Erde kaputt (wegen »mutierender Neutrinos« – Hollywoodphysik), und Menschen wollen sich mit einer neuen »Arche« retten.

Der Bau jener Arche im Film wurde finanziert, indem die Erbauer weit im Voraus teure Tickets an Superreiche verkauften – so weit, so realistisch.

Am Ende stirbt tatsächlich ein Großteil der Menschheit, doch eine Auswahl wird, zusätzlich zu den Reichen und Wichtigen, in der neuen Arche gerettet, um »unsere Spezies zu erhalten« (»continuation of our species«), und sie steuern neuen, sicheren Grund an – auf dieser Erde wohlgemerkt.

Von der Erde aufgefressen

Die Hollywood-Physik und geradezu magische Geologie des Films 2012 sind mit der Fantasie freischaffender Hollywood-Drehbuchautoren präziser zu erklären als mit wissenschaftlichen Erkenntnissen. (Warum man andere Klima-Vorhersagen von in Hollywood basierten Aktivisten ernster nehmen sollte, das wäre wohl eine andere, eigene Frage.)

Durchaus spannend und in menschlicher Psyche verankert sind dagegen einige der aufgeworfenen psychologischen und philosophischen Fragen.

Zwei Fragen stechen hervor! Erstens: Nach welchen Kriterien sollen die Menschen ausgewählt werden, die auf der Arche gerettet werden? Zweitens, noch komplizierter: Beim Kollaps verlieren Geld und Verträge alle Bedeutung, warum werden also noch immer die Superreichen und Großkopferten für die Arche bevorzugt? Warum gehorchen die Menschen den Mächtigen, selbst wenn die praktischen Mittel derer Macht gerade von der Erde aufgefressen wurden?

Der wahre Plan

Wenn ich in diesen Essays schreibe, dass ich mir der Mechanismen hinter aktuellen Ereignissen nicht sicher bin, schreiben mir immer wieder Menschen in E-Mails, dass der wahre Plan doch offensichtlich sei – und dann verlinken sie etwa diesen oder jenen Beitrag auf einem Blog der Freien Denker. (In einem Beitrag auf reitschuster.de vm 18.8.2021 wird etwa erläutert, dass der Vormarsch der Taliban abzusehen und den Westmächten klar war, wenn auch nicht so schnell – doch auch dort wird nicht gesagt, warum man das sehenden Auges zuließ.)

Mir persönlich fehlt die Angst, Ungewissheiten und Situationen ohne sichere Erklärung zu ertragen. »Ich weiß nicht« zu sagen, das bereitet mir weit weniger Schmerzen, als die Möglichkeit, »ich weiß es« zu sagen, und doch zu ahnen, dass andere, mir widersprechende Erklärungen durchaus ihre Stärken haben.

Ich habe etwa zum möglichen »wahren« Grund des überstürzten Auszugs westlicher Truppen aus Afghanistan denkbar verschiedene Erklärungen gehört – keineswegs kompatibel.

Ein Fakt ist wohl, eine Prämisse aller möglichen Erklärungen quasi, dass in der Erde von Afghanistan etwa eine Billion (ja, tausend Milliarden) US-Dollar an Mineralien gelagert sind, und zwar Mineralien, welche die Elektronikindustrie dringend braucht (cnn.com, 18.8.2021).

»Du könntest etwas Demokratie gebrauchen«, ist ja schon längst sarkastischer Code für »die USA hätten gern, was du in deinem Boden rumliegen hast«.

Was also könnte die Erklärung dafür sein, dass die USA sich aus dieser für die Rohstoffe der Zukunft so wichtigen Region zurückziehen?

Eine Erklärung wäre, dass die USA es satt waren, das Land mit eigenem Geld und Blut halbwegs zu befrieden, um dann zuzusehen, wie China und Russland sich die Rohstoffe holen (das erklärt, warum China ganz und gar nicht begeistert ist vom Rückzug der USA; siehe supchina.com, 14.5.2021). Nach dieser Theorie würde sich jetzt nur das offizielle Militär zurückziehen – und Söldnertruppen mit ganz anderen Möglichkeiten würden bald die Mineralienförderung sichern.

Eine andere Erklärung wäre, dass Afghanistan und der Region eine (ja, eventuell klimabedingte) Hungersnot bevorsteht, welche schrecklichste Bilder produzieren und noch nicht dagewesene Flüchtlingsströme auslösen wird, und die USA wollen das lieber mit den Taliban als mit sich verknüpft sehen.

Was auch immer die Erklärung ist, man kann sich auf die zuverlässig irrsinnige Merkelbande verlassen. Die deutsche Regierung will erstmal 100 Millionen Euro ins Talibangebiet verschieben (@ph_reporterpool, 20.8.2021), und zwar via »Hilfsorganisationen«, in der naiven Hoffnung, auf deren lokales Vermögen hätten die mit Nato-Waffen top ausgerüsteten Taliban keinen Zugriff. Bemerkenswert ist dazu die entsprechende Ankündigung des Taliban-Sprechers auf Twitter (@leaOffice, 19.8.2021) – ja, Donald J. Trump bleibt auf Twitter gesperrt, aber die Taliban, genauso wie diverse andere Gewaltregimes, dürfen sich via Twitter mit ihren Geistesbrüdern in der westlichen Linken austauschen.

Ich kenne jene Regel, wonach man nicht der (bösen) Absicht zuschreiben soll, was durch schiere Inkompetenz ausreichend erklärt werden kann. Ich habe dazu meine eigene Regel aufgestellt, dass aus der Tatsache, dass mächtige Kräfte eine Situation zu ihrem Vorteil nutzen, noch nicht folgt, dass diese sich verschworen haben, diese Situation herbeizuführen.

Pläne A und B

All dies wissend und es wohl bedenkend, sage ich heute: Ich weiß nicht, wie es dazu kam – doch für die weitere Entwicklung sehe ich zwei grundsätzliche Richtungen – nennen wir sie Plan A und Plan B.

»Plan A« ist, dass die Mächtigen doch irgendwie wissen, was sie tun – und dass es sich am Ende einrenken wird. Es hat sich herausgestellt, dass halbwegs glückliche Menschen produktiver sind als gänzlich unglückliche – siehe den Kollaps des Sozialismus in der Vergangenheit, oder das automatisierte Glück, das ich für die Zukunft prognostiziere. Dass halbwegs glückliche Menschen produktiver und also gewinnbringender sind als gänzlich Unglückliche, das wäre unsere beste Hoffnung auf eine gute Zukunft – aber eben nur nach Plan A, wo die Mächtigen wissen, was sie tun.

Die Richtung aber, die ich »Plan B« nenne, ist schlichtes Chaos.

Was Afghanistan betrifft, gehe ich selbst davon aus, dass Blackwater bzw. Academi seine Söldner bereits buchstäblich die Stiefel schnüren lässt (Blackwater-Gründer Erik Prince schlug schon vor einiger Zeit vor, den Krieg in Afghanistan zu privatisieren; siehe etwa MSNBC via YouTube, 17.8.2018). Die berüchtigte russische »Wagner Group« hat ja sogar ihre methodischen Wurzeln im russischen Afghanistan-Einsatz (newlinesmag.com, 27.4.2021), auch sie wird sicher zusätzlich zu Syrien gern weitere gutbezahlte Aufträge annehmen. Ein Argument der Söldnertruppen ist übrigens, dass sie zugleich um ein Vielfaches billiger und doch messbar effektiver als staatliche Heere sein können, weil sie eben nicht wie Behörden operieren, sondern wie Unternehmen (die bis an die Zähne bewaffnet sind und immer in unklarer rechtlicher Situation operieren, nur an ihren Ergebnissen gemessen werden, und die Regel »wo kein Kläger, da kein Richter« dahingehend ausgelegt werden kann, dass man dafür sorgen sollte, dass es eben keine Kläger gibt).

Der eine, der entdeckt wurde

So furchteinflößend »Plan A« auch sein mag (Afghanistan: Söldner, Corona: Great Reset, Klima: CO2-Profite und Abwürgen westlicher Wirtschaft) – »Plan B« erschiene mir als noch weniger begrüßenswert.

Plan B ist Chaos. Das heißt in Afghanistan: Taliban verbrauchen, was an Ressourcen da ist, dann fällt das Land in die Steinzeit zurück und alle Mineralien bleiben in der Erde, es folgt die Hungersnot und wer kann, rettet sich ins ohnehin suizidale, von der Propaganda weichgekochte Deutschland (das ja bereits den ersten abgeschobenen Straftäter wieder eingeflogen hat, siehe welt.de, 22.8.2021 – und das ist der eine, der entdeckt wurde).

»Plan B« ist in Sachen Corona schlicht, dass die Regierungen und ihre »Experten« bis heute nicht wissen, wann und wo Covid-19 ausbricht, und die Impfungen buchstäblich ein »Piksen im Nebel« sind. Was ich allerdings nicht teile, ist die These, dass Corona komplett erfunden ist. Ich habe das Gefühl, dass zu den Infektionen auch weiterhin nur stellenweise die Symptome inklusive, ja, »Long Covid«, dazukommen – in Sachen Corona denke ich also am ehesten, dass hier in Wahrheit »Plan B« läuft, dass die Regierungen nicht wirklich wissen, was sie tun – und dass »Great Reset« tatsächlich mehr Wunschdenken der »Great Reseter« ist.)

»Plan B« in Sachen Klima wäre aber schlicht, dass es zwar wahr ist, dass sich das Klima verändert, dass aber dieser Klimawandel nicht von Menschen gestoppt werden kann. Es würde an diesem Punkt wenig Unterschied ergeben, ob Menschen diesen Klimawandel auslösten oder nicht. Einige gehen davon aus, dass Temperaturen etwa von der Sonne beeinflusst werden (wer hätte das gedacht?!), auf welche wir nun wirklich keinen Einfluss haben (außer man will gleich die Sonne blockieren, wie es wohl ein von Bill Gates mit-gesponsertes Projekt erforscht; siehe reuters.com, 17.12.2020). Wieder andere Selbstdenker – und das ist mir extra sympathisch, weil geradezu poetisch – stellen die These auf, dass eigentlich eine Eiszeit bevorstand (welt.de, 10.12.2009: »Als uns vor 30 Jahren eine neue Eiszeit drohte«), aber die »Treibhausgase« diese zu verhindern helfen! So oder so: »Plan B« bedeutet in Sachen Klima, dass wir nichts dran ändern können (was aber gewisse Spekulanten nicht daran hindert, sich mit der Illusion möglicher Veränderung etwa durch CO2-Ablasshandel noch einen schnellen Dollar zu verdienen).

Buchstäbliche Himmelfahrtskommandos

In den letzten Monaten wurde immer wieder von Superreichen berichtet, die für sich und ihre Freunde so etwas wie »Probeflüge« ins All organisieren. Es wirkt aber mehr so symbolisch – anders als die Grünen und ihre Wähler wissen die Superreichen, dass auch sie nicht die Gesetze der Physik aufheben können. Auf absehbare Zeit werden menschliche Ausflüge ins All immer nur Hüpfer in die Außenbezirke der Atmosphäre bleiben, vielleicht mal wieder zum Mond, und die ersten mit Menschen besetzten Marsflüge werden buchstäbliche Himmelfahrtskommandos sein.

Jedoch, ich würde tatsächlich hoffen, dass die Superreichen sich »Archen« bauen – und dass deren »Plan A« über die eigene Abriegelung hinausgeht.

Dem Rest von uns aber rate ich, uns vorsichtig mit der Alternative zu beschäftigen.

Oder, knapper gesagt: Plan B ist Chaos – was ist Ihr persönlicher Plan für den Fall, dass Plan B der Fall ist?

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