28.06.2021

Vorbereitet sein (Gedanken zu Würzburg)

von Dushan Wegner, Lesezeit 7 Minuten, Foto von Nong Vang
Eine Mutter wirft sich sterbend vor ihre 11-jährige Tochter. Beider Blut klebt an den Händen der Gutmenschen. Wohl dem, der nicht auf diese Art getestet wird.
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»Ihr werdet hören von Kriegen und Kriegsgeschrei; seht zu und erschreckt nicht. Denn es muss geschehen. Aber es ist noch nicht das Ende«, so sagt Jesus in Matthäus 24, ab Vers 6: »Denn es wird sich ein Volk gegen das andere erheben und ein Königreich gegen das andere; und es werden Hungersnöte sein und Erdbeben hier und dort.«

Und später, ab Vers 15: »Wenn ihr nun sehen werdet den Gräuel der Verwüstung stehen an der heiligen Stätte, wovon gesagt ist durch den Propheten Daniel – wer das liest, der merke auf! – alsdann fliehe auf die Berge, wer in Judäa ist; und wer auf dem Dach ist, der steige nicht hinunter, etwas aus seinem Hause zu holen; und wer auf dem Feld ist, der kehre nicht zurück, seinen Mantel zu holen. Weh aber den Schwangeren und den Stillenden in jenen Tagen! Bittet aber, dass eure Flucht nicht geschehe im Winter oder am Sabbat.«

Diese Passage gehört zu jenen, die ich schon als Kind hörte, und die ich schon als Kind beeindruckend fand, doch damals nicht verstand. Ich verstehe sie heute auch noch nicht so ganz auf Sachebene, doch die Worte beginnen eine Saite anzuschlagen. Etwas klingt da, und es klingt auch in mir.

Die den Täter stoppten

Im Essay vom 26.6.2021, »Wir dummen Hunde«, schrieb ich zur neuesten Mordtat eines Islamisten in Würzburg. Ich schrieb, dass solcher Wahnsinn dank der Naivität und Gewissenlosigkeit von Frauen wie Merkel und diversen Bahnhofsklatscherinnen ins Land gekommen war – und dass die Gewalt dann von den heute so sehr gehassten Männern gestoppt werden muss. Ich schrieb über die diskussionswürdige Tendenz, dass wir uns mit »importierter Männlichkeit« gegen »importierte Gewalt« verteidigen werden müssen (was, wie wir inzwischen wissen, auch diesmal in Würzburg wieder der Fall war).

Die, die den Täter stoppten, waren zum guten Teil nicht nur Männer, sondern selbst »Ausländer«, und zwar die »guten« Ausländer – jedoch, in einem wichtigen Punkt waren meine ersten Beschreibungen unvollständig.

Täter und Opfer

Der gute Deutsche im Propagandastaat, abgestochen vom Messer des Islamisten, hat leise und anonym zu sterben. Wenn das Opfer einen Migrationshintergrund aufweist (also »den richtigen«, nicht aus dem Ostblock), dann wird an die Namen der Opfer noch Jahrzehnte später erinnert. Wenn die Opfer Deutsche sind, will die Propaganda sie unsichtbar machen, sie ohne Gesicht und Namen lassen. Im Propagandastaat haben sich auch Sterben und Trauer der Macht und ihrer Propaganda unterzuordnen.

Wenn man sich die Informationen zu Täter und Opfer mühsam aus Andeutungen und sozialen Medien zusammenkratzen muss, geht man als erfahrener Bürger des Propagandastaates davon aus, dass die Tat durch das politische Handeln der Merkelbande möglich wurde – und dass die Tat alle gutmenschliche Ideologie und Propaganda unmittelbar Lügen straft.

Wir kratzen uns die Informationen zusammen, dass der Täter mit Vornamen »Abdirahman« heißt und 24 Jahre alt ist (bz-berlin.de, 27.6.2021). Er hatte sich das Messer zuvor in der Haushaltsabteilung des Woolworth von Würzburg besorgt. Zu den Schwerverletzten gehören eine 11-Jährige und ein 16-Jähriger. Die drei Toten sind drei Frauen im Alter von 24, 49 und 82 Jahren.

Der Täter hielt sich seit 2015 »legal« in Deutschland auf (n-tv.de, 27.6.2021). Im Internet kursieren Video-Schnipsel des Täters. Man hört, er sei auf Lampedusa gelandet. Ich weiß nicht, ob er noch mit dem Teddybär schläft, den moralgeile Linksgrüninnen ihm am Bahnhof zur Begrüßung schenkten.

Eine der Toten, die BILD gibt ihren Namen mit »Christiane H.« an, war eine 49-jährige Mutter, die sich schützend vor ihre 11-jährige Tochter warf (bild.de, 28.6.2021, Stand 7:55 Uhr (€)).

(Randnotiz: Wir dürfen der BILD unter ihrem Chef Julian Reichelt danken, dass die gegen die Gewohnheit im Propagandastaat auch deutschen Opfern ein Gesicht gibt. Vertun wir uns nicht: Es ist mutig. – Aber, ach, ich verliere mich in medienphilosophischen Randnotizen, weil mir die Grausamkeit der Tat die schreibenden Finger schwer werden lässt. Sei nicht feige, Schreiber!)

Als ich gestern von der Mutter hörte, die sich schützend vor ihre Tochter warf, führte Elli gerade mit unserer 14-jährigen Tochter eine spaßige Debatte über Sommerkleider (sie sind inzwischen soweit, sich gegenseitig Kleider zu leihen). Mein 10-jähriger Sohn spielte derweil mit dem um ein paar Jahre jüngeren Sohn des Nachbarn. Elli und ich erwägen dieser Tage, einige der Lego-Bausätze »in gute Hände« abzugeben, und da ist jener Nachbarssohn ein Kandidat. Wir reden dieser Tage viel von der Zukunft der Kinder. Etwa: Will die Tochter sich in der Schule auf Sprachen oder auf Wissenschaft konzentrieren? Und dann hören wir von der Mutter in Würzburg, die plötzlich vor ganz anderen Fragen stand. Im Deutschland der Gutmenschen müssen Mütter sich schon mal zwischen dem eigenen Leben und dem Leben der 11-jährigen Tochter entscheiden.

Ich weiß, was meine letzten Gedanken gewesen wären, wenn ich in solche Lage mein Leben schwinden spürte: Aber was wird aus meinen Kindern, allein ohne mich?

All die Entscheidungen, die für das Leben des Kindes anstanden. Alle Zukunftspläne. Alle Hoffnung, alle Freude – erstmal dahin. Die 11-jährige Tochter ist schwerverletzt. Ihre Mutter ist tot.

Die Gutmenschen haben einander für ihre Menschlichkeit gelobt. Die Wohlfahrtskonzerne machen weiter fetten Profit. Ähnlich auch die Schlepper: Während in Deutschland die Propaganda darum kämpft, das Blut der Mitschuld von den Händen der »Guten« abzuwaschen, landen in Lampedusa weitere Schlepperkunden an (130 allein am 27.6.2021, so rainews.it, 27.6.2021).

Die Gier ist größer

Wie Sie wissen, liebe Leser, bin ich leider recht sicher darin, dass unser »Ich« eine Funktion des Zusammenspiels von Welt und Hirn ist. Das bedeutet: Für den Einzelnen ist das hier alles vorbei, wenn sein Hirn die biologischen Funktionen einstellt.

Zugleich hat sich die Bibel darin bewährt, codierte Wahrheiten über uns selbst zu transportieren, die unsere Existenz erträglicher machen – die sogar dem Schrecklichen ein Gefühl der Sinnhaftigkeit verleihen können.

»Ihr werdet hören von Kriegen und Kriegsgeschrei; seht zu und erschreckt nicht«, so warnte Jesus vor zweitausend Jahren, und dazu: »Denn es muss geschehen. Aber es ist noch nicht das Ende.«

Ich deute es so: Die Gier mancher Menschen (Wohlfahrtskonzerne, Schlepper, gewisse Staaten, dubiose NGOs) ist weit größer als deren Mitgefühl. Die Ideologen in Berlins Regierungsfluren und Redaktionen, sie spüren nicht, was die Menschen spüren; diese Gestalten denken in der schlichten Ebene von Macht und Gehorsam: Indem sie ihren jeweiligen Chefs gehorchen, und indem sie das Publikum zum Gehorsam bewegen, erringen sie für sich selbst etwas von dem, das sie Macht nennen.

Eine Mutter, die sich sterbend vor und über ihre Tochter wirft, das ist für Berliner Politiker und Journalisten nur Kollateralschaden, ein PR-Problemchen, das sich dank Propaganda-Milliarden leicht wegbügeln lässt. Uns »normalen« Bürgern mag es das Herz zerreißen, wir mögen »von Kriegen und Kriegsgeschrei« zu hören meinen. Jedoch, es liegt in der Menschen und damit in der Welt Natur: »Denn es muss geschehen.«

Seit es Menschen und Regierungen gibt, haben die Gier und die kalte Bosheit gottloser Herrscher und ihrer willigen Helfer zum Leid der »kleinen« Leute geführt. Es ist nicht neu, so deute ich jene schwierige Bibelstelle. Es ist nicht neu, es ist wahrlich nicht neu.

Jene Verse wären allein schon brillant und inspiriert, wenn es bei den zitierten Zeilen bliebe, doch diese Wahrheit reicht tiefer in unsere Wunden – auf dass sie diese dort heilen kann.

Es heißt dort: »wer auf dem Dach ist, der steige nicht hinunter, etwas aus seinem Hause zu holen; und wer auf dem Feld ist, der kehre nicht zurück, seinen Mantel zu holen. Weh aber den Schwangeren und den Stillenden in jenen Tagen!«

Ich kenne diese Verse seit ich ein Kind war. Ich vermute heute, dass sie Jahre später auch meine »Relevanten Strukturen« prägten. Man könnte jene Bibelstelle in meiner Sprache auch so deuten: Es werden Zeiten kommen, da wird getestet werden, was eure relevantesten Strukturen sind. Wenn es soweit ist, solltet ihr sehr genau wissen, und nicht erst überlegen müssen, was euch wirklich wichtig ist. Wenn es soweit ist, geht nicht erst nach Hause und zögert nicht. Schützt, was euch relevant ist – und dafür: wisst, was eure relevanten Strukturen sind!

Die Mutter von Würzburg, Christiane H., sie musste sich schnell entscheiden, was ihre relevanteste Struktur ist, und sie entschied sich nicht für sich selbst. Weh aber denen, die gar nicht in der Lage sind, zu schützen, was sie schützen wollen! Christiane F. kann ja nicht mehr ihrer schwerverletzten Tochter zur Seite stehen.

Ordne deine Kreise, so rief ich gestern und so rufe ich heute. Wisse genau, was deine relevanten Strukturen sind. Und dann bete darum, dann hoffe und arbeite darauf hin, dass deine relevanten Strukturen nie bis zum Äußersten getestet werden.

Wisst, was euch wichtig ist. Und dann schützt es, rechtzeitig und mit aller Kraft.

Hofft mit den Hoffenden, weint mit den Weinenden – und so es an euch liegt, sucht Schutz vor dem Wahn der Wahnsinnigen. Zuletzt aber wisst: Es ist noch nicht das Ende.

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