Die Schlagzeile lautet: »Terror-Anschlag auf CSD! Eine Tote!« (bild.de, 26.07.2026)
Der Inhalt der Meldung ist schnell in drei Stichworten zusammengefasst: Christopher-Street-Day, Menschenmenge, Auto. Den Rest könnt ihr schnell schlussfolgern.
Eine Frau ist tot. Mindestens 16 Personen sind verletzt, drei lebensgefährlich. Die Polizei berichtet auch von Verletzten durch »Stichwerkzeuge«.
Ein mutmaßlicher Täter (oder: ein am Anschlag Beteiligter) ist laut Bericht des Tagesspiegel »als Angehöriger des islamistischen Milieus bekannt« (tagesspiegel.de, 26.7.2026) und wird als »Abdul B. (21)« identifiziert. Laut Berichten war er der Polizei bekannt und wurde im Mai 2026 aus dem Jugendarrest entlassen (apollo-news.net, 26.7.2026).
(Gut, dass sein Nachname mit »B.« abgekürzt wird. Es ist wichtig, Persönlichkeitsrechte zu schützen, aber auch, durch die Nennung ganzer Namen keine »Vorurteile« zu schüren. Man fragt sich: Sind solche »Vorurteile« eigentlich nur Selbstschutz durch Mustererkennung, und warum genau werden sie tabuisiert?)
In den sozialen Medien fragen einige Kommentatoren zynisch, ob die »Queers for Palestine« schon ein Statement abgegeben haben. Aktuell wird aktiv und öffentlich nach Abdul B. (21) gefahndet (berlin.de, 26.7.2026, Stand: am Vormittag). bild.de zeigt ein Foto (Stand 26.7.2026, früher Morgen) und schreibt: »Bitte sprechen Sie die gesuchte Person bei Antreffen in keinem Fall an und meiden Sie den direkten Kontakt. Abdul B. ist möglicherweise bewaffnet und gefährlich!«
Zwischen zwei kroatischen Songs
Ich fühle mich heute an einen Moment in Kroatien erinnert, von dem ich euch schon im Essay »Geschockt? Nee, gefrostet.« berichtet habe – aus ganz ähnlichem Anlass.
Ich fuhr dort einmal eine lange Küstenstraße entlang, die zur Bergseite hin von scharfen Felsen und zur Meerseite hin von steil abstürzenden Klippen eingerahmt wurde. Bei aller Nervosität musste ich doch schmunzeln, als die Radiosprecherin zwischen zwei kroatischen Songs kühl vorlas, wie viele Todesopfer genau diese Straße am Vortag wieder gefordert hatte.
Es war kein Aufreger, es war kein Schock. Genauso gut hätte sie vorlesen können, dass das Wetter sonnig bleibt oder die Agrarpreise stabil sind. Kein Zweifel, für die Angehörigen der Opfer war es gewiss ein Schock, doch für die Gesellschaft war es der übliche Lauf der Dinge.
Im Sinne des Systems
Und auch die Meldung von diesem Terroranschlag ist, wenn man nüchtern darüber nachdenkt, der übliche Lauf der Dinge. Das auffällig Zynische an dieser konkreten Meldung ist lediglich, dass eine Lieblingsgruppe der woken Lethokratien eine andere Lieblingsgruppe attackiert.
Während ich dies schreibe, wird der obere Teil von bild.de von Meldungen rund um den Terroranschlag beherrscht.
Man muss herunterscrollen, um die sonstigen »alltäglichen« Meldungen aus Deutschland zu lesen. Etwa aus Penzberg im ach so »katholischen« Bayern: »Erste Stadt stellt Schilder für muslimisches Gebet auf« (bild.de, 25.07.2026).
Wessen Plan auch immer
Nein, liebe Freunde, die Meldung aus Berlin ist bedauerlich, aber nicht schockierend im Sinne von überraschend.
Wenn die Politik zulässt und sogar fördert, dass gewisse Ereignisse sich wiederholen und verschärfen, ist das Ergebnis nicht vom Plan zu unterscheiden.
Ja, wäre ich Verschwörungstheoretiker, würde ich sogar behaupten, dass es nach Plan läuft – wessen Plan auch immer.
Ich bin aber kein Verschwörungstheoretiker, denn in den letzten Jahren hat sich keine einzige Verschwörungstheorie bestätigt …
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Der Essay Schockierend, nicht überraschend von Dushan Wegner ist auch online zu lesen: https://www.dushanwegner.com/essays/schockierend-nicht-ueberraschend/, und auf dushanwegner.com finden sich noch viele weitere Texte, Bücher und sogar T-Shirts zum Thema!
