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In den USA steht, während ich dies schreibe, eine Mutter vor Gericht, weil sie ihre drei Kinder erwürgt hat. Ihre Verteidigung schiebt die furchtbare Tat auf eine »postpartale Psychose« (foxnews.com, 30.7.2026).
Einerseits hat es entsetzliche Taten dieser Art durch die gesamte Menschheitsgeschichte hindurch gegeben. Andererseits wirkt dieser Fall auf mehreren Ebenen paradox. Etwa: Die Frau genoss allen Rückhalt und alle Vorteile, die man sich für eine moderne Mutter nur vorstellen kann. Ein Haus, einen liebenden und gut verdienenden Ehemann, Psychiater und Medikamente für ihre psychischen Probleme (bostonglobe.com, 7.8.2026).
Und doch entschied sie sich eines Tages, ihren Mann auszutricksen, indem sie ihn losschickte, um etwas zu erledigen – und derweil erwürigte sie ihre Kinder. Drei Fitnessbänder wurden später als Beweismittel angeführt (foxnews.com, 7.2.2023).
Leider ist dies nicht das erste Mal, dass ein Mensch unter dem Einfluss von Psychopharmaka Gewalttaten begeht. Und die »Hilfe«, die sie bekam, war ohnehin kaum die Hilfe, die eine Mutter wirklich bräuchte. Sprechstunden beim Psychiater sind nicht das sprichwörtliche Dorf oder die, ja, Wärme einer größeren Familie. Pharma-Chemie, die das Gehirn umstöpselt, ist kein Ersatz für echten Sinn und gelebten Glauben. Sogar ihre Anwälte benennen die Medikamente als möglichen Teil des Problems.
Doch dieser Fall ist noch größer als all das.
Erschreckend viele Frauen, vor allem in den USA, online und auch im wirklichen Leben, zeigen eine seltsame Form von Verständnis und Solidarität mit der Angeklagten. Sie haben sich sogar wieder rosa angezogen und demonstrieren vor dem Gerichtsgebäude – für sie (pbs.org, 21.8.2026).
Ich habe von Beziehungen und sogar von Eheschließenden gehört, die aufgekündigt und abgesagt wurden, als Männer entdeckten, dass ihre Freundin oder Verlobte die Taten der Angeklagten rechtfertigt.
Man hört Sätze wie »Ich will nicht, dass die künftige Mutter meiner Kinder so denkt.
Und man hört Antworten wie »Da bist du gerade noch mal davongekommen.«
Auf TikTok – das in den USA inzwischen weniger, sagen wir, »palästinenserfreundlich« ist, dafür aber umso mehr eine antiwestliche Kloake darstellt – inszenieren sich Frauen außerdem als super-leidend darunter, sich um ihre Kinder kümmern zu müssen, während ihre Männer arbeiten und für sie sorgen. Was für eine Demütigung für den Ehemann!
Und es wird noch schlimmer: Im Umfeld dieses einen prominenten Falls dringen etliche andere, ähnliche Fälle ins öffentliche Bewusstsein.
Zum Beispiel: Eine ehemalige Cheerleaderin tötet ihren neugeborenen Sohn und stopft die Leiche in eine Plastiktüte (nypost.com, 21.08.2026).
Manche Fälle sind so frisch, dass sie wie Nachahmungstaten wirken: »Eine Mutter aus North Dakota wurde festgenommen, nachdem sie zwei ihrer Kinder getötet und versucht hatte, das dritte zu ermorden.« (themirror.com, 08.08.2026) Bevor die Kinder starben, rief die mutmaßliche Täterin Berichten zufolge den Vater an und sagte ihm, er könne den Kindern »Tschüss sagen«.
Ich könnte weitermachen – es ist beklemmend. Aber ich frage mich und euch: Wie geht man mit einem solchen Grauen um? Wie gehen wir damit um, dass wir in derselben Gesellschaft leben wie diese Frauen?
Manche sagen, Frauen, die ihre Kinder töten, setzten lediglich die Logik der Abtreibung aus Bequemlichkeit fort. Während die These der Verteidigung in diesem konkreten Fall »Psychose« lautet, fühlt sich das »Verständnis« für die Angeklagte manchmal verdächtig nahe an einem »Verständnis für ihre Tat« an.
Tatsächlich läge darin eine finstere Logik: Wenn es legitim ist, das Leben seines Kindes kurz vor der Geburt zu beenden, weil einen die Existenz des Kindes stören könnte – warum dann nicht nach der Geburt?
Manche haben die These vorgebracht, dass viele dieser Frauen, die öffentlich für die angeklagte Mutter eintreten, selbst ein Kind abgetrieben haben. Ihre Unterstützung für jene Frau könnte eine Form der Kompensation für die eigenen Taten sein.
Beides ist plausibel. Eigentlich ist es offensichtlich.
Doch es ist ein größerer Kampf. Ein Konflikt, den wir nicht allein mit Gesetzen und Debatten gewinnen werden.
Der heilige Paulus erklärt, in welchem Krieg wir wirklich kämpfen:
Denn wir haben nicht mit Wesen von Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit den (überirdischen) Mächten, mit den (teuflischen) Gewalten, mit den Beherrschern dieser Welt der Finsternis, mit den bösen Geisterwesen in der Himmelswelt.
– Epheser 6,12
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Der Essay Sag den Kindern »Tschüss« von Dushan Wegner ist auch online zu lesen: https://www.dushanwegner.com/essays/tschuess-kinder/, und auf dushanwegner.com finden sich noch viele weitere Texte, Bücher und sogar T-Shirts zum Thema!

