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Zwei Männer teilen sich ein Haus. Der eine ist mehr so von gebender Natur. Der andere eher von nehmender Natur.
Der eine Mann vertraut, und ihm ist auch zu trauen. Der andere Mann misstraut, und ihm ist wenig zu trauen – doch er zählt darauf, dass andere und der andere ihm vertrauen.
Beide Männer verdienen ungefähr gleich viel. Tatsächlich verdient der Vertrauende mehr. Doch unterm Strich hat der andere mehr. Wir verstehen, warum.
Aber halt, damit ist’s noch nicht genug: Beide Männer haben Familien. Jeder hat Kinder und eine Frau, vielleicht Eltern und Schwiegereltern.
Und trotzdem: Der eine gibt und gibt. Und der andere nimmt und nimmt. Die Kinder des Gebers hungern. Die Kinder des Nehmers verspotten sogar die Kinder des Gebers und sagen, deren Vater sei ein Schwächling.
»Du bist ein Narr«, sagen wir zum gebenden Narren. »Weißt du denn nicht, dass deine Familie zuerst kommt?«
Dann sprechen wir auch mit dem klugen Nehmer, und er bringt gute Argumente, und unser Herz wird weich.
Weiterschreiben, Wegner!
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Der Essay Und unser Herz wird weich von Dushan Wegner ist auch online zu lesen: https://www.dushanwegner.com/essays/und-unser-herz-wird-weich/, und auf dushanwegner.com finden sich noch viele weitere Texte, Bücher und sogar T-Shirts zum Thema!

