06.04.2021

Die Affen im Zoo sind einsam

von Dushan Wegner, Lesezeit 4 Minuten, Foto von Francesco Ungaro
Was haben die Idee der Demokratie und der greise Lügengrabscher gemeinsam? Beide zerfallen und sterben vor den Augen der Welt. – Was denken sich eigentlich die Außerirdischen, von denen man wieder hört, dass sie uns beobachten?
macro shot of brown monkey
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Liebe Leser, liebe Mitinsassen auf dieser besonderen Pflegestation, die wir unsere geteilte Realität nennen: Die Affen im Zoo sind einsam. Vor der Quarantäne, damals (wissen Sie noch?), damals dienten die Besucher den Affen als Unterhaltung und Stimulation. Jetzt kommen keine Menschen mehr, und den Affen ist langweilig, so berichten die Pfleger im Zoo, welche dort die Stellung halten (und bei Gelegenheit die Tiere im Zoo spazieren führen).

Der Affe als Beobachter, der Mensch als Unterhaltung des Affen – es erinnert an jenen bekannten Scherz: Wenn ein Außerirdischer sehen sollte, wie der Mensch dem Hund dessen Geschäft wegräumt oder der Katze ihr feines Futter hinstellte, wen würde er für den Herrscher halten und wen für den Diener?

Die Affen, diese haarigen Philosophen, sie beobachten uns, wir sind deren Unterhaltungsprogramm – was denken die Affen von uns?

Angewandt

Zwei Fragen (die bei gewissem Lichteinfall wie dieselbe Frage wirken): Woran messen Sie die Qualität eines Verfahrens? Woran messen wir den Wert von Werten?

Angewandt: Woran messen wir den Wert eines/unseren politischen Systems? Was ist Demokratie wert, wenn sie das deutsche Impfchaos produziert?

Wesen und Aussage von Ideologie ist die Lehre, dass ein System, das schlechtere Ergebnisse produziert, aus irgendwelchen Gründen dennoch besser ist.

Was haben die Idee der Demokratie und der grabschende Lügengreis im Weißen Haus gemeinsam? Die Welt sieht beiden beim öffentlichen Sterben zu.

Wie lange haben sie noch, Demokratie oder der grabschende Lügengreis? Ich kann nicht verhindern, an 2. Petrus 3:8 zu denken (»Eins aber sei euch nicht verborgen, ihr Lieben, dass ein Tag vor dem Herrn wie tausend Jahre ist und tausend Jahre wie ein Tag.«), doch »tausend Jahre« ist, selbst im ironischen Scherz, als Angabe politischer Zeiteinheit nicht unbelastet. Ich wünsche also beiden noch einen erfolgreichen Tag – selbstredend unironisch.

Sterbend

Wo wir gerade von Systemen reden, die vor unseren Augen sterben, liegt es natürlich nahe, die »Nachfolgefrage« zu diskutieren. Im Fall des greisen Lügengrabschers ist die Nachfolge ja geklärt – manche mutmaßen, sie sei der eigentliche Grund, warum das glitsche Wrack überhaupt erst installiert wurde (ich habe Zweifel: die Mächte hinter dem Grabscher scheinen Schwäche zu brauchen, mit der lässt sich rechnen). Was ist aber mit dem anderen vor unseren Augen sterbenden System? Dem Demokratiedingsda?

Man hört dieser Tage mit steigender Frequenz von einer »Covid-Weltregierung« (etwa dailymail.co.uk, 30.3.2021: »World needs a post-Covid treaty to put nationalism aside«, »Boris Johnson, Emmanuel Macron and Angela Merkel warned of isolationism«).

Ach, in mir vermag keine Panik aufzukommen. Ich fühle mich an Daniel 2 erinnert, an Nebukadnezars Traum von den vier Weltreichen. Ich habe jenes Standbild im Text vom 11.05.2018 erwähnt: »Man fühlt sich erinnert an das Standbild bei Daniel, wo sich Ton und Erz zu mischen bemühen – und es ihnen doch nicht gelingen will.«

Ernsthaft

Seit die CIA zu Anfang des Jahres ihre UFO-Unterlagen von den 1940-ern bis zu den späten 1990-ern freigegeben hat (cia.gov/theblackvault.com), wird wieder debattiert, ob die Erde von Außerirdischen besucht wird.

Ich hörte ernsthafte Menschen sagen, dass sie nicht dagegen wetten würden (was natürlich nicht dasselbe ist, wie es zu bestätigen). »Sind wir den Außerirdischen zu blöd?«, so fragte ich 2019. Heute ist meine Verdacht eher, dass wir den Aliens wahrscheinlich zumindest ernsthafte Unterhaltung bieten. Wir sollten es aber ernsthaft unterlassen, Kontakt mit den Aliens aufnehmen zu wollen, so warnt der ernsthafte Physiker Michio Kaku (theguardian.com, 3.4.2021).

Schlussendlich

Die Affen im Zoo sind einsam, und so oft wie all das Affentheater mich auf die Palme bringt, bin ich versucht, denen etwas Gesellschaft zu leisten (sicher eine spannende Abwechslung – bis irgendwelche Weltfriedensdamen mit fliegenden Laternen uns allen die Bude abfackeln).

Die Affen im Zoo sind einsam, sie vermissen unsere Mätzchen und Narreteien. Dafür schauen die Außerirdischen uns zu, und können sich noch immer nicht entscheiden, ob wir nur galaktische Pausenclowns oder tatsächlich gefährlich sind.

Der greise Grabschclown in Washington stolpert (siehe YouTube) über seine übergroßen Clownschuhe. Machtbesessene Affen, die nichtmal die Bananen in ihrem eigenen Käfig sortiert bekommen, greifen nach der Weltherrschaft.

Die Affen im Zoo sind einsam – mögen Sie stets gute Gesellschaft haben, sei es die eigene oder die eines erbauend zu lesenden Schreibers!

Woran messen Sie den Wert eines Tages? Doch daran, in welcher Stimmung er ausklingt! Doch daran, ob Sie zufrieden mit dem Tag und seinem Finale sind!

In diesem Geiste also, was auch immer Sie sonst heute an Clownereien und Ernsthaftigkeiten anzurichten gedenken, so wünsche ich Ihnen dazu, dass Ihr Tag in guter Stimmung ausklingt – sei es auf die äffische oder auf die philosophische Art.

»Weiterschreiben, Wegner!«

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