Stell dir vor, du hast einen richtig schlimmen Albtraum. In deinem Traum musst du die Stadt verlassen, sofort. Deine Stadt wird unbewohnbar.
Irgendwie hetzt du zum Flughafen. Am Flughafen angekommen, herrscht Chaos. Panik. Mehrere Flugzeuge, die gerade gestartet sind, sind abgestürzt.
In deinem Traum verstehst du, wie man das in Träumen eben tut, dass wer auch immer die Flugzeuge steuert, sie absichtlich zum Absturz bringt.
Der Bahnhof, dasselbe Bild. Züge sind kurz nach der Abfahrt entgleist, weit sind sie nicht gekommen.
Du versuchst, ein Taxi oder ein Auto zu bekommen, aber die Autobahnen sind nach einigen schweren Unfällen verstopft. Dir wird klar, dass Autos jetzt ferngesteuert werden können, in diesem Albtraum von dir. Und jemand scheint auch die Autos der Leute zum Crashen zu bringen.
Da wachst du auf.
„Oh, super“, denkst du, „wenigstens bin ich aus diesem Albtraum aufgewacht!“ Was für ein grauenhafter Traum! Worum ging es da überhaupt? Irgendein Gedankenvirus übernahm all die, sagen wir mal: Institutionen, die dazu da sind, Menschen von hier nach dort zu bringen!
Du bist heilfroh, dass es nur ein Traum war, wenn auch ein beängstigender.
Stell dir nur vor, all die realen Institutionen würden uns in solch großem Maßstab verraten. Stell dir vor, irgendein böses Gedankenvirus hätte die Regierungen befallen und führte die Nationen in den nationalen Selbstmord. Stell dir vor, Wohltätigkeitsorganisationen arbeiteten daran, die Gesellschaften auszurotten, in denen sie tätig sind, linderten nicht, sondern verursachten Leid. Stell dir vor, Universitäten zerstörten aktiv den Verstand der nächsten Generation, statt aufzubauen und zu bilden. Stell dir vor, Journalisten logen und Gerichte schützten die Verbrecher. Stell dir vor, die Heilige … ich höre hier auf.
Du verstehst, worauf ich hinauswill.
Was tust du in diesem Traum, wenn alle Institutionen des Transports korrumpiert, wenn sie tödlich geworden sind?
Vielleicht solltest du gehen. Hoffen wir, dass du noch auf deinen eigenen zwei Beinen gehen kannst. Sie mögen es nicht, wenn Menschen auf ihren eigenen zwei Beinen gehen, du solltest lieber den Experten vertrauen. Sie werden dich einen rassistischen Nazi-Rechten nennen, weil du auf deinen eigenen zwei Beinen gehst.
Wie auch immer, wohin gehst du?
Vielleicht suchst du dir, solange noch ein wenig Zeit bleibt, einen Berg, steigst hinauf und wirfst einen letzten Blick.
Weiterschreiben, Wegner!
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Der Essay Der Traum mit den abstürzenden Flugzeugen von Dushan Wegner ist auch online zu lesen: https://www.dushanwegner.com/essays/abstuerzende-flugzeuge/, und auf dushanwegner.com finden sich noch viele weitere Texte, Bücher und sogar T-Shirts zum Thema!

