»Die Wahrheit wird euch frei machen«, so haben wir gelernt. Ist es wahr? Wie Juristen und Hautärzte zu sagen pflegen: Es kommt darauf an.
Ob die Wahrheit dich frei machen wird, hängt natürlich zuerst davon ab, ob das Hören, das Aussprechen oder gar das Publizieren der Wahrheit gemeint ist. Und es kommt drauf an, was genau du mit Freiheit meinst.
Das Publizieren der Wahrheit kann dich in der EU-Besatzungszone einige der Freiheiten kosten, die auch als »bürgerliche Freiheiten« oder »Freiheitsrechte« bekannt sind (siehe auch den Essay »Embrace the loop, ihr Deutschen!«). Und wer ebendiese Grundrechte für seine Mitbürger einfordert, den wirft das Regime schon mal unter hahnebüchenen Vorwürfen für Monate in den Knast. Siehe dazu meinen Essay »Gib mir den Ballweg, ich gebe dir die Tat«.
Was für eine Freiheit soll die Wahrheit dir also genau bescheren?
Ich grüble über diese Frage, weil mir die Wahrheit heute – wie ich sie bestmöglich erkennen kann – die Brust einschnüren und die Luft rauben könnte.
Die Wahrheit aber ist: Dies alles waren bloß die Anfänge. Nichts außer blindes Wunschdenken würde begründen, dass die bisherigen Entwicklungen ein vorübergehender Irrweg waren.
Der stille Krieg
Den Familien, Arbeitern und ehrlichen Unternehmern des Westens wurde ein »stiller Vernichtungskrieg« aufgezwungen. Sogenannte NGOs kämpfen gegen die Grundlagen des Wohlstands und der Freiheit. »NGO« bedeutet wörtlich Nichtregierungsorganisation, doch tatsächlich handelt es sich oft um Quasi-Behörden von Schattenregierungen.
NGOs motivieren Politiker, zum Schaden von Volk und Land zu handeln. NGOs erledigen die antidemokratische Drecksarbeit, die Politiker noch nicht selbst erledigen wollen. NGOs organisieren Proteste für die Interessen ihrer Financiers. Nicht alle, aber einige NGOs mit mysteriös tiefen Taschen handeln nicht »nur« wie Feinde der Demokratie und des Westens, sondern inzwischen offen wie Feinde der Menschheit. (Siehe auch den Essay »Wie böse sind NGOs?«.)
Die Financiers und motivierten Akteure hinter einigen der reichsten NGOs sind tatsächlich heterogen. Eine simple Verschwörungstheorie mit nur einem Akteur wäre zu simpel.
Während ihrer aktiven Zeit
Eine potenzierte Partei hinter antidemokratischen NGOs können tatsächlich buchstäbliche Parteien und ihre Funktionäre sein. Politiker, die abgewählt zu werden befürchten, aber doch an der Macht bleiben wollen, könnten Steuergeld an NGOs verschieben, damit diese die politischen Gegner außer-demokratisch bekämpfen.
Wenn sogar der quasi parteipolitisch agierende Inlandsgeheimdienst keine wirklich schmutzige Wäsche beim politischen Gegner findet, könnten NGOs mit geheimdienstlichen Mitteln – und kaum kontrolliert – nach diesem Schmutz suchen. Und wenn sie selbst dann nichts finden, können NGOs blank lügen und diese Lügen dann mit Rückendeckung des Propagandastaates als »private Meinung« deklarieren.
Wenn ein politisches Ende dennoch unausweichlich ist, könnten Politiker ihre eigene »Anschlussverwendung« bei einer NGO sichern. Politiker könnten noch während ihrer aktiven Zeit Steuergeld »waschen« wollen, indem sie eine NGO finanzieren und diese dann einen Teil des Geldes zurück an die Partei spendet.
Womöglich noch größer und gefährlicher als steuerfinanzierte NGOs sind einige »Stiftungen«, die von Milliardären, Königen oder gleich ganzen Staaten finanziert werden, im Westen zum Vorteil ihrer Financiers zu kämpfen – und zum Nachteil westlicher Gesellschaften.
NGOs motivieren De-Industrialisierung und Vernichtung von Arbeitsplätzen. NGOs motivieren massenhafte Tötung westlicher Kinder im Embryo-Alter. NGOs motivieren die Auflösung von Familien und die Kinderlosigkeit. Und NGOs motivieren die Ersetzung der ungeborenen westlichen Kinder durch Einwanderer.
NGOs sind nicht »nur« eine Gefahr für die Demokratie und Wohlstand – sie sind eine Gefahr für die Freiheit im bisherigen Sinn.
Wie der Mafiaboss unschuldig ist
Ein Beispiel: In der EU-Besatzungszone hat man den »Digital Services Act« erlassen, der es zum Gesetz macht, dass NGOs festlegen und überwachen, was in EU-Ländern im Internet gesagt werden darf. Dieses anti-freiheitliche Zensurgesetz ist Hauptstreitpunkt zwischen Musk/Vance und EU-Funktionären.
»Eine Zensur findet nicht statt«, behauptet man in Deutschland. Und man behauptet auch, es sei nicht Zensur, wenn der Staat eine NGO mit dem präventiven Löschen legaler, aber störender Meinungen beauftragt. Also etwa so, wie der Mafiaboss unschuldig ist, wenn und weil er nicht selbst mordete, sondern nur seine Schergen in seinem Auftrag morden ließ.
Man fragt sich natürlich, warum westliche Regierungen derart verwundbar und anfällig für NGOs sind. Wissen sie denn nicht, dass sie damit ihren eigenen Niedergang betreiben?
Nun, der einzelne NGO-nahe Politiker geht vermutlich davon aus, dass er sich selbst in Sicherheit bringen wird. Und die gesamte Gesellschaft betreffend kann er allein ja wenig ausrichten. Eine Gruppe von hundert Politikern, von denen jeder Böses tut, weil es ja nichts brächte, als Einziger das Gute zu tun, ist eben eine Gruppe von hundert Politikern, die zusammen und jeder in voller Verantwortung Böses tun.
Zu anderen Klienten
NGOs versorgen Politiker nicht nur mit Geld, sondern auch mit wichtigen Beziehungen – und bisweilen mit nützlichem »Dreck« gegen die gemeinsamen Gegner. (Nebenbei: Jeffrey Epstein operierte strukturell wie eine »erweiterte NGO«. Die Bereitstellung von Minderjährigen war nur eine seiner vielen »Dienstleistungen«. So sicherte er etwa finanzielle Förderung von Wissenschaftlern oder stellte Beziehungen zu anderen seiner »Klienten« her.)
Ein Politiker, der sich der Förderung durch NGOs verschließt, hat im Westen geringe Chancen gegen einen Kollegen, der mit einem NGO-Apparat im Rücken auftritt.
Jedes Mal, wenn ein sichtlich kognitiv überforderter Politiker eine erstaunliche Karriere macht und eindeutig qualifiziertere Bewerber aussticht, können wir vermuten: Eine NGO hat »geholfen«. Es gilt jene alte Parabel: Manche Politiker sind wie eine Schildkröte, die du auf einem Zaunpfahl sitzen siehst. Du weißt nicht, wie das Tier da hinaufgekommen ist. Du weißt nur, dass die Schildkröte dies nicht aus eigener Kraft geschafft haben kann (sondern wohl mit Hilfe einer »NGO«). Und du willst gnädig sein und das arme Tier wieder auf den Boden setzen. (Siehe auch den Essay »USAID – der Name, den du nennen kannst«.)
Eine andere Parabel wäre jene von der Ameise und dem Parasiten (siehe Dan Dennett auf YouTube): Es gibt Parasiten, die das Verhalten einer Ameise übernehmen – und zwar derart, dass sich das Tier dafür opfert, ebendiesen Parasiten weiterzuverbreiten.
Ähnlich ist es mit NGOs, die ein politisches System befallen. Von NGOs »motivierte« Politiker werden Volk, Gesellschaft und Steuereinnahmen für eben diese NGOs opfern, wie ein parasitäres Virus sein Wirtstier opfert, um die eigene Macht zu sichern.
Muss/will aber nicht einmal
So verheerend aber die Wirkung der NGOs auf den Westen, Europa und speziell Deutschland bislang auch war, sie war wohl nur der Anfang.
Die EU-Kommission etwa will ihr NGO-Budget vervielfachen, auf zweistellige Milliardenbeträge (@philippilk, 07.10.2025; (epc.eu, 6.10.2025)). Das an NGOs gezahlte EU-Geld nützt meist ausschließlich diesen – und den darin versorgten Politikern (siehe auch nius.de, 15.12.2025).
CDU-Regierungspolitiker mögen im Internet bisweilen gegen NGOs wettern (etwa @christophploss, 28.12.2025), im Bundestag stimmen sie dann brav für die Erhöhung der Finanzierung von NGOs durch den Bundeshaushalt (welt.de, 28.08.2025). Dazu kommen natürlich die schon früher beschlossenen und weitergeführten NGO-Subventionen aus Steuergeldern, etwa das Propaganda-Budget des Innenministeriums (siehe beispielhaft etwa den Essay »1,1 Milliarden Euro – willkommen im Propagandastaat«). Und der milliardenschwere Staatsfunk fungiert de facto auch nur als eine weitere NGO. Man kämpft publizistisch im Interesse etablierter Netzwerke, muss/will aber nicht einmal so tun, als wäre man neutral.
Fahrbude auf der Kirmes
Ja, dies alles war bisher nur Anfang und Auftakt. Wir durchlebten die Vorbereitungen. Wie an der Fahrbude auf der Kirmes heißt es bald: »Alle anschnallen, jetzt geht es richtig los!«
Flankiert von offen anti-demokratisch agierenden NGOs (teils von Milliardären und aus dem Ausland finanziert, teils mit Steuergeld durch »Unsere-Demokratie«-Politiker) wird man neue Maßnahmen einleiten, die auch den letzten Anschein demokratischer Legitimation und freiheitlicher Gesinnung aufgeben.
Das SPD-geführte Justizministerium plant aktuell einen weiteren Angriff auf die Demokratie. Wer wegen »Volksverhetzung« verurteilt wurde, dem soll das passive Wahlrecht entzogen werden (apollo-news.net, 30.12.2025). Sprich: Er kann nicht mehr gewählt werden, selbst wenn 99 Prozent der Wähler für ihn stimmen würden. Auch so kann sich eine Altpartei ohne Wählerschaft ihren »Wahlerfolg« sichern.
Diese ominöse »Volksverhetzung« wurde allerdings massiv ausgeweitet! Seit 2022 gilt es etwa als potenzielle Volksverhetzung, öffentlich anzuzweifeln, was der Staatsfunk über einen Krieg berichtet.
Klingt irre, ich weiß. Ist aber real, siehe »Die Mittel, keine Demokratie zu sein«. Oder es kann »Volksverhetzung« sein, einen verbotenen Witz im Internet weiterzuleiten.
Volksverhetzung ist alles, wovon ein Richter sagt, dass es Volksverhetzung ist. Und wir ahnen, welcher Partei die Staatsanwälte und Richter besonders häufig Volksverhetzung attestieren, wenn diese Partei den Altparteien die Pfründe streitig macht.
Und so weiter.
Ich streiche an dieser Stelle weitere Belegstellen und Meldungen, die ich eigentlich vorbereitet hatte. Und ich wiederhole: Was wir bisher sahen, war nur der Anfang. Stretching und Warmwerden, das Abschütteln letzter Hemmungen.
Ja, jetzt geht es los.
Das ist offensichtlich
Der Spruch mit der Wahrheit und der Freiheit stammt eigentlich aus der Bibel, aus dem Johannes-Evangelium:
Nun sagte Jesus zu den Juden, die an ihn gläubig geworden waren: ›Wenn ihr in meinem Wort bleibt, so seid ihr in Wahrheit meine Jünger und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.‹
Einer meiner frühesten Essays – nächstes Jahr eine Dekade her! – hieß programmatisch: »Die Freiheit nehm’ ich mir«
Im Essay »Was meinen Sie, wenn Sie ›Freiheit‹ sagen?« definierte ich, was ich mit Freiheit meine. In Kürze etwa: Zufriedenheit mit den zur Verfügung stehenden Möglichkeiten.
Dass die Wahrheit bezüglich Gott, Sinn und Hoffnung uns tiefe Zufriedenheit schenken kann, das soll hier als offensichtlich gelten. Wer weiß, der weiß.
In welchem Sinne aber kann uns eine Wahrheit bezüglich der politischen Realität »frei« machen?
Vielleicht so: Wenn eine Wahrheit mir Illusionen raubt, wenn eine Wahrheit mich hinsichtlich der Gesellschaft und ihrer Zukunft buchstäblich ent-täuscht, verhindert das immerhin ein Szenario, in dem ich meine Mühe und Hoffnung zu lange auf ein aussichtsloses Ziel richte.
Gar nicht deine
Ein Mensch, der auf sein Leben zurückblickt und feststellt, dass er einer Illusion aufsaß – fühlt der sich dadurch nicht, als würde er nachträglich und rückwirkend lebenslang in einen Käfig gesperrt?
Dies alles war nur der Anfang. Die nächsten Jahre werden brutal. Wahrheiten werden uns die Fassung rauben, vermeintlich Sicheres wird uns um die Ohren fliegen. NGOs werden sich in ihrem Krieg gegen die Menschen hemmungs- und erbarmungsloser zeigen denn je, ohne dass auch nur ihre Ohrläppchen erröten.
Dies sind keine angenehmen Prognosen; das ist mir sehr wohl bewusst. Doch es ist meine ehrlichste und bestmögliche Beschreibung der Wahrheit, die nächsten Jahre betreffend.
Mit dieser Wahrheit im Bewusstsein deine nächsten Schritte zu wählen, ist deine beste Chance, später auch rückblickend zufrieden zu sein.
Am Ende gewinnt immer die Realität. Wahrheit ist schlicht eine präzise Beschreibung der Realität.
Innerhalb der Realität aber deinen Weg zu finden, bedeutet Freiheit in ebendieser Realität.
Zu verstehen aber, dass die höchste Form der Freiheit gar nicht »deine« ist, das wiederum ist Weisheit.
Weiterschreiben, Wegner!
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Der Essay Alle anschnallen, jetzt geht es richtig los! von Dushan Wegner ist auch online zu lesen: https://www.dushanwegner.com/essays/alle-anschnallen/, und auf dushanwegner.com finden sich noch viele weitere Texte, Bücher und sogar T-Shirts zum Thema!
