Warum sind Linke so wütend auf Argonerd? Weil er ihre Lügen dokumentiert. Weil er die Geschichte der »linken « Zeit als Geschichte der Lügen schreibt – mit Originalzitaten als Beleg. Und weil er allen vor Augen führt, wie erbärmlich deren Tun doch ist.

Wer der Größte unter den Menschen sein will, sagt Jesus (zum Beispiel in Markus 10), der soll sich zum Diener der Menschen machen, zum Knecht.

Du antwortest darauf: »Ich will aber gar nicht der Größte unter den Menschen sein! Ja, ich will innere Größe, und innere bedeutet wohl so etwas wie echte Größe.«

»Verständlich«, sei dir geantwortet, »verständlich und edel. Wenig hilfreich, aber auf poetische Weise gewiss gut.«

Wie es also angehen, wo geht’s lang zu jedem Zustand »echte Größe«? Klingt kompliziert, ich weiß, ist aber erstaunlich einfach, wenn es einem einmal erklärt wird.

Anleitung zu wahrer Größe, einfachst erklärt: Sei wie Argonerd!

Vielleicht noch eine Erklärung der Erklärung, doch auch diese wird kompakt sein, versprochen!

@Argonerd ist dafür bekannt, jeweils zwei Screenshots von Internet-Artefakten zu posten, die in Kombination die grobe Heuchelei und Verlogenheit von Politik und Propaganda dokumentieren.

Nun ist es relativ einfach (wenn auch eine denkbar wichtige Aufgabe), Widersprüche etwa innerhalb der staatlichen Wahrheit über die Zeit hinweg zu dokumentieren. Es ist also extra reizvoll, wenn Argonerd einen feineren Widerspruch als »nur« die Kategorie »Geschwätz von gestern« aufzeigt.

Zwischen Briefkopf und Pressemitteilung

Im Essay »Die Baerbockifizierung des politischen Diskurses« beschrieb ich etwa, wie Argonerd den Widerspruch zwischen Briefkopf (beziehungsweise: Logos) eines Ministeriums und einer Pressemitteilung aufzeigt.

Bisweilen sind die Zeiten und ihre Meldungen derart absurd, dass es für Argonerd genügt, nur eine Meldung zu präsentieren – und wir ergänzen selbst den Rest. (Ich dokumentierte 2023 per, ja, Tweet so einen Fall; (@dushanwegner, 27.08.2023.)

Bisweilen braucht es nicht einmal den Argonerd selbst – und in diesen Momenten ist ein Erkennungszeichen echter Größe zu entdecken; ich werde es gleich erklären –, um »einen Argonerd« zu sehen.

»Die nehmen jetzt dem @argonerd die Arbeit weg«, schrieb ich mal in ironischem Ton (@dushanwegner, 28.01.2025). Ich zitierte ein bekanntes Sturmgeschütz, welche ohne jede Satire-, Sarkasmus- oder auch nur Ironiemarker berichtete, dass Bill Gates forderte, man »sollte sicherstellen, dass superreiche Ausländer Wahlen nicht verzerren könnten« (@derspiegel, 28.01.2025).

Es steht zu vermuten, dass Argonerd, wie so viele freie Denker auch, seine publizistische Tätigkeit aus einem inneren Schmerz heraus begann, weil er die Schamlosigkeit öffentlicher Lügen nicht ertrug. (Leser wissen, dass mich seit einiger Zeit schon dieses Zitat aus dem Film Nine umtreibt, wonach Erschaffen der Versuch ist, sich öffentlich zu vergeben. To create is to forgive yourself in public. Ich frage mich in Fällen wie Argonerd, ob seine Arbeit nicht auch eine Art ist, stellvertretend für die Gesellschaft nach einer Vergebung ihrer Taten, konkret: Lügen, zu suchen.)

Dämonisch und böse

Dokumentiert man Phänomene einer Kategorie nur lange genug, wird man bald zu deren Archivar (und womöglich Wissenschaftler). Für den Fall Argonerd aber fürchte ich, dass er zum Archivar jenes Phänomens wurde, das unsere Zeit wirklich ausmacht: die schamlose öffentliche Lüge.

Wahre Größe, so sagten wir, erreicht der Mensch, wenn er sich ganz einer Sache hingibt. (Das ist nicht unproblematisch, wie wir alle sofort ahnen. Wenn die Sache, welcher der Mensch sich hingibt, zum Beispiel dämonisch und böse ist, dann wird der Hingebende selbst zum bösen Dämon.)

Die meisten von uns wissen nicht, welcher Mensch wirklich hinter Argonerd steckt. Doch selbst wenn der verfluchte deutsche Staatsfunk mit seinen schmutzigen Nazi-Methoden den Menschen hinter »Argonerd« an die Öffentlichkeit zerren sollte, so würde es Argonerds Größe nicht schmälern – sehr im Gegenteil. (Nach aller Erfahrung wissen wir, dass solche Aktionen oft eher die Popularität der Verfolgten steigern.)

Einer anderen gegenüber

Argonerd ist Argonerd, indem er eine Sache tut: Lügen und Selbst-Widersprüche dokumentieren. Eine Aussage einer anderen gegenüberstellen.

Sein Gegner (als virtuelle Figur »Argonerd«) ist die schamlose öffentliche Lüge. Dieser Gegner ist riesig. Doch indem er sich (innerhalb der Rolle »Argonerd«) der Aufgabe gegenüberstellende Dokumentation hingibt und – und das ist wichtig – sich selbst ganz herausnimmt –, ist Argonerd groß.

Wenn wir uns also alle einig sind, dass Argonerd groß ist, warum finden sich so viele so wütende Kommentare über ihn?

Als »Rechter«, »Hetzer« und so weiter beschimpfen ihn einige Linke – aber warum?

Die Schimpfworte sind natürlich codierte Varianten von, »einer, der störende Wahrheiten ausspricht«.

Welche störende Wahrheit spricht Argonerd aber aus?

Zu diesem Lobpreis

Die störende Wahrheit, die Argonerd dokumentiert, ist mehr, als dass hier »gelogen wurde« (wie die Passivkonstruktion defensiver PR es formulieren würde).

Es ist die menschliche »Kleinheit« mancher Figuren, deren Aussagen er dokumentiert. Die machen sich zum bezahlten Teil und Helfer der großen Lüge, und keiner der dafür zu wählenden Ausdrücke ist »echte, innere Größe«.

In einigen Fällen aber wird die Arbeit des Argonerd extra brutal.

Etwa heute (und der heutige Fall stieß mich zu diesem Lobpreis an).

Heute (@argonerd, 22.05.2025) publiziert Argonerd zwei Screenshots von welt.de.

Erst welt.de, 02.02.2024: »Nein, Joe Biden ist nicht senil«.

Und dann welt.de, 22.05.2025: »Unter dem Jackett nichts als Knochen, der alte Mann war nur noch ein Skelett«.

In beiden Fällen aber, und da wird die Angelegenheit geradezu elegant, ist der Autor dieselbe eine Person.

Die Kleinheit ihres Tuns

Es ist definitiv nicht so, dass der Autor zu Beginn 2024 nicht wissen konnte, dass es um die Gesundheit des Herrn Biden schlecht bestellt war. Leute wie ich hatten es seit Jahren dokumentiert, es war ja denkbar offensichtlich. Ich schrieb schon 2022 vom »senilen Greis« und »den Leuten hinter Joe Biden«.

Doch auch wenn er sich nicht herablassen wird, freie Denker zu lesen, sein Text aus 2024 wurde schon bei Erscheinen in den sozialen und kritischen Medien ausgelacht (siehe etwa @mrwillietanner, 31.01.2024).

Heute so und morgen so, eine Wahrheit des Tages und am nächsten Tag eine andere. Natürlich sind die Leute wütend, wenn er die »Kleinheit« ihres Tuns dokumentiert.

Doch diese Leute und ihr Tun sollen mich hier nicht weiter beschäftigen. Ich bin Diener, aber doch eher nicht dieser Gestalten.

Heute soll mir die Arbeit des Argonerd eine Mahnung sein, was Größe bedeutet: mich ganz einer Aufgabe zu widmen, die es wert ist.

Die großen, schamlosen Lügen der jeweiligen Gegenwart zu dokumentieren, und damit all jenen zu helfen, die ebenfalls daran leiden, das ist fürwahr eine große Aufgabe – doch es gibt weitere.

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Der Essay Wahre Größe ist möglich (Argonerd macht’s vor) von Dushan Wegner ist auch online zu lesen: https://www.dushanwegner.com/essays/argonerd-ist-gross/, und auf dushanwegner.com finden sich noch viele weitere Texte, Bücher und sogar T-Shirts zum Thema!