Ich schlage die BILD auf, und mit »ich schlage auf« meine ich natürlich: Ich rufe bild.de auf.
Exakt in diesem Moment (also als ich diesen Text zu verfassen begann), fallen mir live diese Schlagzeilen ins Auge:
- Alarm in Bremen: Tribüne im Weserstadion eingebrochen (bild.de, 8.7.2026)
- Bayern: Täter kam mit Messer und Pistole zur Schule – Amok-Alarm an Gymnasium! 2 Mädchen (13) schwer verletzt (bild.de, 8.7.2026)
- Präsident Donald Trump warnt: USA werden Iran kommende Nacht „hart“ angreifen (bild.de, 8.7.2026)
Das war ein Teil der Ernte mit nur einmaligem Drüberschauen, gerade eben. Bei Werder Bremen denke ich an die Meldungen von 2018, als der Vereinschef gegen die Oppositionspartei AfD hetzte (haz.de, 9.10.2018). Jaja, das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Es waren Bauarbeiten, bei denen das Stadion beschädigt wurde. Kann mal passieren. Und doch fühlt es sich nach »nichts funktioniert mehr« an.
Die Horrormeldung aus Bayern ist von der Art, bei der man sich fragt, ob diese Gewaltorgie dieselbe ist wie die, von der man erst heute morgen las, oder schon wieder eine andere.
Und die Meldungen zum Krieg lassen immer mehr Leute fragen, ob es womöglich einfach nur darum geht, möglichst viel Schaden anzurichten, möglichst viele Menschen sterben zu lassen. Denn gewinnen wird dort (oder in der Ukraine) niemand. Es sind womöglich makabre Zen-Kriege: Der Weg ist das Ziel.
Und ihre Geistesgenossen
Ihr wisst, dass ich unendlich viele dieser Meldungen zitieren könnte. Von Fluchtfahrzeugen und von Bandenkriegen und von abgesagten Filmfesten »wegen bestimmter Besuchergruppen«. Ihr wisst es, ich weiß es, die Täter hinter den Tätern wissen es genauso – nur die Omas gegen Rechts und ihre Geistesgenossen wissen es nicht.
Sprechen wir es wieder aus: Die Welt, die wir kannten, kollabiert um uns her. Es wird sich nicht »wieder einrenken«. Der Verdacht ist plausibler als sein Gegenteil, dass das Ausgerenktsein genau so gewollt ist – oder sogar geplant. Dann würde gelten: Es läuft nach Plan, aber eben nicht deinem oder meinem Plan.
Das Lied der Innenhöfe
Ich habe vor Jahren, im Jahr 2018, den Essay »Das Lied der Innenhöfe« geschrieben, und 2020 dann »Das Lied der Innenhöfe (zweite Strophe)«.
In Letzterem hieß es:
Wohl denen, die einen schön eingerichteten Innenhof haben – wohl denen, die überhaupt einen Innenhof ihr Eigen nennen!
– Essay vom 14.3.2020
Ein Innenhof ist ein geschützter Ort. Ganz egal, was draußen passiert, zumindest für diesen Abend sind du und deine Lieben geschützt.
Ein Innenhof ist ganz besonders ein Ort, der draußen und doch nicht draußen ist. Im Innenhof kannst du die Welt erleben, ohne wirklich in der Welt zu sein. Ja, auch ich denke hierbei daran: Wir leben in der Welt, doch »gehören nicht zur Welt« (Johannes 17:14–16).
Was aber, wenn jemand keinen Innenhof hat, um seinen Leib und seine Güter zu schützen? Nun, ich kann euch nicht geben, was ich nicht habe – wo es mir nicht viel anders geht als dem Menschensohn (Matthäus 8:20).
Der innere Innenhof
Aber ich kann mit euch eine andere Frage angehen. Die Frage nach dem anderen Innenhof. Die Frage nach dem inneren Innenhof.
Mein »innerer Innenhof« ist bekanntlich das lateinische Gebet. Und wie ihr wisst, habe ich eine App dazu gebaut: Latin Prayer.
Seit Wochen arbeite ich aber an der nächsten Version. Mit vollständiger Bibel, Beichthilfe und vielen technischen Optimierungen.
Und eine der häufigsten Bitten wird erhört: Die nächste Version wird auch für Android verfügbar sein!
Ich habe die letzten Wochen härter gearbeitet als je zuvor in Dushangedenken, zuletzt 14 Stunden täglich.
Wir sind fast soweit, und ihr könnt mir praktisch helfen, uns über die Zielleine zu bringen.
Freunde, besonders wenn ihr ein Android-Smartphone benutzt, tragt euch bitte für die Latin-Prayer-Beta-Tester-Liste ein. (Ja, die Liste ist auf Englisch, aber die App ist dann wieder optional deutsch.)
Ich werde euch dann bei Google als Tester eintragen (oder euch den iPhone-Testflight-Link schicken) und mich bei euch melden.
Ja, es zerbricht und zerfällt gerade alles um uns her, wie die Tribüne im Bremer Fußballstadion. Ich biete euch das beste Werkzeug an, das ich kenne – und das nach meinem Wissen das einzig wirksame ist –, um zumindest den inneren Innenhof zu verteidigen.
Weiterschreiben, Wegner!
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Der Essay Testen, wenn die Welt kollabiert von Dushan Wegner ist auch online zu lesen: https://www.dushanwegner.com/essays/wenn-die-welt-kollabiert/, und auf dushanwegner.com finden sich noch viele weitere Texte, Bücher und sogar T-Shirts zum Thema!
