Dushan-Wegner

30.05.2024

Kleine Gesänge und große Heuchelei

von Dushan Wegner, Lesezeit 3 Minuten
Wenn in der Hauptstadt öffentlich »Berlin soll brennen« gebrüllt wird, hüllt sich die Politik in gellendes Schweigen – aber wenn auf Sylt ein paar Angetrunkene ironisch »Deutschland den Deutschen« singen, ist große Staatskrise. Vielsagende Asymmetrie!
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Die Frage ist nicht, ob die deutsche Regierung und/oder deutsche Mainstream-Politiker lügen: Ja, tun sie. Merkels Chemnitz-Lüge etwa war eine blanke politische Lüge. Ob und wie viel in der Corona-Panik gelogen wurde, das ist wieder eine eigene Frage.

Die Frage ist auch nicht, ob die Politiker und Behörden eine Politik verlogener Heuchler verfolgen: Ja, tun sie. Und wie! Man betrachte etwa derzeit die politische und mediale Hysterie – bis hin zur faktischen und expliziten Aufhebung des Rechtsstaats –, wenn ein paar Leutchen angetrunken und vermutlich auch ironisch »Ausländer raus« und »Deutschland den Deutschen« singen, und im Vergleich dazu das dröhnende politische Schweigen, wenn euphemistisch »Pro-Palästina-Demonstranten« genannte Integrationsversager durch die Hauptstadt marschieren und dabei »Berlin soll brennen« brüllen. Die öffentliche politische Debatte in Deutschland ist derart geheuchelt und verlogen, dass eine Korrektur schlicht nicht möglich erscheint.

Lügende Journalisten, verratene Frauen

Die Frage ist auch nicht, ob Mainstream-Journalisten lügen, sei es offen oder durch Weglassen. Und schon gar nicht, ob »Journalist« im deutschen Propagandastaat nicht ein Synonym für »Ersatz-Regierungssprecher« ist. »Ersatz-Regierungssprecher« ist noch ein höflicher Ausdruck für deutsche Journalisten. (Siehe dazu auch die bemerkenswert offenen Einlassungen eines Tilo Jung beim jährlichen Hochfest der Hundertfünfzigprozentigen, der »re:publica«: »Journalisten sollen die Leute darüber informieren, was sie wissen sollen, nicht, was sie wissen wollen.«)

Die Frage ist ebenfalls nicht, ob die deutsche Regierung auf der Seite der Deutschen, der Familie, der Frauen ist. Ist sie nicht. Zur Illustration: Habt ihr von dem neuesten Fall in Bayern gehört? Da wollte eine »Trans-Frau« – sprich: ein biologischer Mann, auch untenrum, der behauptet, eine Frau zu sein – in einem reinen Frauen-Studio mitduschen. Die Damen dort fanden das nicht so super. Und was macht die deutsche Regierung? Richtig, schlägt eine Strafe in Höhe von 1.000 Euro für das Studio vor, die der »Trans-Frau« ausgezahlt werden soll.

Vergessen wir für einen Augenblick das rechtsstaatliche Prinzip der Gewaltentrennung. In einem Land, in welchem per Gesetz erklärt wird, dass Männer eben Frauen sind, wenn sie sich dazu erklären, werden Begriffe wie »Rechtsstaat« und »Vernunft« zu Stichwörtern für Sonntagsreden. Stellen wir einfach fest: Mit dem sogenannten Selbstbestimmungsgesetz werden – und sollen also wohl auch – Frauen schlicht aus der Gesellschaft gedrängt. Ja, die Regierung hasst alle Deutschen, auch die deutschen Frauen. (Oder glaubt ihr wirklich, dass eine »Trans-Frau« sich Zugang in eine Schutzzone für migrantische Frauen verschafft? Die migrantischen Männer, allesamt »sehr Bio-Männer«, werden da schnell Klarheit schaffen.)

Nicht Nr. 1

Ich könnte hier weiter ausführen, was alles nicht die Frage ist. Und mit »nicht die Frage« meine ich nicht, dass es »keine« Fragen wären, sondern dass diese Fragen nicht an Nummer Eins stehen oder zumindest nicht an der persönlichen ersten Stelle stehen sollten.

Die Energie jedes Menschen ist begrenzt, die Zeit sowieso. Die Zeit und Energie, die du für eine Sache in einem Moment einsetzt, setzt du eben nicht für irgendeine andere Angelegenheit ein. Deine Prioritäten setzen deine Handlungen, so oder so – also empfiehlt es sich, die Prioritäten wiederum bewusst und aktiv zu setzen.

Die Frage ist längst nicht mehr, ob Deutschland (und in gewisser Weise der gesamte Westen) als Gesellschaft und als Demokratie in gefährliches Fahrwasser driftet – wir driften, und zwar ungebremst.

Gegenwehr (und wenn sie nichts nützt)

Zwei andere Fragen sind inzwischen die »eigentlichen« Fragen, nämlich:

Erstens: Was tust du, um später nicht sagen zu müssen, dass du untätig zugeschaut hast, als all dies passierte? Welche Gegenwehr musst du leisten, um dich vor deinem Gewissen nicht schämen zu müssen, und wie viel davon?

Zweitens aber: Angenommen, dass alle Gegenwehr doch nichts nützt – wie bereitest du dich und deine Familie auf das vor, was hiernach kommt?

Weiterschreiben, Wegner!

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