19.11.2020

Hunde auf die Bürger

von Dushan Wegner, Lesezeit 7 Minuten, Foto von Emilian Zawrotny
Deutsche demonstrieren für Grundrechte. Das Regime droht ihnen mit zähnefletschenden Hunden. Man will sie mit Wasserwerfern von der Straße spülen, wie man den Dreck eben jener Hunde wegspült. Wann werden sie die bellenden Hunde ganz von der Leine lassen?
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Am Abend des 16. November 2020, um 7 Uhr 27 und 17 Sekunden lokaler Zeit, startete vom NASA-Launch Complex 39A, Florida (siehe Wikipedia) aus das Raumschiff Crew Dragon Resilience (siehe nasa.gov). Das Projekt ist eine Kooperation der NASA mit dem Weltraum-Projekt des Elon Musk, Space X (das Video zum Start gibt es bei YouTube). – Wenige Stunden später dockte das Raumschiff an der Internationalen Raumstation ISS an und übergab die vier Passagiere.

Ich sagte »Passagiere«, sollte ich nicht »Astronauten« sagen? Nun, die Crew (vorbildlich divers besetzt wie das Stockphoto einer Business-Konferenz) überprüfte im Flug zwar die Werte und könnte das Raumschiff auch manuell fliegen, doch tatsächlich geschah der Flug vollautomatisch. Wir kennen automatisch einparkende Autos und die automatisch fahrenden Züge am Flughafen – und jetzt wird eben automatisch ins Weltall geflogen.

Der Mensch ist nicht mehr notwendig in Raumschiffen – im Gegenteil: Es ist viel einfacher einen Roboter etwa auf den Mars zu fliegen als einen Menschen. Der Mensch ist umständliche »Payload«, eine »Nutzlast«, dessen Nutzen es bald vor allem ist, das ganze Unterfangen zu finanzieren – die Roboter erledigen den Rest, inklusive der Denkarbeit.

Die Maschinen, das Geisteskind einiger sehr intelligenter (und zäher) Geister arbeiten sich ins Weltall vor, nehmen den Menschen fast schon mitleidig mit auf die Reise – was für ein Sinnbild für die sich heute abzeichnende Zukunft!

Daggett fleht

»Do you feel in charge?«, fragt der Riese Bane (ausgesprochen: »bejn«, siehe die ganze Szene auf YouTube), zu Deutsch etwa: »Hast du das Gefühl, die Kontrolle hierüber zu haben?« – Bane legt seinen Handrücken schwer auf Daggetts schmächtige Schulter.

Daggett fleht: »Ich habe dir ein kleines Vermögen gezahlt –«

Bane: »Und das gibt dir Macht über mich?«

Wir schauen Heldenfilme und wir wären gern die Helden, und wenn der Bösewicht »cool« ist – seien wir stets ehrlich! – dann identifizieren wir uns auch schon mal mit dem Bösewicht.

In der beschriebenen Szene stehen zwei Bösewichte im Konflikt, ein sehr »cooler« Bösewicht (Bane), und ein reichlich »uncooler« Bösewicht (Daggett) – und ich fühle mich heute – seien wir stets ehrlich! – wie der »uncoole« von beiden.

Die Mächte, die über uns herrschen, sie fühlen sich immer mehr wie Bane an, und sie legen ihre schwere Handkante auf unsere Schulter, und sie zischen verächtlich: »Do you feel in charge?«

In den USA werden bei händischen Nachzählungen immer wieder Trump-Stimmen entdeckt, die zuvor »verloren« oder »vergessen« worden waren (siehe etwa apnews.com, 17.11.2020) und es wird immer klarer, wie Biden, der kaum einen Vorgarten mit Interessenten füllen konnte, während Trump täglich mehrere Stadien füllte, die 2020-Wahl »gewann«. Wahlhelfer, die sich weigern offensichtlich »merkwürdige« Wahlen zu zertifizieren, werden genötigt und eingeschüchtert, bis sie es doch tun (freep.com, 18.11.2020). American voter, do you feel in charge?

In Deutschland verabschiedet man derweil ein Gesetz, womit sich die Regierung ähnliche Dinge erlauben wird, wie Orbans Corona-Gesetz diesem erlaubte, und jenes nannte der deutsche Staatsfunk (dw.com, 2.4.2020) und sein linkes Vorfeld (taz.de, 31.3.2020) ein »Ermächtigungsgesetz«. Deutsche Bürger protestieren dagegen. Die Polizei tritt mit bedrohlich bellenden Hunden (@dushanwegner, 19.11.2030) und Wasserwerfern (@dushanwegner, 19.11.2020) gegen Bürger an, die gegen die Aufhebung der Grundrechte protestieren. Corona-Propheten höhnen und stoßen an (@karl_lauterbach, 18.11.2020). German citizen, do you feel in charge?

Deutsche demonstrieren für Grundrechte. Das Regime droht ihnen mit zähnefletschenden Hunden. Man will sie mit Wasserwerfern von der Straße wegspülen, wie man den Dreck eben jener Hunde fortspült. Wann werden sie die bellenden Hunde ganz von der Leine lassen?

Trump versprach eine Impfung vor Weihnachten. Die »Journalisten« und ihre »Experten« krakeelten aus dem Sumpf, das müsse schon mit einem Wunder zugehen (nbcnews.com, 15.5.2020). Nun, das »Wunder« kam. Perfiderweise kam es kurz nach der Wahl – von Unternehmen, die von Trumps Politik profitieren. Der Sumpf legt dem längst-nicht-mehr »mächtigsten Mann der Welt« die stinkende Pranke auf die Schulter, und zischt: Do you feel in charge?

So eine Ahnung

Nicht die Wähler, so ahnt man nicht erst seit 2020, dem Jahr des »Great Reset«, nicht die Wähler entscheiden die Wahlen, sondern die Maschinen der Konzerne, welche die »Wahlen« »auszählen«.

Nicht Regierungen, so scheint es heute, steuern die Weltpolitik, sondern ein Virus, das die Politik vor sich her treibt. Pharmakonzerne bieten Impfungen an, sie versprechen den bösen Drachen für uns zu töten. (Erste Randnotiz: Im Chinesischen ist der Drache ein Glücksbringer, in westlichen Märchen ein Unglücksbringer. Zweite Randnotiz: Das Dorf, das den Drachentöter beauftragt, sollte es genau durchrechnen, damit die Forderungen des Helden nicht teurer werden als der Hunger des Drachen!)

Wenn nicht wir es sind, die an der Macht sind, wenn wir uns gar nicht mehr erinnern können, wie sich das mythische »Heft des Handels« zwischen den Fingern anfühlt, die Hand am Lenkrad, am Zügel – wer ist es denn dann, der unsere Geschicke und Geschichte so überaus geschickt (und erschreckend ungezügelt) lenkt?

Ich habe da so eine Ahnung… sagen wir mal so: Die CEOs der Konzerne, so wird berichtet, machen Druck (hinter den Kulissen, wo auch sonst?), damit endlich der greise Biden eingesetzt wird (vergleiche etwa cbsnews.com, 13.11.2020: »CEOs may press lawmakers to ensure smooth transition to Biden«), egal was irgendwelche Klagen, Verfahren oder Nachzählungen ergeben.

Was eben noch wie giftig aggressive Polemik erschien, wird plötzlich zu ganz alltäglicher Politik. Die Verschwörungstheorie von gestern gilt heute als mit Schulterzucken hinzunehmende Banalität.

Eine jener Polemiken und geraunten Mahnungen von gestern lautet: »Nicht den Staaten oder ihren Bürgern, sondern den Konzernen gehört die Welt!« – Wenn wir heute »Tja, so ist es eben« murmeln, stelle ich doch gleich hinterher eine weitere Frage: Was bedeutet das?!

Manche sagen (oder: fürchten/ warnen/ versprechen), »künstliche Intelligenz« würde die Welt übernehmen. Ich sage: Es lebt doch schon eine »Künstliche Intelligenz« über uns – es sind die Konzerne, und sie übernehmen schon längst die Welt! Spätestens seit dem wenig demokratischen »NetzDG« der Merkelregierung (aus gutem Grund von manchem Autokraten und Möchtegerndiktator zum Vorbild genommen) streichen die Regierungen ganz offen die Segel und geben erste Gerichtsbarkeit ausgerechnet beim für die Demokratie wichtigsten Grundrecht, dem der Meinungsfreiheit, quasi an anonyme Zensur-Studenten in wenig durchsichtigen Konzernen ab. (Randnotiz: Was sind denn die Berater-Armeen in den Ministerien denn anderes als eine Form der Auslagerung von Regierungsarbeit an Konzerne?)

Wir sind Passagiere

Der Space-X-und-NASA–Raketenstart 2020 war wohl ein Erfolg (die Passagiere bleiben noch ein paar Stunden oben). Im nächsten Flug, für 2021 geplant, wird sogar Thomas Cruise Mapother IV mitfliegen (Sie kennen ihn vielleicht als Tom Cruise – ja der; es ergibt Sinn, Raumschiffe sind ja ohnehin Teil seiner Religion), mit ihm zwei reiche Geschäftsleute, und nur noch ein tatsächlicher Astronaut. Die Konzerne und ihre Roboter fliegen jeden ins Weltall, der es sich leisten kann (und will).

Das automatische Raumschiff mit den Passagieren an Bord, die aus dem Fenster gucken und sich an der Aussicht erfreuen (und hoffen, dass das Ganze ihnen nicht unterm Hintern explodiert) – was für ein Sinnbild für diese neue Zeit!

Wir sind Passagiere. Einige von uns spielen Offiziere, das mittlere Management der Gesellschaft. Gelegentlich wird einer für den Kapitän gehalten, doch wenn sich die Tür seiner Kajüte schließt, wird er Ihnen gestehen, dass er auch nicht weiß, wer das Schiff wirklich lenkt. Auch mancher Kapitän fühlt eine erschreckend schwere Handkante auf seiner Schulter. Vergessen wir nicht jene Weisheit des Tages: Der Name, den du nennen kannst, ist nicht der wirkliche Name.

Sollten Sie im Leben einmal einen Menschen treffen, den Sie für einen »Kapitän« halten, reden Sie mal mit ihm – er fühlt sich genauso getrieben wie Sie! Sein Abteil war vielleicht teurer als Ihres, doch sein Zug fährt ganz genauso nach Nirgendwo, und Sie sind beide Passagiere.

Helles Holz und Epoxy

Deutschland und die Demokratie mögen der Titanic gleichen, und der Lärm, den wir hören, ist der Eisberg menschlicher Dummheit, roher Emotion und leichter Verführbarkeit, der uns den Bug aufreißt.

Doch, und hier greift die Metapher vom hybrisgetriebenen Luxusliner zu kurz, doch es stehen bereits neue Schiffe bereit, neuartige Schiffe, ja, Raumschiffe, wenn Sie so wollen.

Haben Sie mal ein Foto des Apple-Hauptquartiers gesehen? Es gleicht tatsächlich mehr einem Raumschiff als einem traditionellen Gebäude!

Die Polizeihunde in Berlin, die heute den Demonstranten drohen, die für ihre Grundrechte demonstrieren, sie könnten bald ganz von der Leine gelassen werden. Die Democrats in den USA, die »unwillige« Wahlhelfer und ihre Kinder in den USA bedrohen, sie könnten bald deutlicher werden.

Bald ist Weihnachten. Milliarden von Menschen weltweit werden Geräte kaufen, mit denen sie ihr Leben noch enger mit den Datenbanken der Konzerne verschmelzen lassen.

Das alte Schiff sinkt – seien wir stets ehrlich! – die ersten neuen (Raum-) Schiffe sind längst da, ihre Türen sind weit offen und die Treppe hinauf glitzert hell.

Die einen kämpfen dagegen, und sie rufen: »Niemals, niemals werde ich in jenes Schiff einsteigen!«

Die anderen überlegen, wie sie ihre Kajüte einrichten werden.

Ich bin froh und dankbar, dass ich noch die Fahrt auf jenem guten alten Dampfer erleben durfte. Ich bin aber realistisch (wie jeder, der diesen Text auf einem digitalen Internet-Gerät liest realistisch sein sollte), und ich wähle schon einmal die Wandfarbe in meiner Raumschiff-Kajüte.

Elli sagt, sie fände weißes Epoxy nett. Ich selbst mag es hell, ein gebrochenes Weiß. Möbel in hellem Holz mit stahlfarbenen Akzenten, gern viel Licht.

Wie soll Ihre Kajüte aussehen?

»Weiterschreiben, Wegner!«

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